EinBlick – Der Podcast

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00:00:00: Einblick der Podcast.

00:00:05: Sie hören den Einblick-Podcast, den Podcast für die tieferen und dennoch knackigen Einblick in die relevanten Ereignisse des Gesundheitswesens der vergangenen Woche vom Gesundheitsmanagement der Berlin Chemie.

00:00:18: Heute ist der dritte Juli, zwei tausendzechsundzwanzig.

00:00:21: Welche Themen standen dieser Woche im Mittelpunkt?

00:00:25: Apotheken im Wandel mehr Freiheit bei den Öffnungszeiten geplant und seit dieser Woche assistierte Telemedizin Milliarden-Sparpaket vor dem Beschluss.

00:00:35: Die Koalition einigt sich auf ihre Formpaket, den Fachärzten reicht es!

00:00:40: Hausarztprogramme auf dem Prüfstand – die Technikerkrankenkasse kündigt Verträge.

00:00:45: Eine Studie stellt Arzkontakte infrage.

00:00:49: Rekordhitze über Deutschland.

00:00:51: Der Ruf nach verbindlichem Hitzeschutz wird lauter.

00:01:00: Womit starten wir heute?

00:01:02: Apotheken sollen künftig flexibler öffnen können.

00:01:05: Eine Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums BMG senkt die Pflicht zur Dienstbereitschaft, also die Zeit in der eine Apotheke geöffnet und zur Abgabe von Arzneimitteln bereit sein muss an Werktagen auf bis zu sechs Stunden, Samstags auf bis drei.

00:01:21: Darüber hinaus entscheiden die Apotheken selbst.

00:01:24: Am zehnten Juli entscheidet der Bundesrat über die dritte Stufe der Apotheckenreform.

00:01:29: Die deutsche Stiftung Patientenschutz warnt aber vor Versorgungslücken auf dem Land.

00:01:34: Vorstand Eugen Brüsch hält mehr Flexibilität in Ballungsräumen für vertretbar.

00:01:39: Die Apothekenreform müsse die Präsenz in der Fläche aber sichern.

00:01:44: Dem Gesundheitsausschuss des Bundesrats ist das bis zu Zu-Wage.

00:01:48: Er fordert eine feste Dienstbereitschaft von sechs Stunden zwischen acht und achtzehn Uhr Montags bis Freitags.

00:01:55: Seit dem ersten Juli dürfen Apothekens schon assistierte Telemedizin anbieten.

00:02:01: Ein Schiedsspruch macht den Weg frei!

00:02:03: Das BMG beanstandete ihn nicht.

00:02:06: Das Angebot richtet sich an Menschen, die bei Videosprechstunden Hilfe brauchen oder kein passendes Gerät haben.

00:02:12: Sie können drei Leistungen abrechnen – eine strukturierte Ersteinschätzung, die Begleitung einer Videospprechstunde oder beides.

00:02:19: Dafür braucht es einen abgetrennten vertraulichen Beratungsraum und geschultes Personal.

00:02:25: Die Technik richtet das Team ein, das Gespräch führen die PatientInnen selbst.

00:02:29: Gesetzliche wie private Kassen übernehmen die Kosten.

00:02:33: Versicherte müssen ihre elektronische Gesundheitskarte mitbringen.

00:02:37: Verordnete Medikamente lassen sich danach als Ehrezept direkt in der Apotheke einlösen.

00:02:43: Jan Niklas Franke vom Deutschen Apothekerverband DAV erwartet zunächst einige hundert Apotheken, die diese Leistungen anbieten werden.

00:02:51: Der Aufbau dauere einige Wochen bis wenige Monate.

00:02:54: Die Apothecken müssen erst das Gespräch mit den Arztpraxen vor Ort suchen.

00:02:59: Wer die Leistungen in Anspruch nehmen will, fragt in seiner Stammapotheke nach oder schaut später im Portal apo-guide.de.

00:03:14: Union und SPD haben ein großes Reformpaket beschlossen.

00:03:18: Der Koalitionsausschuss tagte am Mittwoch im Kanzleramt.

00:03:22: Am Donnerstag stellte die Koalition die Ergebnisse vor Von der Steuer über die Rente bis zu Pflege und gesetzlicher Krankenversicherung.

00:03:30: GKV.

00:03:31: Am weitesten vorbereitet ist das Sparpaket für stabile Kassenbeiträge.

00:03:35: Es soll schon kommende Woche beschlossen werden.

00:03:38: Bundeskanzler Friedrich Merz sprach von einem großen Sprung bei der Modernisierung des Landes.

00:03:44: Für die GKV bleibt der Zeitplan eng, am zehnten Juli beschließt der Bundestag das Beitragssatz-Stabilisierungsgesetz kurz darauf der Bundesrat noch vor der Sommerpause.

00:03:55: Bereits zuvor, am sechsten Juli bringt Finanzminister Lars Klingbeil den Etat für twenty-sevenundzwanzig ins Kabinett.

00:04:03: Dass der Kostendruck bleibt zeigte der Hauptstadtkongress.

00:04:07: Andreas Sturm, Vorstandsvorsitzender der DRK Gesundheit warnte selbst mit allen Reformen schliegen die Sozialbeiträge weiter auf forty fünf bis zum Ende der Wahlperiode und auf forty sieben Prozent im Jahr.

00:04:23: Die angepeilte Obergrenze von vierzig Prozent sei endgültig Geschichte.

00:04:28: Heute liegt die Gesamtbelastung bei gut zweiundvierzig Prozent.

00:04:32: Haupttreiber sind die Rentenbeiträge.

00:04:35: Bei so hohen Abgaben müsse wenigstens die Gegenleistungsstimmen fordern Sturm und weitere Fachleute.

00:04:42: Ärztepräsident Klaus Reinhard nannte das Vorhaben eine Vollbremsung statt einer echten Reform Und der scheidende Chef des gemeinsamen Bundesausschusses GBA, Josef Hecken sprach von einer ganz großen Gerechtigkeitslücke.

00:04:56: Man erhöhe die Beiträge während sich der Bund einen schlanken Fuß mache.

00:05:01: Wie angespannt die Lage ist zeigt der Protest der Fachärztinnen.

00:05:06: Der Spitzenverband Fachärztennen und Fachärzte Deutschlands SPIFA hat flächendeckende Praxisschließungen beschlossen.

00:05:13: Ab twenty-sevenundzwanzig soll es vier Tagewochen geben und zum Quartalsende wochenlang geschlossene Praxen.

00:05:20: Verbandchef Dirk Heinrich sagt, uns Fachärztinnen und Fachärzten reicht es.

00:05:26: Trotz monatelanger Beteiligung und Gegenvorschlägen seien sie ignoriert worden.

00:05:31: Die Gründe wollen die Praxens ihren PatientInnen über eine Kampagne in den Wartezimmern erklären.

00:05:44: Die Technikerkrankenkasse TK hat vierzehn Verträge ihres Hausarztprogramms zum Jahresende gekündigt.

00:05:51: Auslöser ist eine Evaluation der hausarzt-zentrierten Versorgung HZV durch Prof.

00:05:56: Jonas Schreijük vom Hamburg Center for Health Economics.

00:06:00: Ihr Ergebnis?

00:06:01: Die HZ V steuert die Versorgungen nicht besser, es gibt weder weniger Facharztkontakte noch weniger Krankenhausaufenthalte.

00:06:09: Der TK entstehen dadurch rund hundertsechzig Millionen Euro Mehrkosten im Jahr.

00:06:14: Für die knapp eine Million Versicherten und die rund zehntausend Praxen ändert sich zunächst nichts, die Verträge gelten weiter bis Neue stehen.

00:06:23: Die TK versteht die Kündigung als Auftakt für neue Verhandlungen.

00:06:27: auch die Aufsicht hatte Handlungsbedarf angemahnt.

00:06:30: Hausärztinnen blieben das Rückgrat der Versorgung betont die Kasse.

00:06:35: Es brauche aber ein breiteres flexibleres Modell.

00:06:38: Wie wenig über die ambulante Versorgung bekannt ist, zeigt nun eine Studie des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgungen kurz ZI.

00:06:47: Ihr Befund?

00:06:48: Wir wissen nicht genau wie oft Menschen zur Ärztin oder zum Arzt gehen.

00:06:53: Je nach Messgröße schwanken die Werte von rund acht Arzkontakten im Jahr bis zu gut vierzehn Behandlungstagen.

00:07:00: Grund ist die pauschale Vergütung.

00:07:03: Seit dem Jahr, lässt sich die genaue Zahl der Kontakte nicht mehr aus den Abrechnungsdaten ablesen.

00:07:08: Die Behandlungstage kämen der Wirklichkeit am nächsten, sagt ZD-Chef Dominic von Stillfried und sollten stärker zählen.

00:07:17: Für die Debatte um die Primärversorgung ist das brisant – dort geht es ja gerade darum, Arztkontakte zu steuern!

00:07:30: Der EU-Gesundheitskommissar Oliver Waheyi warnt vor einer Übernahmewelle bei europäischen Medizintechnikfirmen, v.a.

00:07:38: durch chinesische Investoren.

00:07:40: Im Blick hat er kleine und mittlere Betriebe etwa im Mettec Valley – in Baden-Württembergischen Tutlingen.

00:07:47: Sie stehen für wertvolle Technologie und sind besonders anfällig für feindliche Übernahmen.

00:07:53: Fälle wie der Verkauf des Roboterbauers KUKA an einen chinesischen Konzerns sind der Branche präsent.

00:07:59: Fachleute vor Ort bestätigen, die Konsolidierung läuft seit Jahren.

00:08:03: Anfragen aus China den USA und Indien gehören zum Alltag.

00:08:08: Die beste Antwort sei nicht Protektionismus sondern ein wettbewerbsfähiger Standort und vor allem eine Reform der EU-Medizinprodukteverordnung MDR, die Zulassungen erleichtert.

00:08:20: Ausländische Investitionen können Deutschland zudem prüfen und in Zweifel untersagen.

00:08:33: Kommen wir zur Digitalisierung.

00:08:35: Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina sieht großes Potenzial in agentischer künstlicher Intelligenz KI.

00:08:43: Diese können die Versorgung langfristig sichern helfen, Qualität und Patientensicherheit erhöhen und die Verwaltung effizienter machen.

00:08:51: Anders als bisherige KI wertet sie nicht nur Daten aus sondern plant und koordiniert Schritte selbst wie ein digitaler Assistent.

00:09:00: Die Einsatzfelder reichen von Diagnostik und Therapie über die Überwachung von Patientinnen bis zu Terminplanung und Dokumentation.

00:09:08: Beispiele sind die Nachsorge nach einem Herzinfarkt-und Therapieentscheidungen in der Krebsmedizin.

00:09:14: Weil die Technik der denkenden Systeme kein fernes Zukunftsszenario mehr sei, mahnt die Akademie schon jetzt die Voraussetzungen zu schaffen.

00:09:22: Verantwortung und Kontrolle müssten beim Menschen bleiben – Transparenz sei entscheidend!

00:09:28: Der Bund solle agentische KI fördern, Kompetenzzentren aufbauen und rechtssichere Erprobungsräume schaffen.

00:09:35: Ganz praktisch wird es bei der elektronischen Patientenakte EPA.

00:09:39: Diese Woche werden die Aktensysteme auf eine neue Version umgestellt – und die Software in den Praxen muss mitziehen!

00:09:46: Nötig sind vor allem Anpassungen in den praxisverwaltungssystemen PVS, besonders bei der Elektronischen Medikationsliste.

00:09:54: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung KBV rät dringend, das Update einzuspielen.

00:09:59: Zum Quartalswechsel ist es ohnehin fällig.

00:10:02: Vorsicht ist geboten!

00:10:03: Die Gematik warnt vor betrügerischen E-Mails die ihren Namen missbrauchen und angebliche Zertifikatsfehler melden.

00:10:11: Praxen sollten Absenderadresse Links und Anhänge genau prüfen und Updates nur vom eigenen PVS Hersteller einspielen.

00:10:25: Die extreme Hitze der vergangenen Tage verstärkt die Rufe nach mehr Schutz.

00:10:30: Am Sonntag wurden im brandenburgischen Neiße-Mündekoschen, einundvierzig Komma sieben Grad erreicht – der höchste Wert, der in Deutschland je gemessen wurde.

00:10:39: Der Präsident der Bundesärztekammer Klaus Reinhardt sagt, Deutschland sei auf Extremhitze nicht ausreichend vorbereitet.

00:10:46: Es brauche verbindliche Hitzeaktionspläne auf allen Ebenen.

00:10:50: Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft, DKG, fordert einen Sonderprogramm für klimaresiliente Kliniken.

00:10:57: Der Investitionsbedarf mindestens einunddreißig Milliarden Euro.

00:11:02: Die Politik muss er endlich vom Reden ins Handeln kommen – der Bund verweist auf die Länder und laufende Programme.

00:11:08: Im Bundesumweltministerium wird ein nationaler Hitzeaktionsplan geprüft.

00:11:20: So weit unser Rückblick!

00:11:22: Welche Themen sind wichtig für die kommenden Wochen?

00:11:25: Das Thema Hitze und Klimawandel wird weiter unsere Schlagzeilen beherrschen.

00:11:30: Die Weltgesundheitsorganisation WHO nennt die jüngste Hitzewelle eine Generalprobe für die kommenden Sommer.

00:11:38: Europaregionaldirektor Hans Kluge warnt, solche Wellen träten häufiger auf, würden intensiver und dauerten länger.

00:11:46: Mehr als die Hälfte der europäischen Länder habe noch keinen umfassenden Hitze-Aktionsplan.

00:11:54: Barcelona hat sein Netz an Kühlenschutzräumen auf über fünfhundert Standorte ausgebaut, von Apotheken bis zu Bibliotheken.

00:12:02: Solche Konzepte – so die WHO – sollte jedes Stadt haben!

00:12:06: Wir bleiben dran!

00:12:16: Sie finden unsere Kontaktdaten auch in den Shownotes.

00:12:28: Wir freuen uns, wenn sie am nächsten Freitag wieder dabei sind beim Einblick.

00:12:33: Podcast vom Gesundheitsmanagement der Berlin Chemie.