00:00:00: Ein Blick, der Podcast.
00:00:05: Willkommen beim Einblick-Podcast mit dem kompakten Überblick über die wichtigsten Entwicklungen im Gesundheitswesen der vergangenen Woche – ein Angebot des Gesundheitsmanagements der Berlin Chemie!
00:00:17: Heute ist der zwölfte Juni, zwei tausendzechsundzwanzig.
00:00:21: Welche Themen standen in dieser Woche im Mittelpunkt?
00:00:24: Sparpaket im Parlament Bundestag und Bundesrat beraten erstmals ĂĽber das GKV-Bitrakssatzstabilisierungsgesetz.
00:00:33: Streit um die hausarztzentrierte Versorgung, TK-Studie sieht kaum Steuerungseffekte, Hausärztinnen widersprechen Pflegereform unter Druck.
00:00:43: Länder, Kommunen und Verbände fordern grundlegende Nachbesserungen Apotheken im Aufwind Höheres Honorar und ein Angebot zur Primärversorgung.
00:01:00: Womit starten wir heute?
00:01:01: Es wird ernst fĂĽr das Sparpaket von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken.
00:01:07: Heute berät der Bundestag in erster Lesung über das Beitragssatzstabilisierungsgesetz BSTAPG, für die gesetzliche Krankenversicherung GKV.
00:01:16: Parallel nimmt der Bundesrat erstmals Stellung.
00:01:19: Das Gesetz soll die Kassen im kommenden Jahr um rund sechzehn Milliarden Euro entlasten.
00:01:24: Das Bundesgesundheitsministerium BMG erwartet ein um drei Komma fünf Milliarden Euro höheres Defizit als bislang angenommen.
00:01:32: Damit steigt der Druck, die Einsparungen tatsächlich umzusetzen – womöglich sind sogar zusätzliche nötig!
00:01:39: Der Verbraucherzentrale Bundesverband VZBV sieht gute Ansätze aber eine ungerechte Lastenverteilung.
00:01:47: Statt der von der Finanzkommission Gesundheit empfohlenen zehn Prozent, trĂĽgen Patientinnen nun mehr als fĂĽnfzehn Prozent der Lasten kritisiert Thomas Moermann, Leiter des Teams Gesundheit und Pflege.
00:01:59: Höhere Zuzahlungen sanktionierten Krankheit und hielten Menschen mit geringem Einkommen von notwendigen Behandlungen ab.
00:02:06: Ausgerechnet Der Bund nehme sich aus der Verantwortung und kurze seinen Zuschuss zur GKV um zwei Milliarden Euro.
00:02:13: Reformdruck bescheinigen auch die Wirtschaftsweisen.
00:02:16: In Ihrem FrĂĽhjahrsgutachten nennen Sie die GKV den schwierigsten Patienten unter den Sozialversicherungen.
00:02:23: Ohne Reformen könnte der Gesamtsozialversicherungsbeitrag von heute gut forty-two auf knapp fünfzig Prozent im Jahr zwei Tausend vierzig steigen, eine Bremse für das Wirtschaftswachstum.
00:02:34: Der Sachverständigenrat empfiehlt unter anderem eine stärkere Patientenlenkung, eine konsequent am Zusatznutzen orientierte Arzneimittelpreisbildung und Beiträge für mitversicherte EhepartnerInnen die keine Kinder erziehen.
00:03:04: allen voran den dynamisierten Herstellerabschlag auf Arzneimittel, weil er Planungssicherheit und Versorgung gefährdet.
00:03:11: Gefordert werden stattdessen ein pauschaler Abschlag von zwölf Prozent und an jährlich steigender Bundeszuschuss.
00:03:18: Auch die Einschnitte bei den Krankenhäusern sollen weg – die Sparmaßnahmen dürften nicht zu einem Kliniksterben
00:03:24: fĂĽhren.".
00:03:28: Ein Rechtsgutachten im Auftrag von Pharma-Deutschland hält den dynamisierten Herstellerabschlag für verfassungswidrig.
00:03:36: Anders als die befristete Erhöhung von双tausenddreiundzwanzig sei er zeitlich unbegrenzt und könne bis zwei tausend dreißig auf über zwanzig Prozent steigen, ein unverhältnismäßiger Eingriff in die Berufsfreiheit.
00:03:48: Auch die geplanten Rabattausschreibungen fĂĽr patentgeschĂĽtzte Arzneimittel werden die Juristinnen als grundlegenden Systembruch.
00:03:56: Unterdessen kĂĽrzen Pharma-Konzerne angekĂĽndigte Investitionen.
00:04:00: Eli Lilly halbiert seine Milliardenpläne für den Standort in Rheinland-Pfalz und Böhringer Ingelheim, streicht vorhaben über neunhundert Millionen Euro.
00:04:09: Das BMG betont der deutsche Marktbleibe attraktiv mehr Planungssicherheit werde geprĂĽft.
00:04:15: Scharfe Töne kommen aus den Praxen Weil die Extravergütung für vermittelte Facharzttermine gestrichen werden soll, warnt Dirk Spielmayer Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalenlippe KVWL vor einem Vertrauensverlust in die Politik.
00:04:30: Dirk Heinrich Präsident des Spitzenverbands Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands Spiefer wird drastischer.
00:04:37: Ohne finanzielle Anreize hieße es künftig, PatientInnen vom Hausarzt können sich hinten anstellen wie alle anderen auch!
00:04:45: Während dieses Gesetz so kommt, wie es da steht wird es weniger Termine geben.
00:04:49: Das ist keine Drohung!
00:04:51: Das ist Wissen aus dem ersten Semester Betriebswirtschaft", sagt Heinrich Wörtlich.
00:04:56: Ulrike Elsner vom Verband der Ersatzkassen VDEC mahnt zur Sachlichkeit.
00:05:02: Vereinbart seien keine Nullrunden.
00:05:04: die zugespitzte Debatte vor Unsichere die Versicherten unnötig.
00:05:08: Der Bundesrechnungshof rĂĽgt die geplante KĂĽrzung des Bundeszuschusses als willkĂĽrlich.
00:05:14: Die Haushaltskonsolidierung gehe zu Lasten der Beitragsgemeinschaft, die Einschränkung der stark gewachsenen extra-budgetären Arztvergütung begrüßen die Prüfer dagegen ausdrücklich.
00:05:25: Eine derart deutliche Kritik der obersten Rechnungsprüfer an den Plänen hatte kaum jemand erwartet!
00:05:31: Beschäftigt haben die Sparpläne auch die neunundneinzigste Gesundheitsministerkonferenz GMK, die am Mittwoch und Donnerstag unter dem Vorsitz Niedersachsens in Hannover tagte.
00:05:42: Mit mehr als fünfzig Anträgen wollten die Bundesländer Einfluss auf die Bundespolitik nehmen von der Zuckerreduktion über einen Bundesfonds für Prävention bis zur Zukunft des öffentlichen Gesundheitsdienstes ÖGD nach dem Auslaufen der Bundesförderung.
00:05:57: Bei der Konferenz der Gesundheitsminister der Bundesländer wird mit Spannung der Antrag schnelle Arzttermine, schnelle Einführungen eines Primärversorgungssystems erwartet.
00:06:07: Das BMG will sein Konzept dazu im Sommer vorlegen.
00:06:10: Der Gesundheitsökonom Prof.
00:06:12: Jonas Schreiyük plädiert für ein verbindliches System.
00:06:16: Finanzielle Anreize funktionieren am besten!
00:06:19: Eine verpflichtende, digitale Ersteinschätzung sieht er dagegen skeptisch.
00:06:23: Sie überfordere ältere und wenig digitalaffine Menschen.
00:06:33: Wie viel Steuerung heutige Modelle leisten ist umstritten?
00:06:37: Eine Evaluation unter Leitung von Professor Schreiöck der Universität Hamburg im Auftrag der Technikerkrankenkasse TK stellt der hausarzt zentrierten Versorgung HZV ein ernüchterndes Zeugnis aus.
00:06:50: Keine wesentliche Verbesserung bei Versorgung, Wirtschaftlichkeit und Qualität.
00:06:55: Dafür mehr Kosten von einhundertsechzig Millionen Euro jährlich – und sogar mehr Facharztkontakte!
00:07:01: Die TK will die Angebotspflicht für die Kassenstreichen und fordert ein verbindliches Primärversorgungssystem mit digitaler Ersteinschätzung.
00:07:10: Der Hausärztinnen-und Hausärzteverband widerspricht Die HZV sei mit elf Millionen Eingeschriebenen ein etabliertes und hervorragend evaluiertes Primärversorgungssystem, sagt die Bundesvorsitzende Prof.
00:07:23: Nikola Bullinger-Göpfert – laut Koalitionsvertrag als Baustein der künftigen Primerversorgung gesetzt.
00:07:30: Ohne die gesetzliche Angebotspflicht drohe ihr aus, denn freiwillig hätten die Kassen nie in hausärztliche Steuerungen
00:07:36: investiert.".
00:07:37: Die TK-Vision nennt der Verband eine Digitaldystopie, ein digitales Schreckensszenario in dem eine anonyme Hotline die vertraute Beziehungsmedizin ersetzt.
00:07:48: Der Wirchobund kritisiert die Studie als halbe Wahrheit weil sie Baden-WĂĽrttemberg ausblendet.
00:07:55: Dort zeige die HZV seit achtzehn Jahren messbare Vorteile gerade im Verbund mit Facharztverträgen.
00:08:02: Studienleiter Schreiöck verteidigt den Ausschluss.
00:08:05: Der dortige Vertrag weichelt zu stark ab, da er strukturell anders ist als die Verträge in anderen Bundesländern.
00:08:12: An der Grundaussage seiner Studie ändere das nichts.
00:08:16: Die Apotheken bringen sich derweil für die Primärversorgung in Stellung.
00:08:21: Mit einem Positionspapier kündigt Thomas Preis Präsident der Bundesvereinigung Deutsche Apothekerverbände ABDA einen eigenen Beitrag an Von Präventionsangeboten über die Pflege der Medikationsdaten in der elektronischen Patientenakte bis zur ersten Anlaufstelle bei unkomplizierten Beschwerden.
00:08:38: Primärversorgung sei ohne Apotheken gar nicht darstellbar.
00:08:42: Gesundheitsökonom David Matusiewicz sieht apotheken künftig als Tankstellen der Gesundheit.
00:08:48: Nur mit mehr Beratung, Prävention und Impf-Angeboten könnten sie sich gegen die Versandkonkurrenz behaupten!
00:08:55: Rückenwind gibt das Apothekenversorgung Weiterentwicklungsgesetz APO-VWG mit neuen Kompetenzen bei Impfungen, Tests und Prävention.
00:09:05: Zudem hat das Bundeskabinett eine Verordnung beschlossen – Das Packungsfixum steigt erstmals seit zehntausendreizehn ab Juli auf neun Euro und ab kommendem Jahr auf neuneuropfünfzig.
00:09:17: Der Abdar geht das nicht weit genug.
00:09:20: Sie kritisiert die nur stufenweise Anpassung.
00:09:29: Massiver Gegenwind fĂĽr die Pflegereform.
00:09:32: Der Referentenentwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes PNOG von Warken soll die Pflegeversicherung im ersten Jahr um rund elf Milliarden Euro entlasten.
00:09:42: Kinderlose sollen ab twenty-sevenundzwanzig vier Komma drei Prozent Beitrag zahlen, die Entlastungszuschläge für Heimbewohnerinnen jeweils sechs Monate später greifen und die Rentenbeiträge für pflegende Angehörige um dreißig Prozent sinkten.
00:09:57: Auch die kostenlose Mitversicherung von EhepartnerInnen wird eingeschränkt.
00:10:01: Die Kritik bei der Verbändeanhörung am Mittwoch war heftig.
00:10:05: Bei der Pflege brennt die HĂĽtte, sagt GKV-Spitzenverbandschef Oliver Blatt und das Paket sei aber unausgewogen zu Lasten vom pflegebedĂĽrftigen und Beitragszahlenden.
00:10:17: Der Deutsche Städtetag spricht von einem Schlag ins Gesicht der Kommunen – der Entwurfmüsse komplett vom Tisch.
00:10:24: Die SPD vermisst einen Finanzausgleich mit der privaten Pflegeversicherung.
00:10:29: Immerhin, ab dem Jahr ist die Leistung jährlich mit der Inflation steigend.
00:10:41: Auf Rezept!
00:10:43: Gut gemeint?
00:10:44: Schlecht
00:10:44: gemacht?!
00:10:45: Nur noch vierzehn Prozent der elektronisch verordneten digitalen Gesundheitsanwendungen DIGA werden tatsächlich aktiviert – kritisiert der Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung.
00:10:55: Seit der Umstellung der DIGA-Verordnung auf das Ehe Rezept gehen die Aktivierungen zurĂĽck.
00:11:00: Komplizierte Anmeldewege und fehlende Pins schrecken Patientinnen ab.
00:11:05: Der Verband spricht von einem systemisch bedingten Versorgungsbruch, und fordert den Rollout zu stoppen – Einlösung ohne Pin und direkt in der jeweiligen Anwendung.
00:11:16: Zudem drohten rund zwanzig Millionen Versicherte mit älteren Smartphones den Zugang zu ihrer Therapie zu verlieren.
00:11:23: Von der Digitalen zur nachhaltigen Versorgung.
00:11:26: Eine ungewöhnlich breite Allianz fordert eine verbindliche Nachhaltigkeitsstrategie für das Gesundheitswesen.
00:11:33: BKK-Dachverband, Bundesärztekammer BRK, Der Bundesverband der pharmazeutischen Industrie BPI und das Center For Planetary Health Policy CPHP haben ein gemeinsames Eckpunkte Papier vorgelegt.
00:11:46: UnterstĂĽtzt von dreiunddreiĂźig Organisationen.
00:11:49: Das Papier benennt neuen Handlungsfelder von Prävention über Arzneimittel bis Digitalisierung.
00:11:55: BRK-Präsident Dr.
00:11:57: Klaus Reinhard führte bei der Vorstellung dazu aus, die nachhaltigste Behandlung ist auf die, die durch gute Prävenzion gar nicht erst notwendig wird.
00:12:06: Die Eckpunkte gehen nun an Ministerium und Bundestag.
00:12:09: Sie finden den Link zum Papier in den Shownotes.
00:12:19: So weit unser RĂĽckblick.
00:12:21: Welche Themen sind wichtig fĂĽr die kommenden Wochen?
00:12:24: Nach der GMK rĂĽckt die Medizin fĂĽr Frauen in den Fokus.
00:12:28: Frauen zeigen gerade bei Herz-Kreislauferkrankungen andere Symptome und Verläufe als Männer.
00:12:34: Die Bundesländer setzen sich dafür ein, das in Forschung Versorgung sowie der Aus- und Weiterbildung systematisch zu verankern.
00:12:43: Hat Ihnen die breite und bunte Palette an Nachrichten und Informationen gefallen?
00:12:48: Gerne können Sie unseren Podcast weiter empfehlen!
00:12:51: Schreiben sie uns Ihre Anregungen und Fragen bitte an.
00:13:02: Wir freuen uns, wenn Sie am nächsten Freitag wieder dabei sind beim Einblick Podcast vom Gesundheitsmanagement der Berlin Chemie.