EinBlick – Der Podcast

Transkript

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00:00:00: Ein Blick, der Podcast.

00:00:06: Willkommen beim Einblick-Podcast mit dem kompakten Überblick über die wichtigsten Entwicklungen im Gesundheitswesen der vergangenen Woche – ein Angebot des Gesundheitsmanagements von Berlin Chemie!

00:00:18: Heute ist der zehnte April zwei tausend sechsundzwanzig.

00:00:22: Welche Themen standen in dieser Woche im Mittelpunkt?

00:00:26: Die Finanzkommission Gesundheit legt sechsundsechzig Sparvorschläge vor.

00:00:31: Bis zu zweiundvierzig Milliarden Euro Entlastung für die GKV möglich.

00:00:35: Krankenhausreform-Anpassungsgesetz passiert den Bundesrat, zehn Länder fordern Nachbesserungen.

00:00:42: Neues Digitagesetz gedick!

00:00:45: EPA wird zur Versorgungsplattform mit Terminbuchung – Telefax ist künftig grundsätzlich nicht mehr zulässig.

00:00:52: Apothekenreform.

00:00:53: vor der Abstimmung Apo VWG kommt am sechzehnten April in dem Bundestag.

00:01:04: Womit starten wir heute?

00:01:05: Die Finanzkommission Gesundheit hat ihren ersten Bericht vorgelegt.

00:01:09: Dieser umfasst knapp fünfhundert Seiten und enthält sechsundsechzig Empfehlungen.

00:01:14: Ziel ist es, das wachsende Milliardenloch in der gesetzlichen Krankenversicherung GKV zu schlieĂźen!

00:01:20: FĂĽr twenty-sevenundzwanzig droht ein Defizit von mehr als fĂĽnfzehn Milliarden Euro.

00:01:26: Ohne Eingriffe könnte diese Lücke laut Kommission weiter anwachsen.

00:01:30: Die Situation der Kliniken verdeutlicht den Druck auf das System.

00:01:34: Zwei Drittel der deutschen Krankenhäuser verzeichneten zuletzt Verluste.

00:01:39: Die durchschnittlichen Beiträge liegen bei siebzehn Komma fünf Prozent vom Bruttogehalt und steigen seit zwei tausend neunzehn jedes Jahr, weil die Arbeitgeber die Hälfte tragen belasten steigende Beiträge auch die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft.

00:02:12: Bundesgesundheitsministerin Nina Varken sprach bei der Ăśbergabe des Berichts von der bislang umfassendsten Finanzreform der GKV.

00:02:20: Das Entlastungspotenzial beziffert die Kommission fĂĽr das kommende Jahr auf mehr als zweiundvierzig Milliarden Euro.

00:02:27: Bis zum Jahr- und Jahrzehntag, bis zum Jahrzehnjahr, könnten die möglichen Einsparungen auf knapp vierundsechzig Milliarden anwachsen – deutlich mehr als das erwartete Defizit in der GKV.

00:02:37: Nun liegt es an der Politik was umgesetzt wird!

00:02:40: Die Kommission hat viele Möglichkeiten vorgestellt.

00:02:44: Zentrale Ansatzpunkt?

00:02:45: Die Ausgaben für medizinische Leistungen sollen künftig nicht stärker steigen als die Einnahmen.

00:02:52: Die Kommission schlägt unter anderem vor, den Herstellerabschlag für patentgeschützte Arzneimittel zu erhöhen die Mehrwertsteuer auf Medikamente zu senken und die Steuern auf Tabak, Alkohol- und Zucker deutlich anzuheben.

00:03:05: Auch eine Abkehr vom separaten Pflegebudget und die RĂĽckkehr der Pflegepersonalkosten in die Klinikfallpauschalen stehen im Bericht.

00:03:14: Varken will die Vorschläge nicht eins zu eins übernehmen!

00:03:17: In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung stellte sie klar Pflegende Angehörige sollen weiterhin beitragsfrei mitversichert bleiben.

00:03:25: Gleichzeitig hält sie eine Erhöhung der Eigenbeteiligung in Apotheken für Nachvollziehbar, auf sieben Euro fünfzig bis zehn Euro pro Packung – die erste Anpassung seit über zwanzig Jahren!

00:03:37: Auch Einschränkungen beim anlasslosen Hautkrebs-Screening und bei Zahnspangen für Kinder findet die Ministerin bedenktenswert.

00:03:45: Die Kommission plant, die beitragsfreie Mitversicherung nicht erwerbstätiger Ehegatten einzuschränken.

00:03:52: Nur Rentnerinnen sowie die Elternteile nicht schulpflichtiger Kinder sollten ausgenommen werden.

00:03:57: Innerhalb der Koalition zeichnet sich Streit ab.

00:04:15: bemĂĽhten sich dennoch um demonstrative Einigkeit und betonten ihren Willen zu tiefgreifenden Struktureformen.

00:04:22: Scharfe Kritik kam von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung KBV, deren Vorsitzender Andreas Gassen warnte niedrigere Vergütungen bedeuteten zwangsläufig weniger Termine für Patientinnen.

00:04:35: Sein Stellvertreter Stefan Hofmeister sprach von einer Gefährdung der ambulanten Versorgung.

00:04:41: Auch Pharma-Branche und Patientenvertreterinnen äußerten Vorbehalte.

00:04:45: Warken, wie ist die Kritik zurĂĽck?

00:04:48: Es kann nicht sein beim Sparen immer nur auf andere zu zeigen!

00:04:51: Jeder Versorgungsbereich mĂĽsse seinen Beitrag leisten.

00:05:02: Ein weiterer Anstieg der Sozialversicherungsbeiträge könne tödlich für die Volkswirtschaft sein.

00:05:12: Die DEAK-Gesundheit hatte zuvor einen eigenen fünfpunkte Stabilitätspakt verabschiedet und eine einnahmeorientierte Ausgabenpolitik gefordert.

00:05:22: Wie dringend Reformen sind, zeigt der Blick ins Ausland.

00:05:25: Deutschland hat nach den Vereinigten Staaten die höchsten Gesundheitsausgaben pro Kopf liegt bei der Lebenserwartung aber unter dem Niveau vergleichbarer Länder.

00:05:34: Frankreich gibt pro Kopf weniger aus, erzielt bessere Ergebnisse und reguliert Arzneimittelpreise wirksamer.

00:06:04: Christos Pantazis von der SPD hofft auf einen Bundestagsbeschluss, im Idealfall vor der Sommerpause.

00:06:11: Im Herbst stehen Landtagswahlen in drei Bundesländern am.

00:06:14: bis dahin will die Koalition das Thema vom Tisch haben.

00:06:18: Die Finanzkommission arbeitet unterdessen weiter.

00:06:20: Ihr zweiter Bericht mit Vorschlägen für Struktureformen soll zum Jahresende folgen.

00:06:31: Das Krankenhausreformanpassungsgesetz KHAG hat den Bundesrat passiert.

00:06:37: Die Krankenhaus-Reform geht damit in die nächste Phase.

00:06:40: Die Abstimmung war von intensiven Verhandlungen über eine Protokollerklärung begleitet.

00:06:45: Zehn Bundesländer nutzten, die Gelegenheit weitere Nachbesserungen einzufordern.

00:06:51: Das Gesetz gibt den Kliniken erstmals einen verbindlichen Zeitrahmen.

00:06:55: Die Länder müssen ihren Krankenhäusern bis zum Jahresende Leistungsgruppen zuweisen.

00:07:00: Das neue VergĂĽtungssystem wird ab twenty-siebenundzwanzig schrittweise umgestellt und soll zweitausendneunundzwantzig abgeschlossen sein.

00:07:08: Der Bund erhöht seine Beteiligung an den Transformationskosten um vier Milliarden auf insgesamt neunund zwanzig Milliarden Euro.

00:07:16: Umstritten bleibt die Protokollnotiz zum Pflegepersonal, das Bundesgesundheitsministerium stellte darin mögliche Ausnahmen von den Personaluntergrenzen in Aussicht.

00:07:27: Der AOK-Bundesverband kritisierte das Scharf.

00:07:30: Gerade in der Pflege dĂĽrfe es keine Aufweichung geben.

00:07:34: Mehrere SPD-Regierterländer machten den eigenen Erklärungen deutlich, dass sie die Reform als Startpunkt verstehen – nicht als Abschluss.

00:07:42: Schleswig-Holstein's SPD-Fraktion formulierte «Jetzt gibt es für die Ministerin keine Ausreden mehr».

00:07:49: Auch aus der Union kamen Forderungen.

00:07:51: Bayern verlangte, die Finanzkommission Gesundheit mĂĽsse die Klinikfinanzierung in ihrem zweiten Bericht zum Jahresende thematisieren.

00:07:59: Die Deutsche Krankenhausgesellschaft DKG mahnte, die Ăśbergangsregelungen mĂĽssten praxistauglich ausgestaltet werden.

00:08:07: Für die rund zweitausend Klinistandorte beginnt jetzt die konkrete Umsetzung Ein Prozess der die Krankenhauslandschaft grundlegend verändern wird.

00:08:21: Das Apothekenversorgung Weiterentwicklungsgesetz APO-VWG steht kurz vor der Abstimmung.

00:08:27: Das Gesetz soll die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Apothecken verbessern, die Notdienstvergütung erhöhen und flächendeckende Arzneimittelversorgungen gerade in ländlichen Regionen sichern.

00:08:38: Ob die Koalition die offenen Streitpunkte bis zum Abstimmungstermin ausräumen kann bleibt offen!

00:08:51: Zwischen Union und SPD bestehen noch unterschiedliche Ansichten, besonders bei der Vergütung ländlicher Apotheken dem Verhandlungsmodell für die Honorare und den Befugnissen pharmazeutisch technischer Assistentinnen.

00:09:04: Die Antworten des Ministeriums zeigen viele Detailfragen werden erst in Rechtsverordnungen und durch die Selbstverwaltung geklärt.

00:09:12: Am sechzehnten April steht die zweite- und dritte Lesung im Bundestag an.

00:09:22: Das Bundesgesundheitsministerium hat den Entwurf fĂĽr ein neues Digitalgesetz vorgelegt.

00:09:27: Das Gesetz fĂĽhrt Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen gedig.

00:09:32: Rund zweihundert Seiten stark soll es die Weichen fĂĽr eine umfassend digitalgestĂĽtzte Versorgung stellen.

00:09:38: KernstĂĽck ist die elektronische Patienten-Akte EPA.

00:09:42: Sie wird zur zentralen Versorgungsplattform ausgebaut, Patientinnen sollen künftig direkt über die EPA App Arzttermine buchen können.

00:09:51: Vorgesehen ist eine standardisierte Ersteinschätzung durch die Termin-Service stellen.

00:09:55: Auch Ăśberweisungen sollen digital laufen, elektronische Ăśberweisung werden laut Entwurf ab dem Jahr und zwei Tausend neunundzwanzig verpflichtend.

00:10:04: FĂĽr Apotheken bringt das GEDIC erweiterte Zugriffsrechte auf die EPA.

00:10:09: Apothekerinnen sollen in weiteren Szenarien auf Patientendaten zugreifen können um die Arzneimitteltherapiesicherheit zu stärken.

00:10:17: Gleichzeitig wird die Kommunikation ĂĽber die Telematikinfrastruktur ausgebaut.

00:10:21: Das Fax als Übertragungsweg für medizinische Daten wird künftig grundsätzlich nicht mehr zulässig

00:10:27: sein.".

00:10:29: Die Gemathik soll eine deutlich stärkere Steuerungsrolle erhalten und Komponenten der Telematic-Infrastruktur zentral ausschreiben können.

00:10:37: Ziel ist, mehr Betriebsstabilität – gerade nach den technischen Problemen beim Epa-Start ein besonders wichtiger Punkt!

00:10:45: Diskutiert wird der geplante Datenzugang fĂĽr Krankenkassen.

00:10:49: Sie sollen mit Einwilligung der Versicherten, Gesundheitsdaten aus der EPA auswerten und selbst Daten zu Ernährungsgewohnheiten, Rauchstatus oder Körpergewicht erheben dürfen – für die individuelle Prävention der Patientinnen.

00:11:04: Auch von Kostenträgern- und Leistungserbringern kommen Impulse.

00:11:07: Der Dachverband der Betriebskrankenkassen hat gemeinsam mit den Asklepios-Kliniken Bausteine fĂĽr ein digitales Entlassmanagement entwickelt.

00:11:16: Papierprozesse und Faxkommunikation bei Klinikentlassungen sollen durch sichere digitale Wege ersetzt werden.

00:11:24: Die Opposition im Bundestag drängt auf mehr Tempo bei der Umsetzung.

00:11:29: Digematik als nationale Agentur für digitale Medizin begrüßte den Entwurf grundsätzlich forderte ebenfalls eine zügige parlamentarische Behandlung.

00:11:38: Das GEDIC soll den Grundstein für ein digitales Primär-Versorgungssystem legen.

00:11:43: Bundesgesundheitsministerin Warken hatte bereits im Februar ihre Digitalisierungsstrategie vorgestellt, bis zu die EPA-Aktive-Nutzerinnen erreichen.

00:11:55: Mit dem GEDic soll diese nun in den Gesetzgebungsprozess eingebracht werden.

00:12:06: Welche Themen sind wichtig fĂĽr die kommenden Wochen?

00:12:29: Sascha Radatz, der neue Geschäftsführer des Bundesverbandes Gesundheits-IT BVITG äußerte sich dazu in einem Interview.

00:12:37: den Link zur Podcastfolge.

00:12:39: Ein Blick nachgefragt finden Sie in den Shownotes.

00:12:43: Spannend bleibt auch wie wearables die Gesundheitsversorgung verändern.

00:12:47: Geräte wie der Ora Ring oder das Whoop Armband rücken die Selbstoptimierung näher an die Medizin.

00:12:54: Wir bleiben dran!

00:12:57: Hat Ihnen die breite und bunte Palette an Nachrichten und Informationen gefallen?

00:13:01: Gerne können Sie unseren Podcast weiter empfehlen.

00:13:04: Schreiben sie uns Ihre Anregungen und Fragen bitte an.

00:13:07: Gesundheitsmanagement atberlin-chemie.de.

00:13:12: Sie finden unsere Kontaktdaten auch in den Shownotes!

00:13:16: Wir freuen uns, wenn Sie am nächsten Freitag wieder dabei sind beim Einblick.

00:13:21: Podcast vom Gesundheitsmanagement der Berlin Chemie.