EinBlick – Der Podcast

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00:00:00: Einblick nachgefragt.

00:00:05: Willkommen bei Einblick

00:00:06: Nachgefragt, dem Podcast mit Interviews und Gesprächen zum Gesundheitswesen vom Gesundheitsmanagement der Berlin Chemie!

00:00:26: Fachjournalist und Einblickredakteur Christoph Nitz spricht mit Dr.

00:00:29: Janker Schulte-Michels beim VFA zuständig für Versorgungspolitik.

00:00:34: Im Fokus steht die Frage, ob der EU-Safeheartsplan eine echte Trendwende bei Herzkreislauferkrankungen einleiten kann.

00:00:42: Das Gespräch beleuchtet die Defizite der deutschen Checkup-Untersuchungen, den wirtschaftlichen Nutzen von Prävention und Impfungen.

00:00:50: Die Versorgungslücken bei Adipositas sowie die Chancen der elektronischen Patientenakte.

00:00:56: Dr.

00:00:57: Janka Schulte-Michels ist Apothekerin, promoviert an der Universität Bonn und beim Verband forschender Arzneimittelhersteller VFA für Versorgungspolitik zuständig.

00:01:07: Vor ihrem Wechsel in dem Verband arbeitete sie in einer Bundesoberbehörde.

00:01:12: Sie kennt die Arzneimittelversorgung damit aus drei Perspektiven.

00:01:16: Aus der Apotheke, aus der Regulierung und aus Sicht der Forschendenhersteller.

00:01:21: Ihre Zuständigkeit beim VFA ist eine Querschnittsaufgabe – sie reicht von der Arzneimetrtherapiesicherheit bis zu den Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung.

00:01:32: Der VFA ist der Verband der Forschenden Pharmaunternehmen in Deutschland und vertritt die Interessen von fünfzig weltweit führenden Herstellern sowie rund neunzig Tochter- und Schwesterfirmen, in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik.

00:01:46: Die Mitgliedsunternehmen stehen für mehr als die Hälfte des deutschen Arzneimittelmarktes.

00:01:51: um Beschäftigen hierzulande rund einhunderttausend Menschen.

00:01:55: Im EU-Safeheartsplan sieht er verbannt eine große Chance für die Herzgesundheit in Deutschland.

00:02:06: Guten Tag Frau Dr.

00:02:07: Schulte-Michels, ich freue mich, dass Sie Zeit für den Einblick Podcast finden.

00:02:11: Schön guten Morgen Händitz!

00:02:12: Vielen Dank für die Einladung und ich freu mich dabei zu sein.

00:02:15: Wir wollen über den EU Safe Hearts Plan sprechen.

00:02:20: hierzulande sind Herzkreislauferkrankungen weiterhin wie auch im restlichen Europa die häufigste Todesursache.

00:02:28: Ihrer Meinung nach kann der EU Safe Heart Plan eine echte Trendwende einleiten?

00:02:33: Ja, ich denke hier muss man vorne weg einmal sagen.

00:02:36: Also der Plan als solcher hat ja erst mal keine direkte bindende Wirkung auf die einzelnen Mitgliedstaaten aber er umfasst insgesamt zehn Leitinitiativen von der Primärprävention bis zur Forschungsförderung von denen Einzelne einen direkten Einfluss haben können.

00:02:54: also beispielsweise soll eine soll die Rechtsvorschrift zur Eindämmung des Tabak-Konsums modernisiert werden und das kann dann in der Umsetzung der Länder einen direkten Einfluss entfalten.

00:03:06: Auf der anderen Seite haben wir auch Initiativen wie ein EU-Protokoll für Herzkreislauf-Checkups, um eine einheitliche Untersuchung zu gewährleisten Und diese wird nicht bindend sein.

00:03:18: Damit kann es die Mitglieder zwar unterstützen, aber es ist eben nicht zwingend so, dass diese angenommen oder umgesetzt werden müssen.

00:03:25: und nichtsdestotrotz der EU-Safe-Heartsplan ist erstmal das erste umfassende Strategieansatz zur Bekämpfung kardiovaskulärer Erkrankungen und kann damit auch ein enormes gesundheitliches Potenzial entfalten.

00:03:39: Und in Zukunft ist er dadurch, dass er schon mit Mitgliedstaaten fachlichen, also mit Fachgesellschaften und auch mit weiteren Stakeholdern aus dem Gesundheitswesen schon einen breiten, fachlichen und politischen Konsens widerspiegelt.

00:03:53: Was natürlich die Stärke dieses Plans unterstreicht.

00:03:58: Das politische Momentum... Wird er dann oder schafft er dadurch, dass die Mitgliedsstaaten eben die Möglichkeit angeboten wird Prävention, Frühjerkennung und Versorgung von Herzkreislauferkrankungen zu stärken?

00:04:11: Und einheitlicher zu gestalten ohne dabei den nationalen Kompetenzen einzuschränken.

00:04:16: Das kann auch für Deutschland ein großes Potenzial sein das unbedingt genutzt werden sollte.

00:04:21: Sie haben das Stichwort genannt Prävention.

00:04:23: Deutschland altert die chronischen Erkrankungen, nehmen Zug, gab es gerade eine Meldung dazu und auch die Kosten im System wachsen an.

00:04:30: Sind sie der Meinung dass in einer stärkeren Prävenzion gerade eben auch bei Herz-Kreislauferkrankungen ein entscheidender Hebel für ein zukunftsfähiges deutsches Gesundheitssystem liegt?

00:04:41: Also aus meiner Sicht ja und Sie haben schon gesagt die Krankheitslast steigt, die Bevölkerung altert Und damit steigen eben auch die Kosten.

00:04:49: Und im dritten Punkt würde ich hier noch ergänzen wollen, die Einnahmen sinken zeitgleich da ältere Personen von der Erwerbstätigkeit in die Rente übergehen und dadurch in aller Regel niedrigere Beiträge zur Krankenversicherung zahlen.

00:05:02: Aus diesen Faktoren entsteht ein steigender Druck für das Gesundheitssystem Und es wird immer notwendiger, hier systemische Änderungen zu etablieren um die Versorgung langfristig finanzierbar zu halten.

00:05:17: Um Prävention kann eine derartige systemische Veränderung sein.

00:05:21: Die Verhinderung von Krankheiten, die frühe Erkennung und die Therapien nach wissenschaftlichen Konsens bis zur konsequenten Zielwerderreichung das sind auch Maßnahmen die potenziell langfristigen Kosten reduzieren können.

00:05:33: also Ich würde es ein bisschen anders formulieren.

00:05:36: Prävention ist vielleicht nicht der eine entscheidende Hebel, aber einer der entscheidenden Hebel für einen zukunftsfähigen Gelobtheitssystem.

00:05:44: Kommen wir nochmal zurück zum EU-Plan.

00:05:46: Sie sagten ja auch, dass dadurch mehr Kontrollen von Blutdruckblutzucker und Blutfetten vorgesehen sind.

00:05:53: Und deshalb meine Frage brauchen wir in Deutschland vielleicht sogar jährliche Checkups oder auch eine systematische Erfassung des wichtigen LDL-Kolesterinwärts?

00:06:02: Ja, also vieles ist im Safe Hearts Plan ja bereits sehr konkret formuliert und sollte aus Sicht des VFA auch so in der nationalen Umsetzung berücksichtigt werden.

00:06:12: Und darunter fallen eben auch diese jährlichen Checkup-Untersuchungen für Erwachsene ab sechsundzwanzig Jahren.

00:06:19: In Deutschland ist das zurzeit ja noch ein bisschen anders geregelt.

00:06:22: Ich werde da gleich kurz darauf eingehen.

00:06:25: Ich glaube, dass es insgesamt drei Probleme gibt in den heutigen Checkup-Untersuchungen wie sie in Deutschland stattfinden bzw.

00:06:33: Unterschiede zu den Vorschlägen des Safe Hearts Plans die damit eben angegangen und verbessert werden könnten.

00:06:38: also zum einen haben wir die Frequenz der Checkups Untersuchung in Deutschland.

00:06:43: Im Moment ist es so, dass der GBA empfiehlt zwischen achtzehn und fünfunddreißig Jahre eine einmalige Untersuchung zu gewährleisten.

00:06:52: Und anschließend ab dem fünfund dreißigsten Lebensjahr alle drei Jahre.

00:06:55: Das heißt hier steht schon eine deutliche Diskrepanz zu den Empfehlungen des Safe Hearts Plans die eben davon spricht jede Person ab dem sechsenzwanzigsten lebensjahr mindestens auf die drei wichtigsten Marker sprich den Blutdruck die Blutwertwerte und auch den Blutgokosespiegel jährlich untersuchen zu lassen.

00:07:16: Zweitens werden in der Richtlinie des GBAs nicht alle Marker erfasst, also es wird nur ein sehr kleines Spektrum empfohlen.

00:07:25: Bei Personen unter thirty-five Jahren wird das Blut auch nur bei bestimmten Verdachtsmomenten überhaupt mit untersucht.

00:07:32: Das heißt wichtige Marker wie der LDLC Wert werden hier gar nicht erfasst und auch bei Personen über thirty- five Jahre werden eben einschlägige Marker für die Erkennung von Lebanieren oder auch Herzinsuffizienz nicht berücksichtigt.

00:07:47: Und das dritte Problem sind die niedrigen Teilnahmequoten, d.h.

00:07:51: laut RKI sind im Jahr ... ... bei ... ... zwanzig-vierundzwanzig nur circa fünfzig Prozent der berechtigten Personen überhaupt zu den Checkup-Untersuchungen gegangen.

00:07:59: D.h.,

00:08:00: hier ergibt sich eine Diskrepanz durch die Frequenz wie bei uns sowieso schon niedriger ist, durch das Alter und dann noch eine weitere durch die niedrigen Teilnahmequoten.

00:08:10: Und für alle drei Probleme bietet der Safe Hearts Plan Ansätze um diese zu lösen, die eben auch in Deutschland in der Debatte Einfluss finden könnten.

00:08:20: also konkret sollen eben die ab ab sechsundzwanzig Jahre jährlich die wichtigsten Marker, also Blutdruck, Blutfettwerte und Blutzucker bestimmt werden.

00:08:29: Dann soll ein EU-Protokoll erstellt werden, welches eine einheitliche Checkup-Untersuchung ermöglicht, die dann auch die wichtigste Marke zu lebanieren und Herzinsuffizienz mit abdecken sollte.

00:08:41: Und mit der Kampagne New Your Numbers soll die EU Bevölkerung auf die hohe Relevanz der eigenen Werte für die eigene Herzgesundheit sensibilisiert werden, wodurch dann hoffentlich auch die Teilnahmequoten entsprechend gesteigert werden können.

00:08:56: Und LDLC – das hatten Sie kurz angesprochen – ist ja einer der wichtigsten Marker für die Erkennung von Fettstoffwechselstörungen.

00:09:05: Für Erwachsene sollte er nach Vorstellungen der EU eben jährlich bestimmt werden und dass schon im früheren Lebensalter als es bei uns der Fall ist.

00:09:12: LDLC kann aber auch einen wichtigen Hinweis auf genetisch bedingte Stoffwechselstörungen geben und daher würden wir dazu raten, diesen Wert bereits einmalig bei Kindern im Rahmen der U-Untersuchung mitzubestimmen.

00:09:27: Übrigens genauso wie die Früherkennung des Typ I Diabetes ebenfalls in die U-Untersuchung eingeschlossen werden sollte um diese Erkrankung schon frühstmöglich zu Monitoren zu können und diese auch frühstmöglich dann eben in die Behandlung zu bringen.

00:09:43: Wir hätten jetzt viel Präventionsmaßnahmen, die man häufiger wahrnehmen sollte, die ja auch häufiger quasi von Kassen bezahlt werden sollen.

00:09:50: Ich glaube, die Blutwerte werden.

00:09:52: nur im mehrjährigen Rhythmus werden solche Untersuchungen bezahlt.

00:09:56: Prävention erscheint auch in vielen Debatten immer noch als eine zusätzliche lästige Aufgabe.

00:10:01: Sehen Sie als VFA und sehen Sie Frau Dr.

00:10:04: Schulte-Michels, da aber eine wichtige Investition die unser Gesundheitssystem an Audi Wirtschaft langfristig entlasten könnte?

00:10:12: Also das stellen wir als Verband auch fest dass die Ausgaben erstmal sehr prominent platziert werden und der eigentliche Mehrwert dahinter leider häufig in den Schatten gerät Und erschreckenderweise wurden ja auch jetzt im Rahmen der Regelungen rund um das Beitragssatztabilisierungsgesetz wieder Regelung getroffen, die Präventionsleistungen potentiell einschränken können und auch die Versorgung mit Impfstoffen beeinflussen können in der Zukunft.

00:10:41: Das ist aus unserer Sicht kein sehr nachhaltiges Vorgehen denn in vielen Fällen sind präventive Maßnahmen eben günstiger als die benötigte Behandlung im Krankheitsfall und die frühe Therapie auch günstige als ein Eingreifen wenn sich die Krankheit und deren Folgen bereits manifestiert haben.

00:10:59: Prävention kann also Geld sparen, während die Gesundheit der Bevölkerung davon noch profitiert.

00:11:06: Und in Deutschland gibt es nur verhältnismäßig schlechte Daten an denen sich das zeigen ließe.

00:11:11: aber es gibt beispielsweise eine Studie aus Japan nach der der Return of Invest von Grippe-Impfungen von älteren Personen bei eins zu drei um zwanzig liegt.

00:11:22: Und in UK konnte gezeigt werden, dass wenn alle Personen die mindestens eine Grunderkrankung aufweisen also beispielsweise Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte oder einen Diabetes.

00:11:34: Wenn diese frühzeitig durch Screenings identifiziert werden können und anschließend frühzeitig leitliniengerecht behandelt werden das dann über twenty fünf Jahre knapp seventy Milliarden Pounds eingespart werden könnten.

00:11:50: Präventionsmaßnahmen, die tatsächlich Kosten verursachen.

00:11:53: Wenn wir uns jetzt Verhältnispräventive Maßnahmen anschauen, dann verursachten die ja häufig überhaupt keine direkten Kosten.

00:12:00: Das heißt beispielsweise die Quick-Wins der WHO zur Reduktion der Sterblichkeit durch Herzkreislauferkrankungen wird als eine der ersten Maßnahmen, die Erhöhung des Tabaksteuer angeführt, wie dem Fiskus noch positiv zugutekommen würde und nachweislich innerhalb von fünf Jahren die Sterblichkeit durch Heizkreislauferkrankungen senken kann.

00:12:22: Das heißt, auch wenn es in Deutschland schwierig ist den monetären Gewinn für Prävention zuverlässig zu bestimmen sehen wir das in anderen Ländern durchaus.

00:12:32: ökonomische Daten dafür vorliegen Und ein Gewinn Für Die Gesellschaft haben Wir ja so oder So Denn eine niedrigere Krankheitslast bedeutet Auch Eine höhere Lebensqualität und Davon hat Jeder Einzelne aus.

00:12:44: Aber immerhin, man sieht ja viele mit Ringen und mit Apple Watches herumlaufen.

00:12:49: Also es ist ja insgesamt in der Bevölkerung auch schon ein Wille sich gesünder und präventiv mit der Gesundheit zu befassen.

00:12:57: Kommt zum wenn auffälliger Befund vorliegt verhindert das ja an sich noch zum Beispiel kein Herz infarkt weil man hat ja oftmals Ein Erkenntnis-Thema, aber macht da nichts.

00:13:09: Müssten wir Prävention, Früherkennung und auch Behandlung stärker als einen durchgängigen Versorgungspfad denken?

00:13:17: Das ist sicherlich sehr wichtig.

00:13:20: ja also der reine Wissen um Risikofaktoren macht niemandem gesund.

00:13:24: Der hohe Blutdruck muss gesenkt werden erhöhte Blutzuckerwerte müssen behandelt werden.

00:13:29: Also entscheidend ist das auffällige befundet tatsächlich auch instrukturierte Versorgungen überführt werden Und dafür müssen Gesundheitschecks mit Beratung, medikamentösen Therapie aber auch mit Lebensstilinterventionen und einer kontinuierlichen Nachsorge verknüpft werden um wirklich das volle gesundheitliche und ökonomische Potenzial zu entfalten.

00:13:51: Das gilt im Übrigen genauso wie Sie gerade sagten für die Daten aus Variables oder auch für Blutdruckschecks und Präventionsangebote die aus der Apotheker herausgeleistet werden.

00:14:01: Diese Daten müssen perspektivisch besser früher als später in die EPA aufgenommen werden und es muss auch klar definiert werden, wer für die Weiterbehandlung zuständig ist wie mit derartigen Werten umgegangen wird.

00:14:16: Um eben auch die Weiter Behandlungen hier zu gewährleisten.

00:14:20: Das heißt Prävention darf nicht mit dem Diagnose enden sondern muss eben eine medikamentöse Sekundärprävention übergehen und in eine kontinuierliche Versorgung übergeleitet werden.

00:14:33: Und diese muss dann auch beinhalten, dass wir hier von einer stringenten Zielwertbehandlung sprechen.

00:14:40: Also gerade Patientinnen, die aufgrund ihrer Werte oder ihrer Krankengeschichte zur Hochrisikogruppe zählen beispielsweise durch erhöhte Blutferdwerte und damit ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse aufweisen, die erreichen nur zu ca.

00:14:57: zwanzig Prozent der folgenden Zielwerte für ihre Blutfette.

00:15:02: Das heißt hier muss es also zum Konsens werden aber das auch die Therapieeskalation notwendig und richtig ist und dass auch aus wirtschaftlicher Perspektive notwendig oder richtig ist weil eben die Folgeerkrankung einer eskalierten Erkrankung deutlich teurer ist.

00:15:18: Ja chronisch Erkrankungen steigen an, disease management Programme sollen chronisch erkrankten helfen indem sie strukturiert begleiten.

00:15:29: Die kommen aber nicht immer in der Versorgung an.

00:15:31: Wir haben auch ein Umsetzungsproblem bei den digitalen Gesundheitsanwendungen DIGA die dann verschrieben werden aber dann nicht eingelöst und auch die Krankenkassen sind nicht wirklich überzeugt von den Digar.

00:15:47: Brauchen wir hier in der Umsetzung für diese chronisch erkrankten, vielleicht verbindliche Fristen oder auch klarere Zuständigkeiten?

00:15:55: Ja, also um vielleicht erstmal auf die Disease Management Programme einzugehen.

00:15:59: Die sind ja wirklich ein toller Fortschritt für chronisch erkrankte Personen ursprünglich entwickelt, um hier interdisziplinäre Versorgung zu gewährleisten nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntlissen und auch einen klaren Versorgungsfahrt vorzugeben in dem sich chronische Erkrankte tatsächlich wiederfinden und eine kontinuierliche Behandlung ermöglicht wird.

00:16:21: Wenn die umgesetzt werden, dann können sie auch tatsächlich nachweislich Krankenhauseinweisungen verhindern.

00:16:26: Sie verhinderen Komplikationen und bieten einen Mehrwert für die Erkrankten aber es hapert eben an der Umsetzung.

00:16:35: Das heißt beispielsweise für die Adipositas hat der GBA bereits vor Jahren ein DMP entwickelt.

00:16:41: Es kommt aber bisher nicht zum Einsatz weil die Einigung zwischen den Kastenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen bezüglich der Vergütung auf regionaler Ebene fehlt Und dadurch fehlt es eben auch an einer systematischen Behandlung für die Betroffenen.

00:16:54: In diesem Fall ist das besonders gravierend, denn es fehlt nicht nur der Behandlungsfahrt, sondern es fehlt auch die Erstattungsfähigkeit für bestimmte Therapieinhalte.

00:17:03: Also eine Ernährungstherapie oder auch die multimodale Verhaltenstherapie wird in manchen Fällen von Inkassenbezuschuss andere bezahlen hier praktisch gar nichts und eine vollständige Übernahme für Adipositasbetroffene erfolgt in der Regel überhaupt nicht.

00:17:18: Das heißt, hier haben wir schon eine Lücke in der Versorgung und genauso wenig wird die medikamentöse Therapie erstattet.

00:17:25: Denn diese fällt unter § thirty-four Sozialgesetzbuch fünf.

00:17:30: Damit gilt sie als Neimittel bei der die Erhöhung der Lebensqualität im Mittelpunkt steht Und Adipositas wird damit auch weiterhin vom Sozialgesetz Buch als Erkrankungen nicht ernst genommen.

00:17:43: Daher braucht es mit Bezug auf die Behandlung der Adipositas und auch mit Blick auf die DMPs.

00:17:51: Zwei Ansätze, also einmal brauchen wir die verpflichtende Umsetzung, auch in die Versorgung der DMP ist innerhalb eines zeitlich definierten Rahmens.

00:18:00: Und zum zweiten sollten wir uns ehrlich machen was eine Diskussion über einer Anpassung des Lifestyle-Paragraphen angeht um hier Erkrankten auch tatsächlich eine medikamentöse Therapie zu ermöglichen.

00:18:12: Denn Sie vielleicht noch einen Satz zu den DIGA sagen könnten, die ja ursprünglich unter dem damaligen Gesundheitsminister Spahn als ein weltweites Pionierprojekt anliefen.

00:18:24: Die könnten doch eigentlich auch nochmal in diesen Präventionsthemen durchaus eine Rolle spielen?

00:18:30: Das könnten sie für die Erkrankungen jetzt im Safe Hearts Plan diskutiert werden, gibt es aber nur durchaus begrenzte Möglichkeiten um diese mit DIGA zu behandeln.

00:18:43: Und was wir immer mehr sehen, DIGAs hatten zwar eine steile Erfolgskurve wie sie aber vorhin auch schon kurz anklingen lassen haben.

00:18:54: die Krankenkassen sind nicht begeistert von diesem Konzept.

00:18:58: Sie sehen lediglich dort auch wieder die Kosten.

00:19:01: das heißt DIGAS werden systemisch relativ schlecht bezahlt, wodurch die Neuzulassung auch zurückgehen und eine echte Versorgung hier wenig stattfinden kann.

00:19:16: Das neue Gesetz für digitale Innovationen im Gesundheitswesen hat jetzt auch noch mal klargestellt dass auch Monitoring DIGA in der Erstattung der GKV berücksichtigt werden sollen.

00:19:32: De facto wird es aber an den Praxisproblemen, dass es keine einzige Monitoring-Diga bisher in die Listung des B-Farms geschafft hat.

00:19:41: Nichts ändern!

00:19:42: Das heißt auch hier müssen wir denke ich nochmal einen Schritt zurückgeben und schauen was das Ziel sein soll und danach dann auch die Regularien sowohl beim B- Farm als auch in der Erstattung von DIGA entsprechend anzupassen um ja ein echter Mehrwert für die Bevölkerung zu schaffen.

00:19:59: Zum Ende.

00:20:00: Herzgesundheit entscheidet sich natürlich nicht nur, wenn man die Arztpraxis aufsucht sondern wirksame Prävention müsste ja eigentlich eine gemeinsame Aufgabe von Politik, Wissenschaft und auch der Gesellschaft selber sein.

00:20:14: Glauben Sie dass die steigende Verbreitung der elektronischen Patienten-Akte EPA Und auch der geplante digitale Impfpass da helfen können in diesem Prozess?

00:20:24: Ja also Herzgesundheit entscheidet sich nicht allein in der Arztpraxis.

00:20:29: Die fängt auch dort nicht an, also die Grundfälle für gesunde Herzen werden ja in der Kindheit gelegt mit viel Bewegung, gesunder Ernährung und einem starken Jugendschutz vor Alkohol und Tabak.

00:20:39: Wenn wir diese Ansätze jetzt zerlegen in die Themen Kita, Ernährung und Steuern auf gesundheitsschädliche Produkte.

00:20:46: Dann sind hier schon drei Ressorts involviert oder drei Ministerien.

00:20:50: Wenn wir die Feinstaubbelastungen und einen Hitzeschutz hinzunehmen kommen weitere Ressorten zu.

00:20:55: also ja wenn wir die Prävention systemisch umsetzen wollen dann betrifft das praktisch alle Politikbereiche Und die sollten natürlich im besten Falle auch Präventions als eine gemeinsame Aufgabe betrachten.

00:21:08: Das Bewusstsein ist bisher noch nicht sehr ausgeprägt, aber es steigt langsam.

00:21:12: Es ist meine Wahrnehmung und was die Digitalisierung angeht und die Chancen der EPA sind für die Prävention ein klassisches Querschnittsthema.

00:21:23: Also wir hatten eben schon ganz kurz die Monitoring-Digas.

00:21:26: Die können helfen die eigene Erkrankungen besser zu verstehen und sich damit fortlaufen zu beschäftigen Und dafür brauchen wir aber eben mehr dieser digitalen Anwendungen, die auch tatsächlich in die Versorgung gelangen.

00:21:39: Erinnerungsfunktionen in der EPA können helfen, die Teilnahmequoten zu erhöhen für Checkup-Untersuchungen, aber auch für die Krebsvorsorge und im Speziellen auch für Impfungen wo Deutschland ja durchaus vor allem bei erwachsenen Impfungen weit zurückliegt.

00:21:56: Was aber für alle diese Digitalisierungsansätze wirklich wichtig ist, sind strukturierte und umfassende Gesundheitsdaten.

00:22:03: Am besten natürlich in der EPA – das wird umso wichtiger wenn wir noch ein Stück in die Zukunft schauen und die KI-basierten Auswertungen oder auch datengestützte Erkennung von erkrankungsrisigen personalisierter Ansätze sowohl in der Behandlung als auch in der Prävention berücksichtigen wollen.

00:22:22: dann brauchen wir eben strukturiert und um fassende Daten Und dazu müssen wir die Datengrundlage schlicht verbessern.

00:22:30: Also was nicht gemessen werden kann, das kann auch nicht geändert werden und wir wollen ja in Deutschland etwas ändern.

00:22:36: Wir wollen eine bessere Prävention für unser aller Herzen!

00:22:40: Ja wenn wir es jetzt nochmal zusammenfassen wie steht der verbrannt erforschenen Arzneimittelunternehmen zum EU Safe Heart Plan?

00:22:49: Was muss Ihre Ansicht nach Die Politik jetzt, Minister Linnemann.

00:22:53: Was sind die Forderungen?

00:22:55: Was würden sie eben machen?

00:22:57: Der VfA sieht den EU-Safe Hearts Plan als wirklich große Chance der, die genutzt werden sollte um mit den Möglichkeiten, die die EU hier bietet sowohl finanziell als auch durch unterstützende gemeinsame Tools hier wirklich einen Mehrwert für die Herzgesundheit in Deutschland zu schaffen.

00:23:18: Was aus unserer Sicht besonders relevant ist, sind insbesondere die Checkup-Untersuchungen.

00:23:24: Dass diese entsprechend angepasst werden und dass das EU-Protokoll genutzt wird was noch in diesem Jahr erscheinen soll.

00:23:31: Und zum anderen, dass die niedrigen Impfquoten eingegangen werden Denn dieser Faktor wird für die Herzgesundheit nach wie vor unterschätzt und da hat Deutschland wirklich viel Potenzial zur Verbesserung um die Impfporten zu steigern und hier einen wirklich positiven Einfluss auf die Herzgesundheit der Bevölkerung zu erlangen.

00:23:53: Ja, vielen Dank Frau Dr.

00:23:54: Schülte-Michels!

00:23:55: Ich habe mich sehr gefreut mit Ihnen dieses Gesprächs zu führen.

00:23:58: Ebenso Herr Nitz, vielen dank!

00:24:03: Wir hoffen, dass Ihnen diese Ausgabe von Einblick nachgefragt

00:24:05: gefallen hat.

00:24:07: Bitte schicken Sie uns gerne Anregungen und Fragen an.

00:24:10: gesundheitsmanagement atberlin-chemie.de.

00:24:14: Sie finden unsere

00:24:15: Kontaktdaten auch

00:24:34: in den Shownauts.