EinBlick – Der Podcast

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00:00:00: Einblick der Podcast.

00:00:06: Willkommen beim Einblick-Podcast, der Podcast für den tieferen und dennoch knackigen Einblick in die relevanten Ereignisse des Gesundheitswesens der vergangenen Woche.

00:00:15: vom Gesundheitsmanagement der Berlin Chemie.

00:00:18: Heute ist der Dreizehnte März zweitausendzechsundzwanzig.

00:00:22: Welche Themen standen in dieser Woche im Mittelpunkt?

00:00:26: Kritis Dachgesetz passiert dem Bundesrat Erstmals bundeseinheitliche Schutzstandards für kritische Infrastrukturen.

00:00:34: Kassenlage trügerisch, dreieinhalb Milliarden Überschuss durch die Finanzlücke wächst.

00:00:40: Bundestag beschließt Krankenhausreform an Passungsgesetz, längere Fristen und mehr Ausnahmen für Kliniken.

00:00:47: Premierversorgung im Umbruch warken Wildpatientinnen über die Hausarztpraxissteuern.

00:00:58: Womit starten wir?

00:01:00: Der Bundesrat hat dem Kritis Dachgesetz zugestimmt.

00:01:04: Erstmals gelten damit bundeseinheitliche Mindeststandards für den physischen Schutz kritischer Infrastrukturen, auch im Gesundheitssektor.

00:01:12: Das Gesetz setzt eine EU-Richtlinie um.

00:01:15: Betreiber müssen künftig Risikoanalysen erstellen, Notfallteams vorhalten und Vorfälle melden.

00:01:21: Als kritisch gilt wer essentiell für die Gesamtversorgung in Deutschland ist und mehr als fünfhunderttausend Personen versorgt.

00:01:29: Trotz Zustimmung übten die Länder einer begleitenden Entschließung Kritik Der Schwellenwert sei zu hoch, Einrichtungen im ländlichen Raum fielen durchs Raster.

00:01:38: Sie forderten eine Absenkung auf Hundertfünfzigtausend versorgte Personen.

00:01:42: Eine Evaluierung des Gesetzes ist bereits nach zwei Jahren vorgesehen.

00:01:46: Auf einer Kritis-Fachtagung in Berlin forderte ExpertInnen das Gesundheitswesen insgesamt krisenfester aufzustellen.

00:01:54: Live-Erik Sander, Direktor der Klinik für Infektiologie an einer Berliner Charité mahnte – schon der Routinebetrieb sei nicht effizient genug um in Krisen reagieren zu können.

00:02:04: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hatte zuvor auf der Münchner Sicherheitskonferenz ein Gesundheitssicherstellungsgesetz angekündigt.

00:02:12: Es soll Bevorratung von Arzneimitteln, Personalplanungen und Zuständigkeiten in Krisennlagen regeln.

00:02:18: Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach forderte das Vorhaben müsse schnell Gestalt annehmen.

00:02:24: Was Krisenvorsorge praktisch bedeutet, zeigte die Bundeswehrübung Medic Quadriga am Flughafen Berlin-Brandenburg.

00:02:32: Rund ein tausend Soldatinnen und gut zweihundertfünfzig zivile Kräfte trainierten erstmals gemeinsam die Rettungskette vom Einsatzgebiet bis ins Zivile Krankenhaus.

00:02:42: Verteidigungsminister Boris Pistorius betonte vor Ort – nur gemeinsam militärisch und zivil sind wir durchhaltefähig!

00:02:50: Die Berliner Gesundheitssenatorin Ina Ciboda ergänzte, die Übung diene nicht der Dramatisierung sondern der Professionalisierung.

00:02:58: Auch mit Blick auf die Daseinsvorsorge und die verwundeten Versorgung im Kriegsfall.

00:03:09: Die Überschüsse dienten vorrangig dazu, die gesetzliche Ministreserve aufzufüllen.

00:03:30: Diese lag Ende twenty-fünfundzwanzig weiterhin unter dem vorgeschriebenen Niveau.

00:03:35: Zahlen zeigen die strukturelle Schieflage.

00:03:38: Die Ausgaben stiegen um knapp acht Prozent und die Einnahmen nur um gut fünf Prozent.

00:03:43: Größter Kostentreiber waren Klinikbehandlungen mit einem Plus von knapp zehn Prozent.

00:03:48: Ohne die Beitragserhöhungen zum Jahreswechsel hätten die Kassen die Ausgabe nicht decken können!

00:03:54: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken sprach von einer weiterhin schwierigen Lage.

00:03:59: Ab twenty-sevenundzwanzig seien jedes Jahr Finanzierungslücken in zweistelliger Milliardenhöhe zu erwarten.

00:04:06: Ende März soll die Finanzkommission Gesundheit unter dem Vorsitz des Bielefelder Gesundheitsökonomen Wolfgang Greiner einen ersten Zwischenbericht mit Sparvorschlägen vorlegen.

00:04:15: Im Deutschlandfunk sagte Warken, das wird natürlich am Ende zu harten Einschnitten führen.

00:04:21: Fehlsteuerungen, Fehlanreize und Doppelvergütung im System müssten beseitigt werden.

00:04:26: Leistungskürzungen werde es aber nicht geben.

00:04:28: Ihr zentrales Ziel sei die nachhaltige Stabilisierung der Beitragssätze.

00:04:33: Gesundheitsökonom Reinhard Busse von der Technischen Universität Berlin sieht das Problem bei der Menge der Leistungen.

00:04:40: Seine Auswertungen zeigten in Deutschland werde insgesamt zu viel behandelt Die Versorgung ist aber im europäischen Vergleich deshalb nicht besser.

00:04:49: Eine Studie des IGES-Instituts lenkt den Blick zudem auf die Einnahmeseite.

00:04:54: Demnach drückt die zunehmende Teilzeitarbeit, die GKV-Einnahmen zusätzlich.

00:04:59: Würden mehr Menschen in Vollzeit arbeiten, könnten die Kassen mit deutlich höheren Beitragseinnahmen rechnen.

00:05:05: Diskutiert wird auch ein Paradigmenwechsel bei der Familienversicherung.

00:05:09: Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände BDA fordert, die kostenlose Mitversicherung von Ehepartnerinnen zu beenden und einen Mindestbeitrag einzuführen.

00:05:19: Das brächte knapp drei Milliarden Euro mehr Einnahmen jährlich.

00:05:23: Derzeit sind rund zweieinhalb Millionen Erwachsene beitragsfrei mitversichert.

00:05:28: Nina Wagen zeigte sich offen für eine solche Reform – sie müsse aber sozial verträglich umgesetzt werden!

00:05:44: Der Bundestag hat am vergangenen Freitag das Krankenhausreformanpassungsgesetz KHAG beschlossen.

00:05:50: Bund und Länder hatten sich zuvor nach wochenlangen Verhandlungen auf einen Kompromiss geeinigt.

00:05:56: Kliniken erhalten nun längere Übergangsfristen, mehr Ausnahmen bei der Zuweisung von Leistungsgruppen.

00:06:02: Erfüllt ein Standort die Qualitätskriterie noch nicht kann die Ausnahmefrist nun auf bis zu sechs Jahre verlängert werden.

00:06:09: Zudem steigt der Transformationsfonds auf neunundzwanzig Milliarden Euro bis zwei tausend fünfunddreißig.

00:06:16: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken sprach von einem mehrheitsfähigen Kompromiss, der den Strukturwandel einleite.

00:06:23: Krankenkassen und Krankenhäuser bewerteten die Einigung überwiegend positiv.

00:06:28: Gerald Gass, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft DKG begrüßte die gewonnene Planungssicherheit.

00:06:35: Der GKV-Spitzenverband sah einen tragfähigen Kompromiss, warnte aber verlängerte Fristen könnten den Strukturwandel verzögern.

00:06:43: Das Gesetz muss im Bundesrat noch beraten werden – es bleibt bis Ende März in der Diskussion.

00:06:54: Bei der ersten Lesung bekräftigte sie, dass Packungsfixum soll wie im Koalitionsvertrag vereinbart auf Neun Euro Fünfzig steigen per Verordnung im Frühjahr.

00:07:13: Das Gesetz sieht zudem erweiterte Kompetenzen für Apotheken vor etwa bei Schutzimpfungen und Prävention.

00:07:20: Pharmazeutisch technische AssistentInnen sollen Apothekerinnen zeitweise vertreten können.

00:07:25: Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände rief deshalb zu einem bundesweiten Apothekenstreich Ende März auf, aus Protest gegen die geplante Vertretungsregelung.

00:07:41: Wie soll die ambulante Versorgung künftig gesteuert werden?

00:07:45: Das Bundesgesundheitsministerium hat diese Woche zum zweiten Fachgespräch über ein Primärversorgungssystem nach Berlin geladen.

00:07:53: Varken WildpatientInnen gezielter durch das System lotsen.

00:07:57: Grundsätzlich soll der Weg zuerst über die Hausarztpraxis führen.

00:08:26: Karola Reimann vom AOK-Bundesverband begrüßte die breite Einigkeit über ein verbindliches Primärversorgungssystem.

00:08:33: Für den Direktzugang zu Fachärztinnen sollen Ausnahmen gelten, etwa bei GynäkologInnen und KinderärztInnen.

00:08:41: Die bestehende Verpflichtung der Krankenkassen, Verträge zur hausarztzentrierten Versorgung zu schließen, müsse beendet werden, forderte Reimahn.

00:08:49: Unterstützung für mehr Teamorientierung in den Praxen liefert eine Studie der Bertelsmann Stiftung.

00:08:55: Demnach könnten HausärztInnen knapp zwei Drittel ihrer Arbeitszeit einsparen, wenn sie Routineaufgaben an qualifiziertes Fachpersonal übertragen.

00:09:04: Rund zwölftausend speziell geschwüllte Praxisassistent-Innen könnten die bis zu einem Jahrzehnt von gut acht tausend unbesetzten Hausarztsitzen rechnerisch schließen.

00:09:15: Insgesamt sehen knapp zwei drittel der befragten Hausärztinnen großes Entlastungspotenzial durch Aufgabenteilungen.

00:09:22: Die Studienautorinnen betonen allerdings, Haftungs- und Finanzierungsfragen müssten einheitlich geklärt werden.

00:09:28: Auch die Deutsche Gesellschaft für integrierte Versorgung im Gesundheitswesen DGIV fordert eine verbindliche digital gestützte Ersteinschätzung.

00:09:37: Vorstandsmitglied Corinna Beutel betonte, Primärversorgung müsse als interprofessionelle Aufgabe verstanden werden Die freie Arztwahl solle erhalten bleiben.

00:09:47: Regionale Versorgungsunterschiede müssten durch flexible Modelle berücksichtigt werden.

00:09:57: Eine im Fachjournal Nature Medicine veröffentlichte Studie zeigt erhebliche Schwächen des KI-Gesundheitsdienstes Chat GPT Health von OpenAI.

00:10:07: Forscherinnen testeten das im Januar, zwanzig gestartete System mit sechzig klinischen Fallbeispielen.

00:10:14: Ergebnis?

00:10:15: In gut der Hälfte der echten Notfälle stufte die künstliche Intelligenz die Lage als zu harmlos ein.

00:10:21: Bei harmlosen Beschwerden reagierte sie dagegen oft übervorsichtig und empfahl unnötige Arztbesuche.

00:10:28: Besonders bedenklich, bei konkreten Suizidplänen versagte der eingebaute Krisenmechanismus häufig.

00:10:35: Die AutorInnen fordern deshalb, dass KI-Tools im Gesundheitsbereich vor der Veröffentlichung ähnliche Sicherheitsprüfungen durchlaufen sollten wie klassische Medizinprodukte.

00:10:46: Neuigkeiten bei der Telematikinfrastruktur – die Deutsche Telekom hat mit TI Connect einen Dienst vorgestellt über den Praxen und Apotheken ohne eigenen Konnektor Zugang zur Telematikanfrastruktur erhalten.

00:10:59: Die Verbindung läuft per VPN über ein Gateway im Telekom Rechenzentrum.

00:11:04: Der Dienst ist Teil der Weiterentwicklung zur sogenannten TI-II.null.

00:11:09: Die Betreibergesellschaft Gematik will die Telematikinfrastruktur damit sicherer und leistungsfähiger machen.

00:11:15: Neben der Telekom haben auch weitere Anbieter Zulassungen für solche Gatewaylösung erhalten.

00:11:21: Die bisherigen lokalen Einboxkonnekturen gelten als Auslaufmodell.

00:11:31: So weit unser Rückblick.

00:11:33: Welche Themen sind wichtig für die kommenden Wochen?

00:11:36: Spannend wird es beim Thema künstliche Intelligenz in der Diagnostik.

00:11:40: Eine im European Heart Journal Digital Health veröffentlichte Studie zeigt, ein KI-gestütztes digitales Stethoskop erkennt mittelschwere bis schwere Herzklappenerkrankungen doppelt so zuverlässig wie herkömmliche Stethoscope.

00:11:54: Herzklappenerkrankungen betreffen mehr als die Hälfte aller Erwachsenen über sixty fünf und bleiben oft lange unerkannt.

00:12:02: Die Technologie könnte Hausärztinnen künftig helfen, Betroffene früher zu identifizieren und schneller zur weiterführenden Diagnostik zu überweisen.

00:12:20: Unter dem Motto Kurs-Zwanzig Drei-Sich vernetzt, gesteuert, resilient erwarten Sie Highlights wie das Eröffnungsplenum Sessions zur Krankenhausreform und Versorgungssteuerung sowie die Session zu Chancen und Risiken von KI in der Gesundheitsversorgung.

00:12:35: Last Call!

00:12:37: Programm und Tickets finden sie unter gesundheitsnetzwerker.de.

00:12:41: Wir sehen uns in Berlin.

00:12:44: Hat Ihnen die breite und bunte Palette an Nachrichten und Informationen gefallen?

00:12:48: Gerne können Sie unseren Podcast weiter empfehlen.

00:12:51: Schreiben sie uns Ihre Anregungen und Fragen bitte an gesundheitsmanagementatsberlin-chemie.de.

00:12:59: Sie finden unsere Kontaktdaten auch in den Shownotes!

00:13:02: Wir freuen uns, wenn Sie am nächsten Freitag wieder dabei sind beim Einblick.

00:13:06: Podcast vom Gesundheitsmanagement der Berlin Chemie.