00:00:00: Einblick der Podcast.
00:00:05: Sie hören den Einblick-Podcast, den Podcast für die tieferen und dennoch knackigen Einblick in die relevanten Ereignisse des Gesundheitswesens der vergangenen Woche vom Gesundheitsmanagement der Berlin Chemie.
00:00:18: Heute ist der XXVI.
00:00:19: Juni, two thousand sixundzwanzig.
00:00:22: Welche Themen standen in dieser Woche im Mittelpunkt?
00:00:25: Das Sparpaket vor der Entscheidung – Der Bundestag ringt um Milliarden und die Zeit wird knapp!
00:00:32: Gesundheitsministerkonferenz in Hannover.
00:00:34: Die Länder drängen auf Primärversorgung und weniger Bürokratie, Umbau der Telematikinfrastruktur.
00:00:41: Die Gemathik bekommt mehr Macht – die IT-Branche schlägt Alarm.
00:00:46: Künstliche Intelligenz in der Medizin vom Klinikassistenten bis zur Hirntumordiagnose in Minuten.
00:00:59: Womit fangen wir heute an?
00:01:01: Das Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung GKV erreichte diese Woche die entscheidende Phase.
00:01:07: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken warb dafür beim Hauptstadtkongress in Berlin.
00:01:12: Sie betonte, dass der Sparkurs alternativ los sei und von allen Opfern verlange die jedoch zumutbar sein.
00:01:19: Effizienzgewinne durch Strukturreformen dürften nicht aufgeschoben werden.
00:01:24: Unterstützung erhielt sie von ihrer niederländischen Amtskollegin Sophie Hermanns, die darauf hinwies, das man die Deiche bauen müsse bevor die Flut kommt.
00:01:33: Die Summe ist beachtlich.
00:01:35: Statt sechzehn geht es inzwischen um rund neunzehn Milliarden Euro, die das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz BSTAPG aufbringen soll.
00:01:44: Der Druck wächst!
00:01:45: Im ersten Krital stiegen die Leistungsausgaben der Kassen um rund acht Prozent – fast doppelt so schnell wie die Einnahmen.
00:01:52: Für zwei tausend siebenundzwanzig fehlen dadurch zusätzlich drei Komma fünf Milliarden Euro.
00:01:57: Oliver Blatt, Chef des GKV-Spitzenverbands betonte das Paket dürfe nicht weiter aufgeschnürt werden.
00:02:04: Sonst drohten den Versicherten zum Jahreswechsel wieder höhere Zusatzbeiträge.
00:02:09: Wo genau zusätzlich gespart werden sollte sei jedoch nicht Aufgabe des Verbands erklärte Blatt deutlich gereizt.
00:02:15: Das sind unsere Forderungen an die Politik.
00:02:18: Notfalls wird eine Klage erwogen.
00:02:21: Hinter den Kulissen ringt die Koalition vor allem um die Einnahmen.
00:02:26: Streitpunkt ist der Bundeszuschuss.
00:02:28: Er wird um zwei Milliarden Euro auf zwölf Komma fünf Milliarden gekürzt, vor allem aber verlangen Kassen und Länder das der Bund die Beiträge für Bürgergeldbeziehende endlich selbst trägt rund Zwölf Milliarden Euro die eigentlich aus Steuern kommen müssten.
00:02:44: Der Verband der Ersatzkassen rechnet die gesamte Fehlfinanzierung sogar auf mehr als zwanzig Milliarden hoch.
00:02:50: Um die zusätzlichen Milliarden zu finden, kommt eine höhere Beitragsbemessungsgrenze wieder ins Spiel.
00:02:56: Davor warnt Jens Baas, Chef der Technikerkrankenkasse TK.
00:03:01: Besserverdienende könnten in die private Krankenversicherung PKV abwandern – auch der PKV-Verband spricht vom Einstieg in eine Bürgerversicherung für Angestellte.
00:03:10: Die Arbeitgeber warnen vor höheren Lohnzusatzkosten.
00:03:14: Die Anhörung im Bundestag mit über achtzig Verbänden verdeutlichte, wie umstritten das Gesetz ist.
00:03:21: Für den größten Aufreger sorgte Karola Reimann Chefin des AOK Bundesverbandes mit dem Vorschlag einer Nullrunde für Vertrags- und Zahnärztinnen.
00:03:30: die Kassenärztliche Bundesvereinigung KBV hielt scharf dagegen.
00:03:34: Wer ausgerechnet bei den Praxen den Rotstiftansätze, ernte weniger Leistungen und weniger Termine.
00:03:40: In einem Bereich der für siebenundneunzig Prozent der Patientenkontakte steht.
00:03:45: Ein Sachverständiger fasste zusammen – das vorgelegte sei keine echte Reform mehr sondern in erster Linie ein Spargesetz!
00:03:53: Auch im Blick bei den Einsparungen ist die Pharma-Branche Der zunächst geplante dynamische Herstellerabschlag dürfte entfallen, im Gespräch ist eine Feste dafür höhere Abgabe samt einer Standortklausel die Forschung und Produktion in Deutschland belohnen soll.
00:04:09: Auf der Hauptversammlung des Bundesverbandes der pharmazeutischen Industrie BPI nannte Verbandschef Oliver Kirscht eine Dynamisierung Die Katastrophe – Und das Ende der Planungssicherheit.
00:04:21: Über bestehende Abschläge zahle die Branche schon heute Milliarden.
00:04:26: Weitere Knackpunkt sind die Krankenhäuser.
00:04:28: Ein in der Koalition kursierendes Papier signalisiert entgegenkommen an die Länder.
00:04:34: Die Pflegepersonalregelung PPR-II.null soll weitgehend zurückgenommen, das Pflegebudget wieder in die Fallpauschalen überführt werden.
00:04:42: Den Kliniken reicht es nicht!
00:04:44: Die Deutsche Krankenhausgesellschaft DKG spricht von einem Gesundheitskürzungsgesetz dass rund Hundertvierzichttausend Stellengefährde Jede Zehnte im Krankenhaus waren.
00:04:54: Vorstandschef Gerald Gass.
00:04:56: Und die Zeit drängt!
00:04:58: Die zweite und dritte Lesung im Bundestag rutscht auf den neunten Juli, einen Tag später soll der Bundesrat zustimmen – nur mit einer Fristverkürzung, die die Länder als Druckmittel nutzen.
00:05:09: Im Bundestag fiel die Kritik harsch aus.
00:05:11: Der grünen Politiker Janos Stamen nannte die Kursung des Bundeszuschusses Betrug an den Leuten.
00:05:17: Mit den Vorschlägen der Finanzkommission Gesundheit wäre weit mehr drin gewesen.
00:05:22: Brisanter Hintergrund.
00:05:24: Am sechsten September wird in Sachsen-Anhalt gewählt, die Koalition will das Thema vorher vom Tisch haben.
00:05:30: Varken selbst warb für Sachlichkeit und warte davor Ängste zu schüren.
00:05:35: Das Sparen auch ganz anders ginge legt eine Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group nahe.
00:05:41: Die Kassen könnten bis zu vierundzwanzig Milliarden Euro heben durch personalisierte Versorgung und den Einsatz künstlicher Intelligenz KI in der Verwaltung.
00:05:51: Wie ernst die Lage ist, zeigte schließlich die Gesundheitsministerkonferenz GMK in Hannover wo das Sparpaket ganz oben auf der Tagesordnung stand.
00:06:00: Die Länder gehen auf Konfrontation und schließen einen Vermittlungsausschuss nicht aus.
00:06:05: Während die SPD geführten A-Länder eher Aufgespräche setzen wollen die unionsgeführten B-Ländern das Gesetz im parlamentarischen Verfahren entschärfen.
00:06:14: Warken räumte nach der Konferenz ein, der Spielraum sei noch etwas verengter.
00:06:19: Draußen demonstrierten Tausende mit Decke-Werkschaft Verdi.
00:06:30: Doch bei dieser Gesundheitsministerkonferenz ging es nicht nur ums Sparpaket.
00:06:35: Mit zweiundfünfzig Anträgen, die meisten einstimmig, setzten die sechzehn Länder eigene Schwerpunkte – Bürokratieabbau und Digitalisierung.
00:06:44: Vorsitzender Andreas Philippi mahnte dem Bund keine Top Down Politik durchzudrücken sondern die Länder einzubinden und den im Januar gestarteren Fachdialog zur Reform vorzusetzen.
00:06:55: Das größte gemeinsame Anliegen war die Primärversorgung.
00:06:58: Die Ressortchefinnen verlangen, das geplante System zügig und konsequent umzusetzen – stufenweise mit klaren Übergangsregeln einen verbindlichen Zeitplan und einer stärkeren Rolle für nicht ärztliche Gesundheitsberufe.
00:07:12: Für Fachgruppen wie Augenheilkunde, Gynäkologie oder Kinder- und Jugendmedizin fordern sie praktikable Sonderregelungen.
00:07:20: Für Philippi ist das Premierarztsystem der zentrale Schlüssel zu weniger Bürokratie.
00:07:26: Beim Bürokrateabbau wurden die Länder konkret, bei den Wirtschaftlichkeits- und Abrechnungsprüfungen in den Praxen soll die Bagatellgrenze auf dreihundert Euro steigen doppelte Registerführung und der zusätzliche Papierausdruck der Arbeitsundfähigkeitsbescheinigung entfallen.
00:07:42: Den elektronischen Impfpass wollen die Länder in die elektronische Patientenakte EPA holen.
00:07:47: Außerdem wird beim Bund ein Gesetz zur Regulierung investorengetriebener medizinischer Versorgungszentren MVZ angeregt.
00:07:54: Aus Sorge, dass Rendite-Erwartungen die ärztlichen Entscheidungen beeinflussen.
00:07:59: Breitenraum nahm die Prävention ein.
00:08:02: Die Ministerinnen fordern eine Novelle des Präventionsgesetzes und schlagen einen Bundesfonds für Gesundheit und Prävention vor.
00:08:09: Finanziert aus zweckgebundenen Abgaben auf Zucker, Tabak und Alkohol.
00:08:14: Den Vorsitz übernimmt kommendes Jahr Hessen mit den Schwerpunkten Frauengesundheit und Suchtschutz.
00:08:26: Kommen wir zur Digitalisierung.
00:08:29: Die Gesellschafter der Gemathik haben einen tiefgreifenden Umbau, der Telematikinfrastruktur TI beschlossen.
00:08:35: Zentrale Dienste wie Erezept- und elektronische Patientenakte sollen künftig über eine gemeinsame souveräne Plattform auf Open Source Basis laufen statt über viele parallele Systeme.
00:08:47: Das soll die Betriebsstabilität verbessern und klare Verantwortlichkeiten schaffen.
00:09:12: Schärfer fällt die Kritik des Bundesverbandgesundheits-IT BVITG aus.
00:09:17: Er lehnt den am neunzehnten Juni beschlossenen Transformationsplan für das Jahr, ab.
00:09:23: Der Wechsel vom Zulassungs- zum Beauftragungsmodell mache die Gematik zur neutralen Instanz und zum zentralen Auftraggeber zugleich – das gefährde Wettbewerb Innovation und Investition – und schaffe neue Schwachstellen statt mehr Stabilität.
00:09:38: Künstliche Intelligenz KI zeigt auch in der Medizin ihr Potenzial.
00:09:43: Forschende der Technischen Universität Dresden stellten im Fachjournal Nature den KI-Agenten Mira vor.
00:09:50: In einer geschützten Testumgebung analysierte er elektronische Patientenakten, Empfaluntersuchungen und erstellte Diagnosen mit einer höheren Treffsicherheit als die vergleichende Gruppe von Ärzten.
00:10:02: Studienleiter Jakob Kater vergleicht Mira mit einem Autopiloten, die Verantwortung bleibe beim ärztlichen Personal.
00:10:10: Noch konkreter wird es in der Krebsdiagnostik.
00:10:13: Ein KI-System namens HTIROS entwickelt am Deutschen Krebsforschungszentrum DKFZ in Heidelberg erkennt Hirntumore anhand gewöhnlicher Gewebeschnitte –in zwölf Minuten statt in zwölft Tagen.
00:10:26: Es unterscheidet mehr als hundert monokulare Tumortypen und könnte die Diagnostik gerade dort beschleunigen, wo aufwendige Speziallabore fehlen.
00:10:35: Praktisch für die Versorgung ab Juli dürfen Apotheken assistierte Telemedizin anbieten, Videosprechstunden mit strukturierter Ersteinschätzung vor Ort.
00:10:45: Das Bundesgesundheitsministerium BMG hat den Schiedsspruch zur Vergütung geprüft und nicht beanstandet.
00:10:51: Pro Sitzung gibt es zunächst dreißig Euro.
00:11:01: So weit unser Rückblick.
00:11:03: Welche Themen sind wichtig für die kommenden Wochen?
00:11:06: Ein wichtiger Personalwechsel steht bevor, zum ersten Juli übernimmt Dr.
00:11:10: Sonja Obdendrenck den Vorsitz des Gemeinsamen Bundesausschusses GBA – das obersten Gremiums der gemeinsamen Selbstverwaltung.
00:11:18: Sie folgt auf Josef Hecken, der das Amt vierzehn Jahre lang prägte.
00:11:22: Die Diplom-Volkswirtin kommt aus dem hessischen Gesundheitsministerium und kennt den Bund bestens.
00:11:28: Auf sie warten dicke Bretter von der Krankenhausreform bis zur künftigen Primärversorgung.
00:11:34: Wir gratulieren und wünschen viel Erfolg!
00:12:01: beim Einblick.
00:12:01: Podcast vom Gesundheitsmanagement der Berlin Chemie.