EinBlick – Der Podcast

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00:00:00: Einblick der Podcast.

00:00:06: Willkommen beim Einblick-Podcast, der Podcast fĂŒr den Tieferen und dennoch knackigen Einblick in die Gesundheitspolitik!

00:00:13: Heute ist der achte Mai.

00:00:15: Zwei Tausend Sechsund Zwanzig.

00:00:17: Welche Themen standen in dieser Woche im Mittelpunkt?

00:00:33: Die HausĂ€rzteschaft warnt in Magdeburg vor digitaler ErsteinschĂ€tzung außerhalb der Notaufnahme.

00:00:40: Apothekenreform steckt fest, EU-Kommission bremst ab da kritisiert höheren Kassenabschlag.

00:00:47: EPA Nutzung verdoppelt.

00:00:48: Knapp jeder vierte ist aktiv – die Gematik plant neue Funktionen.

00:00:58: Womit starten wir heute?

00:01:00: Ein Jahr nach dem Rollout nutzt knapp jeder vierta die elektronische Patientenakte EPA aktiv.

00:01:07: Damit hat sich die Nutzung in einem Jahr nahezu verdoppelt.

00:01:10: So ein zentrales Ergebnis einer Civil-Umfrage im Auftrag von Pharma Deutschland.

00:01:16: Junge PatientInnen zwischen achtzehn und neunundzwanzig Jahren liegen mit knapp neun und zwanzig Prozent vorn.

00:01:22: Im Osten Deutschlands ist die Nitzung der EPA höher als am Westen.

00:01:27: Die Gematik kĂŒndigt fĂŒr dieses Jahr neue Funktionen fĂŒr die EPA an Pushbenachrichtigungen, eine erweiterte elektronische Medikationsliste mit rezeptfreien Mitteln einen strukturierten elektronischen Medikrationsplan und eine Volltextsuche.

00:01:43: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken will außerdem Impf-Erinnerung integrieren.

00:01:48: Die Erinnerung erhöhe die Impfquote deutlich sagte sie auf der nationalen Impfkonferenz in Köln.

00:02:00: Eine Reform geht im Schatten des Sparpakets fast unter – die Notfallreform.

00:02:05: Auch sie hat das Kabinett zuletzt beschlossen.

00:02:08: Drei Kernpunkte der Reform, integrierte Notfallzentren in KrankenhÀusern, der Ausbau der Hotline-Einhundertsechzehn, Einhundertsiebzehn als Akutleitstelle und neue Regelungen zur medizinischen Notfallrettung im Sozialgesetzbuch.

00:02:23: Die Reaktionen sind gespalten!

00:02:25: Die KassenĂ€rztliche Bundesvereinigung KBV sieht keine personellen Ressourcen fĂŒr die geplante Vorhaltung.

00:02:31: rund um die Uhr.

00:02:33: Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach fordert eine flexiblere regionale Lösung.

00:02:38: Der gesundheitspolitische Sprecher der GrĂŒnen Janos Stamen sagt, die Reform komme zu spĂ€t und sie bleibt unvollstĂ€ndig.

00:02:46: Zeitgleich tagte der HausĂ€rzteverband zur FrĂŒhjahrstagung in Magdeburg.

00:02:51: Kurvorsitzender Markus Blumenthal Bayer warnt vor digitaler ErsteinschĂ€tzung außerhalb der Notaufnahme.

00:02:59: Eine altundsechzigjÀhrige Patientin mit drei chronischen Erkrankungen werde kaum neunzig Online-Fragen beantworten wollen.

00:03:17: Dort sieht ein neuer Paragraf vor, dass KBV und GKV-Spitzenverband ein elektronisches System vereinbaren sollen das Beschwerden erfasst die Dringlichkeit bewertet und Versicherte in Notfall akut oder Regelversorgung lenkt.

00:03:31: Die VerbÀndeanhörung dazu findet am achtzehnten Mai statt.

00:03:40: Mit dem GKW Beitragsstabilisierungsgesetz hat das Bundeskabinett das grĂ¶ĂŸte Spar vorhaben dieser Legislaturperiode beschlossen.

00:03:49: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken will die gesetzlichen Krankenkassen im kommenden Jahr um rund sechzehn Milliarden Euro entlasten.

00:03:56: Das Ziel?

00:03:57: Keine erneuten Anhebungen der ZusatzbeitrÀge!

00:04:01: Doch die Kritik fÀllt heftig aus, aus fast allen Lagern.

00:04:05: Im Zentrum steht die einnahmeorientierte Ausgabenpolitik.

00:04:09: VergĂŒtungen fĂŒr KrankenhĂ€user, Praxen, Psychotherapeutinnen, Arznei- und Hilfsmittelhersteller dĂŒrfen nur noch so steigen wie die Löhne der Versicherten.

00:04:18: Gesundheitsökonom Wolfgang Greiner nennt das die Melodie der Reform.

00:04:23: Bis zum Jahr im Jahr ist es bis zu einem Jahr, in dem so rund um zwei Milliarden Euro eingespart werden

00:04:28: sollen.

00:04:28: Dazu kommen höhere Zuzahlungen eine Beitragspflicht fĂŒr bisher kostenfrei mitversicherte EhepartnerInnen, die nicht mehr kleine Kinder betreuen sowie eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze um drei Hundert Euro.

00:04:42: Auch die Schwelle fĂŒr den Wechsel in die private Krankenversicherung steigt.

00:04:45: Der PKV-Verband spricht von einer BĂŒrgerversicherung fĂŒr Angestellte.

00:04:50: Ab im Jahr ist es auch eine Zuckersteuer auf gesĂŒĂŸte GetrĂ€nke.

00:05:08: Der Bundeszuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung GKV wird ab twenty-sevenundzwanzig dauerhaft um zwei Milliarden auf zwölf Komma fĂŒnf Milliarden Euro gekĂŒrzt.

00:05:18: Im Gegenzug steigt der Bund in einen abgestuften Ausgleich der Kosten fĂŒr BĂŒrgergeldbeziehende ein, allerdings sehr zögerlich.

00:05:26: Konkret – zweihundertfĂŒnfzig Millionen Euro im kommenden Jahr bis zwei tausenddreißig Stufenweise auf zwei Milliarden jĂ€hrlich.

00:05:35: TatsÀchlich liegen die Gesundheitskosten dieser Gruppe bei rund zwölf Milliarden Euro.

00:05:40: Oliver Blatt vom GKV-Spitzenverband sagt,

00:06:05: Auch die Sozialversicherungen mĂŒssten zur Haushaltskonsolidierung beitragen.

00:06:10: Der Sozialverband Deutschland nennt das Paket einen Schlag ins Gesicht der Versicherten.

00:06:15: Klaus Reinhardt, PrÀsident der BundesÀrztekammer sagt wieder seriös noch solide, noch solidarisch!

00:06:22: Die KBV warnt vor sinkender VersorgungsqualitĂ€t – Das Sparpaket entziehe dem ambulanten Bereich fĂŒnf Milliarden Euro.

00:06:30: Die VorstÀnde sprechen von Konzept und Hilflosigkeit beim Bundesfinanzminister.

00:06:36: Eine andere Perspektive kommt von Susanne Jona, Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund.

00:06:43: Sie wendet sich gegen die Logik BeitragssprĂŒnge um jeden Preis zu verhindern.

00:06:48: Ein um ein Prozent höherer Zusatzbeitrag erhöhe die Gesamtarbeitskosten fĂŒr die Arbeitgeber nur um rund null Komma vier Prozent.

00:06:56: Der Energiepreisschock nach dem Überfall der Ukraine habe Unternehmen weit massiver belastet.

00:07:02: Drei Viertel des Einsparvolumens kommen aus der Ausgabenseite, rechnet Jona vor Das greife zwangslÀufig in die Versorgung ein.

00:07:10: Die großen Struktureformen Krankenhausreform Notfallreform PrimĂ€rversorgung wirkten erst in fĂŒnf bis zehn Jahren.

00:07:18: Wer jetzt hart spare schwÀche genau diese Transformationsprozesse.

00:07:23: Auch der Gesundheitsökonom David Matusiewicz warnt vor einer Beitragserhöhung durch die HintertĂŒr.

00:07:29: Gutverdienerinnen wĂŒrden durch die zusĂ€tzlich angehobene Bemessungsgrenze stĂ€rker belastet.

00:07:34: Gleichzeitig erschwere die höhere Versicherungspflichtgrenze den Wechsel in die private Krankenversicherung.

00:07:41: Langfristig könnten genau diese einkommensstarken Versicherten verloren gehen!

00:07:46: Die Gewerkschaften kĂŒndigten am ersten Mai Widerstand an.

00:07:50: DGB-Chefin Yasmin Fahimi rief in NĂŒrnberg, das ist keine Reform es ist eine EinschrĂ€nkung eurer Gesundheitsversorgung und das machen wir nicht mit.

00:08:00: mehr als dreihundertsechzigtausend Menschen demonstrierten bundesweit gegen SozialkĂŒrzungen.

00:08:06: aus den LĂ€ndern kommt Kritik an LĂŒcken im Reformpaket Nordrhein-Westfalens.

00:08:11: Gesundheitsminister Karl Josef Laumann fordert, das aus der kostenlosen Mitversicherung fĂŒr EhepartnerInnen auch auf Beamte zu ĂŒbertragen.

00:08:19: Sonst entstĂŒnde eine Schieflage zwischen GKV Versicherten und Beihilfe Berechtigten.

00:08:25: Der Zeitplan ist eng!

00:08:27: Erste Lesung im Bundestag am elften Juni, zweite und dritte Lesung am sechsundzwanzigsten Juni.

00:08:33: Vor der Sommerpause soll das Gesetz beschlossen sein.

00:08:37: SPD-Fraktionschef Matthias Mirsch kĂŒndigte Nachverhandlungen bei der Familienversicherung an.

00:08:42: Kanzler Merz konnt hat allerdings, es gibt keinen Spielraum mehr nach unten!

00:08:53: Auf der Digital Health-Messe de Mea in Berlin warnten Expertinnen vor einem Pincaus bei digitalen IdentitÀten im Gesundheitswesen.

00:09:02: Dr.

00:09:02: Karsten Klos vom IT-Dienstleister Acheloss beschrieb die Lage zugespitzt – siebenundzwanzig Pins, die man sich merken muss Versicherte Verwalten parallel, Gesundheits-ID, Kassenapps und verschiedene Vertrauensniveaus.

00:09:16: Hoffnung setzen die Beteiligten auf die geplante europÀische digitale Brieftasche EUD Wallets.

00:09:23: Sie soll ab Anfang twenty-sevenundzwanzig SektorĂŒbergreifend funktionieren.

00:09:28: Carlo Ulbricht von NECT mahnte allerdings Wenn Gesundheitsdaten geliegt sind dann sind sie geleakt.

00:09:35: Anders als bei Finanzdaten lasse sich der Schaden kaum begrenzen.

00:09:44: Mit dem Forschungsdatenzentrum Gesundheit FDZ ist ein zentraler Zugang zu pseudonymisierten Abrechnungsdarten der gesetzlichen Krankenversicherung entstanden.

00:09:54: Doch einen Selbstbedienungsladen fĂŒr die Versorgungsforschung sei das nicht, ordnet Katja Gerke vom Institut fĂŒr dekriptive Gesundheitsdatenanalyse ein.

00:10:03: Antragsteller mĂŒssen Zweckvariablen und Analysepfade vorab detailliert festlegen.

00:10:09: Exploratives Arbeiten ist nicht möglich!

00:10:11: Stark ist das Zentrum bei populationsbezogenen Fragen, sektorĂŒbergreifenden Pfaden und Arzneimittelanalysen.

00:10:18: Schwach bei klinischer Tiefe, Laborwerte oder Bildgebung fehlen.

00:10:23: Die VerknĂŒpfung mit Registern- oder Patientenakten bleibt rechtlich und methodisch aufwendig.

00:10:34: Telemedizin sei keine BehĂ€lfslösung mehr, mahnt Jörg Weise GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Medgate Deutschland in einem Gastbeitrag fĂŒr Tagesspiegel Background.

00:10:53: Inzwischen liegt die zulĂ€ssige Quote im Sozialgesetzbuch bei fĂŒnfzig Prozent.

00:10:58: Trotzdem werden Telemedizin in der Regelversorgung als Ad-orn behandelt.

00:11:03: Die Beratungsfirma Merkensay schÀtzt das Einsparpotenzial bei konsequentem Einsatz auf rund zwölf Milliarden Euro.

00:11:11: Reine Telemedizinanbieter mit angestellten Ärzten können an der Versorgung der gesetzlichen Krankenversicherung jedoch nicht direkt teilnehmen.

00:11:19: Die Zulassungslogik bremst genau dort, wo Spezialisierung entsteht.

00:11:29: Beim DAV Wirtschaftsforum am Dienstag und Mittwoch dieser Woche in Berlin stand die Rolle der Apotheken in der PrÀvention im Mittelpunkt.

00:11:37: Silke Heinemann, Abteilungsleiterin im Bundesgesundheitsministerium nannte Apotheken hervorragend geeignet fĂŒr niedrigschwellige PrĂ€vention.

00:11:46: Die angekĂŒndigte PrĂ€ventionsoffensive von Ministerin Warken soll noch vor dem Sommer kommen.

00:11:52: Gleichzeitig steckt das Apothekinversorgungsweiterentwicklungsgesetz APO-VWG fest.

00:11:59: Die EU-Kommission hat die Notifizierungsfrist verlĂ€ngert – die Stillhaltefrist lĂ€uft bis Mitte Juli.

00:12:05: Das versprochene Packungsfixum von Neun Euro FĂŒnfzig hĂ€ngt damit in der Schwebe.

00:12:10: Ab da PrÀsident Thomas Preis sieht zudem im erhöhten Kassenabschlag des Sparpakets einen direkten Widerspruch zur Reform.

00:12:23: So weit unser RĂŒckblick!

00:12:25: Welche Themen sind wichtig fĂŒr die kommenden Wochen?

00:12:28: Eine Studie der Stiftung Deute-Depressionshilfe zeigt zwei Drittel der jĂŒngeren depressiven EmpfindengesprĂ€che mit KI-Sprachmodellen als Ă€hnlich gut oder besser, als mit Therapeut innen.

00:12:39: Prof.

00:12:40: Ulrich Hegel warnt vor unkritischer Selbsttherapie.

00:12:44: Die Gematik arbeitet derzeit am TI-Atlas im Jahr und hat die Befragung medizinischen Einrichtungen lÀuft bis Ende Mai.

00:12:53: Schwerpunkt sind EPA-Nutzung, StabilitĂ€t der Telematikinfrastruktur und kĂŒnstliche Intelligenz.

00:12:59: Sie finden die Studien der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und den Link zum TI Atlas in den Show Notes.

00:13:08: Hat Ihnen die breite und bunte Palette an Nachrichten und Informationen gefallen?

00:13:12: Gerne können sie unseren Podcast weiter empfehlen!

00:13:15: Schreiben Sie uns Ihre Anregungen und Fragen bitte an.

00:13:18: Gesundheitsmanagement atberlin-chemie.de.

00:13:23: Sie finden unsere Kontaktdaten auch

00:13:31: in den Shownotes.