00:00:00: Einblick der Podcast
00:00:05: Willkommen beim Einblick-Podcast, der Podcast für den tieferen und dennoch knackigen Einblick in die relevanten Ereignisse des Gesundheitswesens der vergangenen Woche.
00:00:15: vom Gesundheitsmanagement de Berlin Chemie.
00:00:18: Heute ist der siebenundzwanzigste März.
00:00:20: zwei tausend sechsund zwanzig.
00:00:23: Welche Themen standen in dieser Woche im Mittelpunkt?
00:00:26: Fünf digitale Trends im Gesundheitswesen.
00:00:29: Von der Epa-Bilanz über KI im Operationssaal bis zur Zukunft der Medizin.
00:00:35: Finanzkommission legt Sparvorschläge vor, GKV braucht bis zu twenty-fünf Milliarden Euro Entlastung.
00:00:42: KHAG vor dem Bundesrat – Kliniken bangen um Leistungsgruppen und Pflegepersonal.
00:00:48: Prävention in der Apotheke.
00:00:50: Varken will Herzrisiken ohne Arzttermin messbar machen.
00:01:00: Womit fangen wir heute an?
00:01:02: Fünf Trends zur Digitalisierung im Gesundheitswesen hat das Netzmagazin Heise formuliert.
00:01:08: Neben der elektronischen Patientenakte EPA werden KI-gestützte Patientensteuerung, automatisierte Dokumentation per Sprachaufzeichnung, der Einsatz künstlicher Intelligenz in der Behandlung sowie KI gestärkte Eigenverantwortung zu zentralen Themen der Digitalisierung Im Gesundheitswesengenannt.
00:01:26: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hatte im Februar ihre Digitalisierungsstrategie vorgestellt.
00:01:32: Bis二-tausenddreißig soll die EPA zwanzig Millionen aktive NutzerInnen erreichen und zur zentralen App für Terminbuchung und digitale Ersteinschätzung werden.
00:01:42: Auch auf künstliche Intelligenz KI setzt die Strategie, bis zwei tausend achtundzwanzig sollen siebzig Prozent aller Einrichtungen Gespräche automatisch aufzeichnen und zusammenfassen lassen.
00:01:54: Doch Anbieter wie Dr.Lipp oder Jameda stützen sich dafür laut ihren Datenschutz-Erklärungen auf US-amerikanische Dienste, wie Gemini und OpenAI.
00:02:04: Kritikerinnen warnen die digitale Abhängigkeit von US-Anbietern wachse damit weiter.
00:02:09: Das dänische Unternehmen Corti und der jener Praxissoftwareanbieters PlanOrg Health Services zeigen dass es auch ohne US Cloud geht.
00:02:19: Ihre neue Partnerschaft bringt medizinische Sprachmodelle von Corti in die Healthcare-Plattform Princhipa.
00:02:26: Behandlungsgespräche werden in Echtzeit transkribiert und strukturiert als Dokumentationsentwurf aufbereitet.
00:02:33: Ärztinnen prüfen die Entwürfe und geben sie frei, bevor Sie in die Patientenakte eingehen.
00:02:38: Die Daten bleiben dabei ausschließlich in der EU gehostet und verarbeitet.
00:02:43: Ab dem dritten Quartal im Jahr ist die Lösung allgemein verfügbar sein.
00:02:48: Das KI-Analysen weit mehr können als Dokumentation zeigt eine aktuelle Studie der Fachhochschule Wedel.
00:02:55: Masterstudierende haben unter Leitung von Professor Hendrik Anuth, Abrechnungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherung GKV, von über dreihundertvierzichttausend Patientinnen über sechzehn Quartale ausgewertet.
00:03:08: Neuronale Netze identifizierten sowohl typische Krankheitsmuster als auch seltene Hochrisikokonstellationen etwa Diabetes in Verbindung mit akutem Nierenversagen.
00:03:19: Krankenkassen können solche Analysen künftig nutzen, um versicherten Gruppen gezielte Anzusprechen und Präventionsprogramme zu
00:03:26: entwickeln.".
00:03:27: Was KI im Operationssaal leisten kann zeigt das Oldenburger Pios-Hospital.
00:03:33: Dort gehört Holomedizin bereits zum Klinikalltag.
00:03:37: Ärztinnen sehen organe dreidimensional durch augmented reality Brillen.
00:03:42: Tumore erscheinen als leuchtende Punkte im Operationssaal.
00:03:45: Klinikdirektor Dirk Weyer setzt auf Technologie, weil laut einer Prognose der Unternehmensberatung PwC bis zu zwei-tausendfünfunddreißig fast eins Komma acht Millionen Fachkräfte in der deutschen Gesundheitsversorgung fehlen könnten.
00:03:59: Erwarmt?
00:04:00: Wir laufen auf eine Vollkatastrophe zu!
00:04:02: Das Pius Hospital ist eines von fünf Hohelmedizinzentren weltweit.
00:04:07: Auch in der Kardiologie hält KI Einzug In der Kerkowklinik in Bad Nauheim Erprobt Kardiologieleiter Samuel Tobias Sossala eine einzigartige Herzkatheteranlage.
00:04:19: Weltweit gibt es davon nur zwei, die zweite steht an der Uniklinik Gießen.
00:04:24: Die Anlage kombiniert künstliche Intelligenz mit CT-Bildgebung liefert hochauflösende Bilder der Kranzarterien und reduziert die Röntgenbelastungen für Patientinnen deutlich.
00:04:34: Rund zweitausend wurden damit bisher behandelt.
00:04:38: Sossala stellt klar, die KI entscheide nichts.
00:04:41: Sie liefere bessere Voraussetzungen
00:04:43: dafür.".
00:04:44: Aus den USA kommt mit Perplexity Health ein weiteres KI-Angebot auf den Markt.
00:04:50: Der Dienst bündelt Gesundheitsdaten aus Wearables, Apps und elektronischen Patientenakten von über µm Gesundheitsdienstleistern.
00:05:00: Perplexety betont?
00:05:01: Professionelle Beratung ersetzt der Dienst nicht!
00:05:04: Ähnliche Angebote kündigen auch Microsoft und OpenAI an.
00:05:09: OpenAI's JetGBT Health allerdings erteilte in einer Studie teils gefährliche Ratschläge.
00:05:15: In der Regulatorik tut sich ebenfalls etwas.
00:05:18: Das Bundesgesundheitsministerium will digitale Pflegeanwendungen die paar einfacher zulassen.
00:05:25: Bisher hat das Bundesinstitut für Arzneimittel- und Medizinprodukte bFarm alle drei bis langgestellten Anträge von Unternehmen abgelehnt.
00:05:33: Eine Verordnungsänderung soll nun, analog zu den digitalen Gesundheitsanwendungen DIGA auch für die Paar eine Probeaufnahme von bis zu zwölf Monaten ermöglichen.
00:05:44: Die neue Regelung soll am ersten Juli in Kraft treten.
00:05:48: Der Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung fordert außerdem dass digitale Pflegeberatung dauerhaft als Regelleistung verfügbar sein müsse.
00:05:58: Digitale Gesundheitsanwendungen, DIGA können seit Kurzem elektronisch verordnet werden.
00:06:03: Sofern das Praxisverwaltungssystem ein von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung KBV zertifiziertes Verordnungsmodul unterstützt.
00:06:11: Ein gesetzliches Pflichtdatum gibt es noch nicht!
00:06:14: Das Bundesgesundheitsministerium hat den Start vorerst freiwillig gestaltet.
00:06:18: Praxen können also weiterhin das gewohnte Verordlungsformular nutzen oder je nach Systemstand auf die Elektronische Verordnung umsteigen.
00:06:33: Die Finanzkommission Gesundheit legt am dreißigsten März Sparvorschläge für die gesetzliche Krankenversicherung vor.
00:06:40: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken erwartet Einsparungen von bis zu twenty-fünf Milliarden Euro bei jährlichen Gesamtausgaben von rund dreihundertfünfzig Milliarden.
00:06:50: Im Gespräch sind unter anderem ein Ende der beitragsfreien Mitversicherung von Eheläuten, Änderung beim Pflegebudget der Kliniken und niedrigere Arzneimittelpreise.
00:07:00: Diese Sparvorschläge treffen auf eine ambulante Versorgung, die schon jetzt an ihre Grenzen stößt.
00:07:06: Die neue Arztzahlstatistik der KBV zeigt – obwohl die Zahl der Vertragsärztinnen und Psychotherapeut-Innen in den Jahr ist, wird die verfügbare Zeit für Patientinnen knapper.
00:07:21: Mehr als siebzigtausend arbeiten inzwischen in Teilzeit, knapp sechzigtaussend in Anstellung!
00:07:27: KBV-Chef Dr.
00:07:28: Andreas Gassen warnte, die Politik müsse attraktive Rahmenbedingungen schaffen statt Niedergelassene mit Sparvorschlägen zu verschrecken.
00:07:37: Sein Stellvertreter Dr.
00:07:38: Stefan Hofmeister verwies darauf dass bundesweit breits rund fünf tausend Hausarztsitze unbesetzt seien.
00:07:52: Am siebenundzwanzigsten März stimmt der Bundesrat über das Krankenhaus Reformanpassungsgesetz KH AG ab Begleitet von einer Protokollerklärung der Bundesregierung.
00:08:02: Mehrere Länder, vor allem aus dem Osten hatten den Kompromiss zwischen Bund und Ländern scharf kritisiert.
00:08:08: Ein Antrag Mecklenburg-Vorpommerns auf Anrufung des Vermittlungsausschusses scheiterte zwar im Gesundheitsausschuss des Bundesrats – doch der Druck wirkte!
00:08:18: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken signalisierte entgegenkommen bei der Frage ob Pflegepersonal Untergrenzen als Qualitätskriterium für Leistungsgruppen gelten sollen.
00:08:28: Genau diese Regelung sorgt für Alarm in der Krankenhauslandschaft.
00:08:32: Nach Berechnungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft DKG müssten rund sevenhundertfünfunddreißig Standorte Leistungsgruppen abmelden, gut vierzig Prozent aller Häuser.
00:08:42: Betroffen wären auch Universitätskliniken.
00:08:45: Die DKG waren zudem vor kurzfristigen Entlassungen im Pflegebereich Grund Beim Pflegebudget fehle eine klare zeitliche Regelung, sodass Krankenkassen bereits jetzt in laufenden Verhandlungen auf die noch nicht geltende Rechtslage verwiesen.
00:09:01: Die SPD-Bundestagsfraktion hält dagegen – der Kompromiss stehe.
00:09:05: Weitere Zugeständnisse lehne man ab!
00:09:08: Die Protokollerklärung dürfe keine Versprechen für spätere Gesetzesänderungen enthalten.
00:09:19: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken will Apotheken stärker in die Prävention einbinden.
00:09:25: In einem gemeinsamen Interview mit Bundesforschungsministerin Dorothee Bea in der Bildzeitung warb sie dafür, Früherkennungsangebote für Herzkreislauferkrankungen zukünftig auch in Apotheken wahrnehmen zu können.
00:09:38: Konkret nannte Vaken die sogenannten drei B – das Messen von Blutdruck, Blutzucker und Blutfett.
00:09:45: Ohne Arzttermin würden deutlich mehr Menschen solche Angebote nutzen so die Ministerin.
00:09:50: Auch Franziska Scharpf, Vizepräsidentin der Bundesapothekerkammer begrüßte den Vorstoß.
00:09:56: Apotheken seien flächendeckend und niedrigschwellig erreichbar und könnten viel zur Herzgesundheit beitragen.
00:10:03: Professor Stefan Blankenberg, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie unterstützt die Pläne ebenfalls.
00:10:09: Jedes sichtbar machen von Risikofaktoren sei wichtig – niedrig-schwellige Angebote in Apothecken daher sinnvoll!
00:10:16: Markus Bayer, Bundesvorsitzender des Hausärztinnen und Hausärzteverbands hält dagegen.
00:10:21: Apotheken könnten einzelne Messwerte nicht in den Gesamtzustand von PatientInnen einordern.
00:10:27: Anlassloses Testen führe zu massiver Verunsicherung die ÄrztInnen anschließend mühsam auffangen müssten.
00:10:34: In der Debatte sind auch die pharmazeutischen Dienstleistungen PDL der Apothecken.
00:10:40: Laut der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ABDA bieten inzwischen mehr als die Hälfte der rund sixteen Tausend Sechshundert Apotheken solche Leistungen an.
00:10:49: Im dritten Quartal, Zweitausendfünfundzwanzig erbrachten rund achttausend Achthundert-Apotheken zweihundertsechzehntausend PDL Ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahresquartal wird mehr als einhundertfünfzig tausend
00:11:04: Ab.
00:11:04: der Präsident Thomas Preis bezeichnete die pharmazeutischen Dienstleistungen als bedeutendes Zukunftsthema.
00:11:10: Die Apotheken benötigten allerdings ausreichend Personal und finanzielle Mittel für diese zusätzlichen Angebote.
00:11:17: Der Deutsche Apothekerverband hat den Honorarvertrag zum einundreißigsten März gekündigt, weil die twenty-two von der Schiedsstelle festgelegten Vergütungen nicht mehr angemessen seien.
00:11:27: Parallel dazu berät der Bundestag das Apothekenversorgung Weiterentwicklungsgesetz kurz APO-VWG, dass weitere PDL vorsieht.
00:11:36: Unter anderem zur Stärkung der Therapietreue.
00:11:44: Soweit unser Rückblick!
00:11:46: Welche Themen sind wichtig für die kommenden Wochen?
00:11:49: Es lohnt sich nach Edinburgh zu schauen.
00:11:52: Dort hat eine Arbeitsgruppe aus alten PET Flaschen das Parkinson Medikament Levodopa hergestellt mit Hilfe gentechnisch veränderter Bakterien.
00:12:01: Die im Fachmagazin Nature Sustainability veröffentlichte Studie durfte eine breite Debatte über nachhaltiges Bio-Abcycling anstoßen.
00:12:10: Das Team um Professor Steven Wallace will die Technologie jetzt für die industrielle Anwendung weiter entwickeln.
00:12:16: Aus Plastikmüll könnten künftig nicht nur Medikamente entstehen, sondern auch Kosmetika oder Industriechemikalien.
00:12:23: Hierzulande gehen die Debatten um die Gesundheitsversorgung und deren Finanzierung weiter – wir bleiben dran!
00:12:30: Hat Ihnen die breite und bunte Palette an Nachrichten und Informationen gefallen?
00:12:35: Gerne können Sie unseren Podcast weiter empfehlen.
00:12:38: Schreiben sie uns Ihre Anregungen und Fragen bitte an.
00:12:41: Gesundheitsmanagement atberlin-chemie.de.
00:12:45: Sie finden unsere Kontaktdaten auch in den Shownotes!
00:12:49: Wir wünschen Ihnen eine erholsame Osterzeit, sind wieder für Sie da am zehnten April mit dem Einblick Podcast vom Gesundheitsmanagements der Berlin Chemie.