00:00:00:
00:00:04: Willkommen bei Einblick nachgefragt, dem Podcast mit Interviews und Gesprächen zum Gesundheitswesen vom Gesundheitsmanagement der Berlin Chemie.
00:00:14: Delegation braucht Digitalisierung wie Physischen Assistance die Hausarztpraxis verändern.
00:00:21: Fachjournalist und Einblickredakteur Christoph Nitz im Gespräch mit Prof.
00:00:25: Dr.
00:00:25: Wolfgang CG von Meisner, Hausarzt in Bayersbronn und Vorstandsmitglied des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Baden-Württemberg über Delegation und Digitalisierung in der Hausarzpraxis Asynchronisarbeiten mit dem Praxisteam das fehlende Berufsgesetz für Physician Assistance Und eine Plattform für die Patientensteuerung zwischen Haus und Fachärzten.
00:00:48: Professor Dr.
00:00:49: Wolfgang C.G von Meisner ist Facharzt für Anästhesiologie und Allgemeinmedizin, und arbeitet seit den Hausärzten am Spritzenhaus in Bayers-Bronn.
00:01:01: Seit dem Jahr ist der Professor für Physician Assistance an der CBS University of Applied Sciences in Köln.
00:01:08: Im Vorstand des Landesverbands ist er als kooptiertes Mitglied für die Digitalisierung zuständig.
00:01:14: Beim dritten Kongress der Physician Assistants sind Wuppertal sprach er auf der Hauptbühne über Delegation und Digitalisierung.
00:01:23: Die Hausärzte am Spritzenhaus in Bayersbronn sind eine Praxisgemeinschaft aus zwei inhabergeführten Berufsausübungsgemeinschafen mit sieben Ärztinnen und Ärzten und vierzehn medizinischen Fachangestellten.
00:01:36: Physician Assistants arbeiten dort unter ärztlicher Supervision, die Praxis ist akademische Lehrpraxis der Universitäten Heidelberg und Tübingen.
00:01:45: Daten aus der Praxis sind in die Potenzialanalyse der Bertelsmann-Stiftung zu Delegation und Digitalisierung in der hausärztlichen Versorgung eingeflossen.
00:02:00: Sehr geehrter Professor Doktor von Meißner, schön dass Sie Zeit für den Einblick podcast finden!
00:02:06: Sie waren beim dritten Kongress für Physischen Assistenz.
00:02:10: was haben sie denn so mitgenommen?
00:02:11: Und was haben Sie denen mitgebracht?
00:02:13: Mitgenommen habe ich ganz viel... Aufbruch für das Berufsbild des PA.
00:02:19: Wir entwickeln uns hier gemeinsam weiter, die Ärzte und die PAs ganz konkret im hausärztlichen Setting weg von nur monosymptomatischen einfachen Fällen hin zu einer longitudinalen Betreuung von hochkomplexen Patienten zusammen mit den Ärztinnen und Ärzten.
00:02:39: Und was ich mitgebracht habe sind Teile von Tools und Innovationen, die wir eben benötigen um dafür auch eine richtige Governance Struktur aufzubauen.
00:02:52: Denn wenn jeder irgendwie das Richtige tut aber der andere nicht weiß was getan wurde dann haben wir einfach nur Chaos, zumindest digitalisieren oder digitales Chaos.
00:03:02: Was wir brauchen sind klare Zuständigkeiten und da können wir aus der Digitalisierung auch ganz viel übertragen auf die Delegation nämlich In the Loop, On The Loop, Above The Loop.
00:03:14: Also diese Kontrolle die wir bei der KI ja auch machen müssen funktioniert auf wunderbar im delegativen Bereich.
00:03:20: Sie haben auf der Hauptbühne gesagt Digitalisierung und Delegation zusammen ist gut.
00:03:27: Eines von beiden alleine würde nicht ausreichen.
00:03:30: würden sie unseren Hörerinnen das nochmal ein bisschen näher erläutern?
00:03:35: Wenn ich digitalisiere dann kann in verschiedenen Ebenen machen.
00:03:42: Ich kann einmal meine Eingangskanäle anschauen und gucken, wie ich die alle in einen bringe und dann vielleicht das Daraus ein Ticketsystem mache.
00:03:52: aber das Entscheidende ist nachher dass ich den richtigen Patienten zur richtigen Zeit in der richtigen Versorgungsebene beim richtig qualifizierten Behandler habe in einer Kombination aus digital und delegativ.
00:04:07: Wenn nachher jede Watte-Schlangenaufgabe bei mir auf dem digitalen Posteingang landet, dann habe ich keine Zeit gewonnen.
00:04:15: Und genau dort müssen wir hinkommen!
00:04:17: Wir können auch noch einen Schritt weitergehen wenn wir sagen die Digitalisierung zusammen mit der Delegation ermöglicht uns... Asynchronis arbeiten.
00:04:26: Wenn wir wegkommen von dieser Gleichzeitigkeit, zum Beispiel Videosprechstunde da muss gleichzeitig ein Arzt oder ein PA mit den Patienten im gleichen digitalen Raum sein.
00:04:37: viel besser funktioniert es natürlich wenn ich einen Chat verwende und Bilder- oder Video Sequenzen dabei habe und dann kann auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sagen das Bild ist noch nicht scharf genug bitte nochmal eins machen und anschicken und am Schluss muss unter Umständen der Arzt ja nur eine Entscheidung treffen die eben digital von verschiedenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch schrittweise vorbereitet wurde.
00:05:14: Na
00:05:23: prinzipiell ganz einfach, wie im Praxisteam auch.
00:05:27: Immer wenn etwas digital einfacher und schneller funktioniert dann kann ich erfolgreich ein neues Tool oder neuen Prozess einführen.
00:05:36: Und?
00:05:37: Ich muss die Dinge end zu Ende denken!
00:05:40: Wenn ich also nur einen Teilprozessstritt digitalisiere, zum Beispiel das Telefon und daraus wird dann ein Transkit.
00:05:48: Und das liegt dann in irgendeinem Ordner aber es entsteht keine Folgehandlung daraus, also keine Vorbereitung von einem ... Rezept oder von der Überweisung.
00:05:56: Dann mache ich mir unter Umständen digital nur mehr Arbeit, also ich muss wirklich in Prozessen denken, in besseren Prozessendenken und wenn die für die Patientinnen und Patienten und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einfacher und stellers sind dann gelingt auch Digitalisierung.
00:06:11: Sie erweitern nach Freudenstadt, sie nennen es auch Happy-Stadt weil sie sind Teil dieses Projekts über das wir schon öfters berichtet und auch Interviews geführt haben.
00:06:20: Was bringt es voran?
00:06:22: Und was sind so die Dinge diese dort in Freuden Stadt dann schon besser anwenden als an ihrem stammensitz?
00:06:29: Also noch sind wir in der Planung und Projektivphase für eine tatsächlich hoch moderne Praxis im Freudenstadt Happy Town.
00:06:39: Sie wird dort am neuen Spritzenhaus stehen, also die Hausärzte am neuen Spritzenhaus in Happy Town schöne Wortspiele aneinander gereiht.
00:06:48: Wir haben jetzt noch ein gutes Jahrzeit um bei uns in Bayer-Sporn die schon digitalen Schritte auch weiter zu digitalisieren der neuen Praxis mit der digitalsten Praxis Deutschlands dann zu starten.
00:07:03: Da gibt es auch nicht das aber ein München!
00:07:06: Ja, also den Kollegen Sophie kenne ich sehr gut.
00:07:09: Wir besuchen uns gegenseitig und ja wir beflügeln uns auch gegenseiteg.
00:07:16: Er wird
00:07:17: auch nachziehen bei einigen Dingen da bin ich mir sicher und ich besuche ihn demnächst auch wieder und werde mir wieder Dinge abschauen.
00:07:22: Wir haben ein sehr gutes kollegiales Verhältnis und auch da muss man sagen singen sie auch diese Konkretse ist so wichtig wie jetzt hier in Wuppertal den DGPA-Konkreis.
00:07:32: nichts kann analoge bändschliche Zeit ersetzen.
00:07:35: das geht Einmal natürlich im Arzt-Patientenverhältnis mit meinen Patienten.
00:07:39: Wir machen ja viel Digitalisierung und auch delegative Prozesse, damit ich die hochkomplexsten Fälle selber und persönlich sehen kann.
00:07:47: Aber auch im kollegialen Austausch gilt genau das Gleiche.
00:07:50: Wenn ich Zeit habe den Kollegen zu besuchen und mal ein Tag zu hospitieren dann hab' ich vieles richtig gemacht.
00:07:56: Beim Kongress wurde aufgesagt.
00:07:58: die Demografie Es ist entscheidend, aber durch Elegation und Digitalisierung könnte man das.
00:08:05: Schaffenswurde gesprochen, dass in bestimmten rändlichen Regionen sogar eine Versorgung von bis zu hundertzehn Prozent dadurch realisiert werden könnte.
00:08:13: Was ist Ihre Meinung dazu?
00:08:14: Kann es klappen?
00:08:16: Also ich weiß, dass es klapp'n kann denn wir waren erteilt ISA!
00:08:21: Von Ihnen sicherlich hier gemeinten Bertelsmann-Studie.
00:08:25: Die Potenzialanalyse der Bertelsman Stiftung hat ja einen großen Teil der Daten aus unserer Praxis, wir haben da buchstäblich die Hosen runtergelassen und gemeinsam mit Optimitis, der Dr.
00:08:38: Hildebrandt habe ich Studier hier auf dem Kongress auch vorgestellt haben wir analysiert, wie unser Iststand ist.
00:08:44: Und er ist schon gut und haben trotzdem gesehen, wie man denn auch da extrapolieren kann in die Zukunft?
00:08:52: Das überraschende Erstaunliche für mich ist tatsächlich wenn wir die Praxen auf unser Niveau bekommen oder ein ähnliches Niveaux und dann noch mehr in Digitalisierung und Delegation investieren, können wir diese zukünftigen Herausforderungen meistern!
00:09:10: Es wird funktionieren, wir können die Patientenversorgung aufrechterhalten.
00:09:15: Sie wird anders sein, der richtige Patient muss zur richtigen Seite in der richtigen Ebene beim richtig qualifizierten Behandler sein.
00:09:21: ein monosymptomatischer Infektpatient wird eben nicht zum Arzt gehen Und vielleicht gar nicht in die Praxis kommen, sondern wird dann Telemedizin ist.
00:09:31: Vielleicht auch wieder Assykronen durch einen PA mitbetreut und ich als Arzt muss eben dafür die Verantwortung übernehmen.
00:09:39: Dafür brauche ich alle diese genannten Tools und Einrichtungen und Stationen und Governance Regeln damit ich eben in meiner Praxis auch mitbekomme was dort digital und delegativ läuft und ich am Schluss die Verantwortung dafür für jeden einzelnen Behandlungsfall übernehmen kann.
00:09:56: Der nächste Kongress der Physician Assistants in Berlin dann im Motorenwerk, der hat ja den Untertitel, wir sind bereit für das Gesetz.
00:10:05: Sie hatten viele Dinge erwähnt hier beim Kongresswort oft von Vertrauen gesprochen weil es eben keine Regulature gibt.
00:10:11: die Vorsitzende der DGPA Daria Hunfeldt hat ja auch exzit gebeten dass der Gesetzgeber jetzt dort Dinge vorlegen soll.
00:10:20: was fehlt ihnen da am meisten?
00:10:22: und glaube sie dass es innerhalb von einem Jahr auf Straße kommt dieses notwendige Gesetz.
00:10:27: Also es gibt tatsächlich verschiedene Ebenen.
00:10:29: Einmal ist das Berufsgesetz notwendig, damit wir einen regulierten Beruf haben mit einer einheitlichen Prüfung in der Prüfungsordnung.
00:10:37: Damit wir wissen wenn PA draufsteht auch was tatsächlich drin ist?
00:10:42: Dann müsste
00:10:43: er also nicht bayerischer oder ökos-hessischer... Nein!
00:10:46: Das ist so wie eine medizinische Staatsexamen.
00:10:48: Sie möchten ja auch einen Arzt haben bei dem sie sich darauf verlassen können dass er die Grundlagen grundsätzlich verstanden hat.
00:10:55: und da haben wir natürlich noch Bundesfeld an Hochschulen, wir haben mittlerweile ja mehr Studienorte als medizinische Fakultäten und auch da brauchen wir eine Vereinheitlichung.
00:11:06: Da gibt es gute erste Ansätze mit dem Papier der Bundesärztekammer das Vorgaben gibt wie an unserer Hochschule.
00:11:13: ich habe eine Professorin des CBS in Köln.
00:11:15: Wir setzen das jetzt eins zu eins um Auch nach entsprechender Kritik durch die DGPA.
00:11:21: Wir haben uns dafür auch freiwillig committed aber Ja!
00:11:26: Und es muss auch noch weitergehen.
00:11:28: PAs sind ja mit ihrem Bachelorabschluss dann nicht fertig, also müssen die Masterstudiengänge weiterentwickeln von Seiten der Hochschulen auf für die entsprechenden Spezialisierungen und dann brauchen wir natürlich auch lebenslanges Lernen im Sinne Fortbildungen.
00:11:43: Und da war ich hier sehr zufrieden auch mit den Akteuren und teilweise richtigen Schwergewichten auf der Bühne, auf dem Kongress die laut darüber nachgedacht haben dass man ja die PAs als Teil des ärztlichen Teams in die Ärztekammern mit aufnehmen könnte und dann dort ähnlich der ärztliche Fortbildung die Fortbildung über Punkte zum Beispiel regulieren könnte.
00:12:06: Dann ist eben noch das große Problem tatsächlich die Berufsausübung der Delegationsrahmen, die rechtlichen Voraussetzungen.
00:12:14: Wir bei uns im Hausärztinnen- und Hausärzteverband erarbeiten aktuell gemeinsam mit der Universität Heidelberg SOPs, also Standard Operating Procedures für den Einsatz von PAs in unseren Happypraxen.
00:12:27: Wir werden nächstes Jahr in Baden-Württemberg den dreistelligen Bereich erreichen.
00:12:31: Also wir werden dann hundert Happy-Braksen haben und haben damit auch schon eine wirklich gute Flächendeckung in Baden-Württemberg, aber das ist nur der Anfang.
00:12:39: es soll natürlich weitergehen.
00:12:41: Da noch ein Stichwort Sie wollen als Hausärztin und Hausärzteverband ja auch ne Plattform lauschen?
00:12:47: Haben sie da nur zwei drei Stichworte für unsere Hörerinnen?
00:12:50: Ganz wichtig wissen wir aus unserem Happy Netzwerk Wittenberg wird schon immer die Verbindung aus Hausarzt und Verharz vertreten, dass wir am besten die Steuerung... die Patientensteuerung, die jetzt im Rahmen der Premierversorgungszentren ja auch notwendig ist.
00:13:09: Dass sie am besten in ärztlicher Hand haben.
00:13:12: Denn wir in unseren Praxen kennen den Kontext.
00:13:15: Wir kennen die Patienten und das Lebensumfeld.
00:13:17: Wir wissen wo die arbeiten, welche Diagnosen die haben, welche Laborwerte die haben.
00:13:21: Und wenn Sie sich jetzt auch digital bei unserer Praxis melden dann können wir natürlich diese erste Einschätzung am Besten durchführen und damit wir dort natürlich auch die Patienten Fallabschließen in der Hausarztpraxis versorgen können, manchmal auch nicht wollen.
00:13:38: Oft ist es notwendig, dass dort Fachexpertise natürlich dann noch dran gehängt wird.
00:13:43: Genau dafür brauchen wir eine Blattform-Lösung, dass wir vor allem diese Hausarzte, Facharztvermittlungen aus ärztlicher Hand und aus der Ärzteschaft heraus durchführen können.
00:13:53: Es laufen sehr viele vielversprechende Gespräche mit den Fachartsverbänden genau zu diesem Thema.
00:13:59: Herr Prof.
00:14:00: Dr.
00:14:00: von Meißen, ich danke für das Gespräch!
00:14:09: Wir hoffen, dass Ihnen diese Ausgabe von Einblick nachgefragt gefallen hat.
00:14:13: Bitte schicken Sie uns gerne Anregungen und Fragen an.
00:14:16: Gesundheitsmanagement atberlin-chemie.de.
00:14:21: Sie finden unsere Kontaktdaten auch in den Shownotes!
00:14:37: Alles im Netz unter gesundheitsmanagement.berlin-chemie.de.