00:00:00: Einblick
00:00:00: nachgefragt.
00:00:05: Willkommen bei Einblick Nachgefragt, dem Podcast mit Interviews und Gesprächen zum Gesundheitswesen vom Gesundheitsmanagement der Berlin Chemie.
00:00:29: Thomas Ballast, stellvertretender Vorsitzende des Vorstands der Technikerkrankenkasse.
00:00:34: Konstanze Liebe, Vorstandsporsitzende der ADA, Bundesverband der Arztpraxis- und Gesundheitsnetze sowie Prof.
00:00:42: Dr.
00:00:42: Lutz Hager, Vorstanzvorsitzender des Bundesverbands Managed Care eV.
00:00:47: Der Kongress findet am siebzehnten und achzehntem März, im Jahr für die Ausbildung in Berlin statt unter dem Motto Kurs-Zwanzig Dreizig vernetzt gesteuert Resilient.
00:00:57: Die Interviews fokussieren den Themenstrang gesteuert und beleuchten, wie Deutschlands Gesundheitswesen trotz sehr vieler Arzt-Patienten-Kontakte wirksamer gesteuerd werden kann und welche Reformstrukturen nötig sind um das System zu entlasten.
00:01:17: Thomas Ballast ist seit Jahrzehntausendundzwölf stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der Technikerkrankenkasse in Hamburg verantwortlich unter anderem für Innovation ambulante Versorgung und Versorgungssteuerungen.
00:01:30: Er nimmt am siebzehnten März eine Diskussion gesteuert, Versorgung braucht Steuerung teil.
00:01:36: Zu der Frage welche Strukturen Prozesse und digitalen Verfahren Patientinnen helfen bedarfsnotwendige Angebote zu finden?
00:01:50: Herr Ballas, Sie diskutieren beim Konkret zur Gesundheitsnetzwerke.
00:01:54: Der Titel ist Versorgen baut Steuerung.
00:01:56: wie könnten neue Strukturen aussehen?
00:01:58: und die Technikerkrankenkasse fordert ja das Prinzip digital vor ambulant vor stationär und sie haben dazu eine Forserumfrage in Auftrag gegeben.
00:02:09: Wo stehen wir und was sollte die nicht mal ganz neue Bundesregierung anpacken?
00:02:14: Ja
00:02:14: Herr Nitz, Sie haben recht unsere Vorsorumfrage hat ergeben dass Menschen in bestimmten Regionen und bei bestimmten Facharztgruppen Schwierigkeiten haben Arzttermine zu kommen und sich im Gesundheitswesen richtig zu orientieren.
00:02:28: Und das hängt natürlich damit zusammen, dass wir einfach viel zu viele Arzt-Patienten-Kontakte in deutschem Gesundheitssystem haben die im Grunde aus zwei Ursachen her resultieren.
00:02:38: zum einen haben wir den Menschen auch den Eindruck vermittelt mit der Abschaffung der krankenversicherten Karte in den neunziger Jahren, der EinfĂĽhrung einer kranken versicherten Kart und der abschaffende Behandlungsscheine beliebig oft zum Arzt gehen kann und auch soll.
00:02:53: Und auf der anderen Seite gibt es, auch auf der Seite der Ärzte Strukturen die vielleicht auf mehr Arzt-Patienten Kontakte hinführen als zwingend notwendig wenn ich beispielsweise einen Patienten im Folgequartal noch mal einbestelle, um ihn nochmal nachzukontrollieren.
00:03:09: Obwohl das medizinisch so gar nicht nötig gewesen wird.
00:03:12: Deswegen sagen wir, wir müssen versuchen, medizinischen Nichts zwingend notwendige Art Patientenkontakte zu vermeiden und dazu wollen wir eine digitale Ersteinschätzung einführen die genau die Behandlungsanlässe gar keinen Arzt-Patienten-Kontakt sofort oder vielleicht überhaupt nicht benötigen, trennt von denen wo ein Arzt oder vielleicht sogar ein Krankenhaus möglichst schnell aufgesucht werden sollte.
00:03:38: Unsere Vision ist das dadurch eine Reihe von Arztpatientenkontakten tatsächlich vermieden wird was dann zu einer Entlastung des ambulanten Versorgungssektors führt mit der Folge dass sich die Terminsituation entspannt und dass wir auch dem Grundsatz digital vor Ambuland vor stationär Geldung verschaffen können, weil wenn wir im ambulanten Bereich mehr Luft haben um zusätzliche Behandlungen durchzuführen dann kann auch der Krankenhaussektor auf die eine oder andere Aufnahme von Patienten verzichten und alle sollten am Ende damit zufriedener sein als es jetzt sind.
00:04:17: Der gesamte Gesundheitssektor verändert sich.
00:04:20: auf dem Podium, auf dem sie teilnehmen sitzen neben der Kassenärztlichen Vereinigung und im Bürgerbund auch eine Vertreterin der deutschen Gesellschaft für Physischen Assistenz.
00:04:30: Wie sehen Sie die Notwendigkeit, dass auch Berufsbilder und das Rollenverständnis sich ändern muss?
00:04:36: Und welche Widerstände sehen Sie da im System?
00:04:40: Wir haben
00:04:40: ein groĂźes demografisches Problem in Deutschland.
00:04:43: Ich habe das mal die doppelte demografische Dynamik genannt, dass wir auf der einen Seite Menschen haben, die jetzt bald in den Ruhestand gehen und hoffentlich ein hohes Alter erreichen im Wesentlichen also die Babypuma und wir wissen, dass höheres Alter auch mit höherer Mobilität verbunden ist.
00:05:03: Also dadurch entsteht mehr Versorgungsbedarf.
00:05:05: auf der anderen Seite haben wir die Situation das viele jetzt noch die Versorgung meistern dann nicht mehr zur VerfĂĽgung stehen weil sie selbst auch im Ruhestand sind.
00:05:13: also ist die logische Folge dass wir versuchen müssen die versorgungen Strukturen den Moment haben auf möglichst viele Schultern zu verteilen.
00:05:22: Das können mal elektronische Schultern sein, wie ich ja gerade schon beschrieben habe.
00:05:27: Aber das sollten nach Möglichkeit dann auch schultern sein von Menschen die qualifiziert sind obwohl sie gleich kein Medizinstudium haben.
00:05:36: dazu gehören eben auch die Physischen Assistants.
00:05:40: Ich kann mir sehr gut vorstellen dass wir da in Sachen Substitution und Delegation mehr erreichen als in der Vergangenheit.
00:05:47: Auch deshalb weil Die Ärzte selber, die das ja in der Vergangenheit sehr kritisch gesehen haben.
00:05:53: Inzwischen erkennen dass sie die Arbeitslast im Grunde gar nicht mehr alleine bewältigen können und sich deshalb auch dem öffnen, dass auch andere nicht ärztliche Hilfskräfte in ihrem Auftrag oder mit ihrer Unterstützung zusätzliche Versorgung leisten.
00:06:09: wir haben gestern eine Veröffentlichung aus dem Hause Bertelsmann gesehen, die das auch nochmal beschreiben.
00:06:15: Dass dort wohl in Teams rund um eine hausärztliche Kerne herum gearbeitet wird, dass da viele Aufgaben, die auch technikbezogen sind von Hilfskräften geleistet werden können.
00:06:27: Das löst nicht jedes Problem weil natürlich auch die Hilfskräfte weniger werden.
00:06:31: Deswegen brauchen wir auch die digitale UnterstĂĽtzung.
00:06:33: Aber wenn wir das, was wir heute kennen an Versorgungsstrukturs auf viele Schultern verteilen dann glaube ich wird es ganz gut gehen.
00:06:40: als Kassel Vertreter muss sich natürlich darauf hinweisen dass wir die Leistung einer precision assistant mutmaßlich nicht so werden bezahlen können und müssen wie die eines Arztes weil da natürlich auch die Qualifikationen und die Einkommenserwartungen am Ende eine Rolle spielen wird.
00:06:56: Digitalisierung Sie haben's gesagt bei der Ersteinschätzung bei der elektrischen Überweisung, Terminvergabe und eben auch die EPAD als zentrale Bausteine vom Bundesgesundheitsministerium eingeplant ist.
00:07:11: Und jetzt auch sukzessive verbessert und verstärkt mit Modulen bestückt werden
00:07:16: soll.".
00:07:17: Wie sieht da das Modell der Techniker-Krankenkasse aus?
00:07:20: Sind Sie der Meinung, dass wir eine digitale Ersteinschätzung als festen Einstieg in die Primärversorgung brauchen?
00:07:27: und wie sollte der gestaltet sein.
00:07:29: Weil es droht ja ein gewisses Nadelöhr wenn man sagt die Lotsefunktion soll über die Hausärztin erfolgen und sie könnten ja dadurch überlastet werden, wenn das quasi physisch bei Ihnen in den Praxen stattfinden sollte.
00:07:43: Ja ich habe es vorhin ja schon mal kurz angerissen die glaube schon digitale Erstinschätzung brauchen, die möglichst neutral, möglichst konsistent, möglichst manipulationsfrei funktioniert.
00:07:55: damit sie von jedem beliebigen Ort aus immer zum gleichen Ergebnis fĂĽhrt.
00:08:00: Wir glauben nicht, dass alle Menschen das von zu Hause oder mit ihrem Handy machen werden, sondern es wird sicherlich auch welche geben, die das dann erst in eine Arztpraxis durchfĂĽhren und da kriegen Sie vielleicht UnterstĂĽtzung vom Praxispersonal oder kriegen ein iPad in die Hand gedrĂĽckt und machen das dann.
00:08:18: Und dann geben Sie Ihre Symptome ein und dort wird beschrieben was denn jetzt der sinnvolle nächste Tritt ist.
00:08:26: FĂĽr mich immer besonders hilfreich wird das Beispiel der Eltern, die ihr erstes Kind kriegen.
00:08:32: Wo ja jede Abweichung von den Normen gleich ein potenzielles groĂźes Gesundheitsproblem darstellt.
00:08:39: und da kann man schon sehr viel zur Beruhigung beitragen wenn man eine qualifizierte Antwort bekommt und sagt kommen.
00:08:46: die Höhe des Fiebers ist noch nicht problematisch.
00:08:48: Warte mal noch ne Nacht ab und guck mal wie sich das entwickelt Und in vielen Fällen ist es dann auch wieder gut Spiel dafür, dass dann entsprechend auch.
00:08:57: Termine oder Arzt-Patienten-Kontakte vermieden werden können.
00:09:01: Wir glauben, dass das am Ende ein Instrument sein muss, das von den Ärzten, also einer ärzlichen Selbstverwaltung selbst entwickelt werden muss und dann die Kassenärztliche Bundesvereinigung ist, weil es nur um vertragsärztlich Versorgung geht oder ob das sogar in die Hände der Bundesärztekammer gelegt werden muss, weil das am ende für alle Patienten gelten soll.
00:09:22: Das muss im weiteren Verlauf des Gesetzgebungsverfahrens entschieden.
00:09:27: Wichtig ist, dass dieses Instrument möglichst gut integriert ist in die Angebote des Gesundheitssystems, die sowieso da sind.
00:09:35: Das eine ist die one-on-six, ein-on sieben von den KVNIA betrieben wird wo es auch schon Webseiten gibt, wo man das Instrument anbieten kann.
00:09:43: aber wir wĂĽrden natĂĽrlich sagen, dass auch unsere Eingangspforten also unsere Apps, unsere Webseite der richtige Ort sind um quasi den Einstieg in das Gesundheitswesen zu.
00:09:56: Das ist auch nicht zwingend eine Frage der elektronischen Patientenakte, weil solange die elektronische Patientenakte eine freiwillige Veranstaltung ist und das ist ja am Ende auch durch die Opt-Out Regelung mĂĽssen wir Prozesse finden fĂĽr alle Patientengeld.
00:10:12: Das heißt in der EPA wird man das Tool auch anbieten können und vielleicht kann man das auch noch mit ein paar weiteren Funktionen dann garnieren um nochmal den Mehrwert der EPA herauszustellen aber finden müssen für Menschen, die die E-Bahn nicht benutzen.
00:10:28: Und das ist dann eben die allgemeine Kassenapp oder die Einsehnsechs, einsehn, sieben oder was sich da noch entwickeln wird?
00:10:34: Ich glaube es ist ganz wichtig dass wir an der Stelle sozusagen mit der Versorgung und der Steuerung der Versorgen beginnen auf so einer sehr niedrischwelligen Ebene weil sonst werden wir uns auch Dauer überfordern Bedarfe, die sich dann äußern gar nicht alle abdecken können.
00:10:52: In diesem Jahr entscheidet sich wie die nachhaltige Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen möglich wird.
00:10:59: Die Ministerin sprach schon von einem hohen Spardruck und alle schauen auf die Ergebnisse der Kommission.
00:11:08: Ihr Zusatzbeitrag bei der Techniker-Krankenkasse ist fĂĽr dieses Jahr auf zwei Prozent angestiegen.
00:11:14: Das ist im Durchschnitt ein sehr guter Wert denn Lassen liegen bei inzwischen drei Komma eins, Eins Prozent.
00:11:22: Das Konkretsmotto des Kongress fĂĽr Gesundheitsnetzwerke lautet Kurs zwanzig dreiĂźig.
00:11:27: Was sind Ihre Schritte als Techniker Krankenkasse damit Sie weiterhin so gute Zahlen liefern können?
00:11:33: Damit ein bezahlbares System erhalten bleibt?
00:11:35: Ja die Finanzmisere, die wir haben ist darauf zurückzuführen dass wir seit ein paar Jahren also seit vielen Jahren eigentlich Situation haben, dass die Ausgaben stärker steigen als die Einnahmen.
00:11:49: Und das ist auf unterschiedliche Entwicklungen zurĂĽckzufĂĽhren aber auch natĂĽrlich darauf, dass wir eine lange Zeit hatten wo es uns wirklich finanziell sehr gut ging und die Politik das genutzt hat um an bestimmten Stellen die Einspaarschrauben so will ich sie mal nennen zu lockern und dementsprechend fĂĽhren dann vor Jahren schon erlassenen gesetzlichen Regelungen jetzt zu entsprechenden Mehrausgaben.
00:12:18: Wenn man will, dass die Beiträge nicht weiter steigen dann muss man auf eine Ausgabendpolitik umsteigen, die sich an den Einnahmen orientiert.
00:12:26: Jetzt könnte man sagen gut, dann erhöhe ich einfach die Einnahmen weiter.
00:12:30: das ist aber schwierig weil die Beitragssätze können nicht ewig steigen weil das am Ende dann dazu führt die Lohn- und Gehaltsempfänger viel zu wenig vom Netto in ihrem Geldbeutel behalten.
00:12:47: Und die Wirtschaft über die Lohnebenkosten stark belastet wird, die Lösung, die man in der Vergangenheit hatte dass man mehr Steuern zur Verfügung stellt das ist eigentlich auch Ausgeschlossen im Moment.
00:13:00: Es gibt viele andere BedĂĽrfnisse des Staates, die zuerst gedeckt werden mĂĽssen und die Frage wie ich bei dem Beitragszahler noch mehr Geld locker machen kann zum Beispiel ĂĽber die Verbeitragung von MieteinkĂĽnften oder KapitaleinkĂĽnfte bis auf so einer populistischen Ebene immer leicht ausgesprochen ist aber in Wahrheit sehr komplex.
00:13:22: und die Frage, wer da am Ende tatsächlich belastet wird.
00:13:26: Da kann man sich lange drĂĽber streiten.
00:13:28: also eigentlich aus unserer Perspektive muss man sich auf den Ausgabenbereich konzentrieren Und das bedeutet nun mal, dass an der Stelle auch Zumutungen ausgesprochen werden mĂĽssen.
00:13:41: Die nicht bedeuten, dass man am Ende weniger hat als vorher aber ein Anstieg von Ausgaben sich nicht mehr orientiert den Wünschen der Leistungserbringer, sondern orientiert an dem was wir an Einnahmen zusätzlich jedes Jahr erwirtschaften und das ist auch immer noch ganz ordentlich.
00:14:03: Wir haben mit Sicherheit mehrere Prozentpunkte die in jedem Jahr an Einnahme zusätzlich reinkommen und in dem Maße müssen sich dann eben auch die Verträge der Leistung Erbringer weiterentwickeln oder auch die Umsatzerwartungen der Pharmaindustrie.
00:14:23: Ihr
00:14:24: habt alles viel zu sagen.
00:14:25: Vielen Dank!
00:14:32: Bauliebe.
00:14:34: Diada
00:15:00: vertritt als Bundesverband die Interessen zahlreicher Arzt, Praxis und Gesundheitsnetze in ganz Deutschland.
00:15:05: Deshalb meine Frage aus dieser Perspektive welche konkrete Funktionen können diese Netze bei der regionalen Patientinnen Steuerung übernehmen?
00:15:14: Und wo sehen sie aktuell die größten Lücken?
00:15:17: Also die Arztnetze, wir verwenden den Begriff ja Synonym, Arztpraxis und Gesundheitsnetze können in den Regionen gezielt regionale Versorgungslösungen finden.
00:15:29: Weil Arztmetze in den Region wissen was vor Ort fehlt wo die LĂĽcken sind.
00:15:35: sie kennen die beteiligten Personen und das ist aus unserer Sicht die beste Voraussetzung um sozusagen in eine gesteuerte Versorgung ob das jetzt ne Primärversorgung sind Wir sind Fans davor aber in eine gescheuerte Versorgung einzusteigen.
00:15:49: Und die größten Herausforderungen sind auf der anderen Seite, dass es uns nicht Flächendetten gibt.
00:15:55: Wir finden politisch noch zu wenig statt und dafür kämpft der Bundesverband um da einfach ein Stück weit auch politisch mehr Anerkennung zu finden.
00:16:04: Es muss aus unserer Sicht auch nicht ĂĽberall Arztnetze geben.
00:16:07: Aber das ist die Herausforderung, der wir als Bundesverbanter oder der die Arztnette generell gegenĂĽberstehen.
00:16:14: Genau, die Stärkung der Primärversorgung wird derzeit als Schlüssel zu einer besseren regionalen Gesundheitsversorgungen gesehen und aus dem Kreis ihrer Mitgliedsnetze gibt es ja schon Praxisbeispiele wo das Modell des Netzes als Kümmerer bereits funktioniert.
00:16:32: Könnten Sie unseren Hörerinnen da ein bisschen Einblick geben?
00:16:35: Ja, war nicht.
00:16:36: Die Schwierigkeit ist immer welches Beispiel pickt man.
00:16:38: Primärversorgung findet in sehr vielen Arztnetzen auf sehr unterschiedliche Weise statt.
00:16:43: Also Ziel ist ja immer die Steuerung und es gibt unterschiedliche Möglichkeiten zu steuern.
00:16:48: In der Primär- versorgen wird oft die Primärtarztpraxis diskutiert.
00:16:52: wir sind nicht unbedingt Fan davon.
00:16:54: deswegen sagen wir auch primär Versorgung und primär versorgung kann sowohl durch Lotsen erfolgen Also durch irgendeine Art von Kümmerern nenne ich das, die Patienten durch den Dschungel steuern.
00:17:08: Sie kann auch durch eine hausärztliche Praxis oder in der kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe würde man Bezugspraxissen sagen... Erfolgen, aber sie kann eben auch durch technische Tools erfolgen und Arzneze bieten dafür unterschiedliche Möglichkeiten.
00:17:24: Also es gibt durchaus digitale Steuerungsplattformen wie in Paderborn zum Beispiel.
00:17:29: dazu wird dann Herr Bandowski sicherlich was sagen wenn der ist ja auch auf dem Panel.
00:17:32: also das sind sehr sehr unterschiedlicher heterogene Möglichkeiten primär Versorgung stattfinden kann.
00:17:39: Sie ist immer eng verbunden mit einer Patientin-Steuerung, das ist glaube ich das was alle eint.
00:17:44: FĂĽr Lippe kann ich sagen, dass es meinen Berit wir steuern in der Palliativversorgung.
00:17:49: Das ist ja nur eine Teilgruppe von Patientinnen und Patienten die eben rund um eine koordinative Struktur ein Netzwerk anhand der Patient Journey aufbaut in diesem Fall fĂĽr palliativ Patienten.
00:18:02: Und da sind dann eben nicht nur Ärzte beteiligt, sondern Pflege, Ehrenamt, Hospizdienste, stationärer Bereich durchaus auch und natürlich ganz eng dran, der Hausarzt oder die Hausärztin.
00:18:13: Das Panel das Sie schon erwähnt haben heißt Steuerung der regionalen Versorgung.
00:18:18: unter welchen Bedingungen ist Primärversorgung sinnvoll?
00:18:21: Welche Rolle können regionale Akteure bei der Patient Entsteuerung einnehmen, um die Vernetzung vor Ort zu organisieren.
00:18:28: Auf diesem Podium sitzen neben Ihnen auch Vertreterinnen von Krankenkassen-, Gesundheitsregionen und der Gesundheitspolitik?
00:18:35: Was erwarten Sie von den Akteuren?
00:18:38: mit welchen Botschaften geben sie quasi zu dem Panel und was wäre ihnen wichtig dass dort besprochen wird?
00:18:44: Also das Wichtigste ist, dass wir klar machen aus meiner Sicht klarmachen und ich glaube da habe ich Mitstreiter Versorgung in den Regionen stattfindet, also dass die Region wie auch immer man das macht.
00:18:57: gestärkt wird in dieser Wahrnehmung, also Patientenversorgung vor
00:19:02: Ort
00:19:02: auch mit einem nötigen Handlungsspielraum zu versehen.
00:19:05: Dass das vor Ort für den Patientin oder die Patientin stattfinden kann und ich erhoffe mir von dem Pendel dass wir da ein Riegen Austausch kommen durchaus auch nach vorne denken und gegebenenfalls auch Lösungen an diskutieren.
00:19:18: welche Rolle spielt eine Kommune?
00:19:20: können andere diese Rollen übernehmen?
00:19:22: Kann man das auch ein StĂĽck weit finanzieren?
00:19:24: der Netzwerkbildung braucht bisschen finanzielle UnterstĂĽtzung, sonst findet sie mich statt.
00:19:29: Das kann nicht dem Ehrenamt erfolgen und das erhoffe ich mir eigentlich von der Diskussion.
00:19:34: Ich freue mich drauf!
00:19:35: Ich glaube dass da die richtigen Leute auch sitzen, die eben durchaus unterschiedliche Blickwinkel dazu beisteuern.
00:19:40: Ja mit Michael Weller sitzt ja ein Praktiker aus dem Maschinenraum der Gesundheitspolitik jetzt nicht mehr im Amt aber Da sitzt er eben mit seiner Expertise auf dem Podium, deshalb meine Frage.
00:19:54: Wenn Sie einen konkreten drei Punkteplan der Politik vorlegen könnten... Was wären diese Punkte?
00:20:01: Drei Punkte, das ist eine Herausforderung.
00:20:04: Ich glaube man muss an vielen Schrauben drehen.
00:20:06: ich wĂĽrde gerne die Gesundheitsregion und darĂĽber kann man begrifflich streiten aber das brachte Herr Weller seinerzeit ja mit in der Ampel Koalition noch ich wĂĽrde die Gesundheits Region wieder mehr in den Fokus rĂĽcken.
00:20:18: Ich würde gerne einen Rahmen schaffen dass dafür in den Regionen auch gehandelt werden also Spielräume geschaffen werden das auch in den regionen gehandelten werden kann.
00:20:27: für mich ist es wie gesagt nicht entscheidend ob das die Kommune dann tatsächlich oder ob es andere Player sind.
00:20:33: Wir wĂĽrden uns als Arztnetze wĂĽnschen, wir dĂĽrften auch ein Player sein.
00:20:36: Das war seinerzeit nicht vorgesehen, das würde ich gerne fordern und das ist der wichtigste Punkt oder die wichtigsten zwei Punkte also Regionen stärken, Handlungsspielräume schaffen und vielleicht dann eben als dritten Punkt die Arztnette nicht zu vergessen wenn sie vor Ort da sind.
00:20:52: wir können das.
00:20:53: Wir machen das schon in großen Teilen und haben glaube ich auch bewiesen dass wir das können nicht in jeder Region.
00:21:01: Aber ich glaube irgendwo muss man anfangen.
00:21:03: Ja, und auch Sie sind schon öfters bei Kongressen der Grundheilsnetzwerke dabei gewesen.
00:21:12: was erwarten sie in diesem Jahr von dem Kongress?
00:21:15: Und was ist so Ihr Wunsch das von den zwei Tagen in Berlin im März als Signal ausgehen soll?
00:21:22: Ich glaube, das hat sich all die Jahre gezeigt.
00:21:24: Ich war schon häufig da.
00:21:25: also es ist fĂĽr uns ein Meeting Point um die Kolleginnen und Kollegen zu treffen nicht nur unsere eigenen Arztnetz-Kollegen sondern natĂĽrlich auch die Leute, die um uns herum arbeiten und sich mit uns ja auch schon seit Jahren connecten und vernetzen.
00:21:39: und der Kongressname sagt es ja im Grunde Es ist ein Gesundheitsnetzwerkerkongress und dass er hofft und erwarte ich.
00:21:45: mir bin auch zuversichtlich, dass das wieder klappt.
00:21:47: Das ist einfach wichtig, dass man sich auch mal so beim Kaffee austauschen kann, neue Kontakteknüpfalte wieder aufleben lässt und das hat bisher immer gut funktioniert.
00:21:58: Ist eine schöne Möglichkeit das Ganze auch nicht immer nur virtuell zu machen sondern tatsächlich vor Ort.
00:22:05: Ich erhoffe mir aber natĂĽrlich auch Impulse, inhaltliche Impulse.
00:22:08: Das ist ja immer das auch was man sich wĂĽnscht.
00:22:11: Nach dem Bruch der Ampel sind wir eigentlich noch nicht so richtig nach vorne gekommen.
00:22:15: Also ich erhofe mir auch dass ich da nochmal ein bisschen mehr näher dran bin was in Berlin vielleicht auch kommen wird und was auch kommen muss, aus meiner Sicht.
00:22:24: Also wir sind alle scharren wie ein wenig mit den FĂĽĂźen und hoffen dass es jetzt wirklich mal nach vorne kommt und nach vorne gedacht wird in der Gesundheitspolitik.
00:22:34: DĂĽrfen wir jetzt noch ein bisschen schneller vorangehen?
00:22:36: Wir haben's fünf vor zwölf.
00:22:37: Vielen Dank!
00:22:43: Professor Lutz Hager ist Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Managed Care EV BMC.
00:22:50: Er betont, wenn wir nur ĂĽber Patientensteuerung reden springt die Diskussion zu kurz.
00:22:55: FĂĽr bessere Versorgungsergebnisse brauche es eine vernetzte Versorgung mit allen Akteuren!
00:23:06: Professor Hager, Sie werden beim Kongress für Gesundheitsnetzwerke im März die Diskussion gesteuert.
00:23:12: Versorgungssteuerung ist mehr als Patientensteuerungen mit Ärzten im Fokus durch den Vortrag einleiten und auch diese Session als Moderator führen.
00:23:21: was erwarten sie sich von dieser Session?
00:23:23: Und wie gehen Sie da rein?
00:23:25: Ja, also die thematische Ausrichtung ist spot-on hervorragend gewählt.
00:23:31: Weil sie verdeutlicht dass die Aufgabe in der Primärversorgungsreform vor allem an uns im Gesundheitswesen geht, die nämlich Versorgung besser koordinieren sollen.
00:23:42: das ist die Aufgabe an uns und es mĂĽssen wir organisieren.
00:23:46: den Reformdruck auf die Patientinnen und Patienten abzuwälzen Ist nicht die richtige Antwort Insofern Versorgungssteuerungen entstehen gute Patientenwege.
00:23:57: Bei dem Thema Primärversorgungsreform hat der BMC an Papier in die Debatte geworfen, da geht es um fünf Bausteine für Angestrebte Primärversorgungsreform.
00:24:08: könnten Sie uns da kurz die Leitpunkte nennen, worauf sie Ihnen als Bundesverband Manager ankommen.
00:24:13: Ja wir haben
00:24:14: versucht die Dinge einfach mal runterzubrechen in Umsetzungselemente, die auf jeden Fall enthalten sein mĂĽssen.
00:24:22: es fällt häufig schwer das große Ganze zu denken und dann sieht jeder wieder nur seins.
00:24:26: also einfach handhabbare Elemente.
00:24:29: und das sind fĂĽnf Bausteine.
00:24:31: Das ist zuerst einmal ein Erst-Einschätzung oder Anlasssystem als Auslöser und Zugangspunkt von Versorgungsketten.
00:24:41: Das ist dann natürlich eine Primärversorgung, die sich on the ground stärker verbindet.
00:24:50: Organisiert mit Primär-Versorgungseinheiten aber auch vielen weiteren Versorgungspunkten, die in der Region da in Versorgungspraxen, Zentren oder Netzwerken zusammenkommen sollten.
00:25:01: Das ist eine Terminvermittlung ein Terminservice, eine Terminkoordination, die möglich wird.
00:25:09: wir haben die E ĂĽberwarten in Polen gesehen.
00:25:12: Ganz einfach, ganz toll!
00:25:14: So etwas brauchen wir auch.
00:25:15: Wir brauchen dafür einen digitalen Backbone eine Art TI für die Primärversorgung Und wir sehen vor allem, dass natürlich viele, viele Chancen sind auch in der Versorgung Menschen besser zu versorgen.
00:25:30: Kronische Patienten, Akutfälle
00:25:32: etc.,
00:25:33: also wir sehen auch eine umfassende, eine verbesserte Primärversorgung.
00:25:37: Thema Prävention.
00:25:37: Auch das gehört in einer weitergedachte, weiterentwickelte Primär-Versorgung mit hinein.
00:25:43: Alten Sie es schon ein bisschen verkürzt, dass die Politik in diesem Punkt ausschließlich auf die möglichen Einsparpotenziale, die durch eine verbesserte Steuerung der Patientin bewirkt werden soll abhebt und dass sie den ganzen.
00:25:56: Breiteren Scope, den Sie gerade aufgemacht haben ĂĽberhaupt nicht so in der Debatte mit berĂĽcksichtigt?
00:26:02: Also ich freue mich sehr dass wir in der Debate dort glaube ich schon ein Stück weitergekommen sind und auch die Ministerin mittlerweile ja deutlich unterscheidet zwischen dem Kostendämpfungsmaßnahmen auf der einen Seite und der Primärversorgungsreform.
00:26:18: Die in der Tat viel umfassender und viel länger laufender angelegt ist.
00:26:22: Und ich möchte fast sagen das sollte hier etwas sein wo wir unser gesamtes Gesundheitssystem so ausrichten, dass die Primärversorgung quasi wie Wasser den Berg runterfließt.
00:26:33: Also sie wird in ganz vielem unterstĂĽtzt und sie richtet unser System auf.
00:26:36: Was schlecht wäre ist wenn wir sozusagen eine Reform schaffen indem wir Wasser in Eimerndenberg hoch tragen müssen weil unser Gesundheitssystem an ganz vielen Stellen- und Ecken eben noch nicht das
00:26:47: unterstĂĽtzt.".
00:26:48: Der Kongress für Gesundheitsnetzwerke isch am siebzehnundachzehnten März.
00:26:53: mit welchen Erwartungen gehen Sie dahin?
00:26:55: Ich glaube, wir sind jetzt in der Phase wo wir unsere Vorstellungen von Primärversorgung noch formen und es sind ganz viele Anregungen die natürlich dahinein gehören.
00:27:07: Die auch im Ausland gesammelt worden sind in allen unseren europäischen Nachbarländern Und natürlich auch von dem, was Praktika und Praktikerinnen aus der Versorgung dort einbringen.
00:27:18: Am Ende dĂĽrfen wir nicht die Achtzigzwanzig-Regel falsch rummachen also denken.
00:27:22: Achtzig Prozent ist hier irgendwie im Mastermindigen und den Interessenkonflikten in Berlin sondern Acht zig Prozent sind in der Umsetzung vor Ort.
00:27:31: Insofern ist es ganz wesentlich das auf dem Gesundheitsnetzwerker Kongress via Aus der Perspektive auch derjenigen, die das vor Ort umsetzen diese Reform diskutieren.
00:27:40: Vielen Dank!
00:27:48: Wir hoffen, dass Ihnen diese Ausgabe von Einblick nachgefragt gefallen hat.
00:27:52: Bitte schicken Sie uns gerne Anregungen und Fragen an.
00:27:55: Gesundheitsmanagement atberlin-chemie.de.
00:27:59: Sie finden unsere Kontaktdaten auch in den Show Notes!
00:28:14: Alles im Netz unter gesundheitsmanagement.berlin-chemie.de.