EinBlick – Der Podcast

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:00: Ein Blick nachgefragt.

00:00:05: Willkommen bei Ein Blick nachgefragt, dem Podcast mit Interviews und Gesprächen zum Gesundheitswesen vom Gesundheitsmanagement der Berlin Chemie.

00:00:14: Vom Analogen zum Digitalen mit KI den Nutzen von Gesundheitsdaten erschließen.

00:00:21: Fachjournalist und Einblickredakteur Christoph Nitz spricht mit Pia Maier über das BMC-Papier mit KI den Nutzen von Gesundheitsdaten erschließen.

00:00:30: KI ist kein magisches Wesen, sondern ein technisches Werkzeug.

00:00:35: Konkrete Praxisbeispiele können diffuse Ängste abbauen und zeigen, wie der Übergang von einem Analogen zu einem datenbasierten Gesundheitssystem gelingen kann.

00:00:45: Mit echtem Nutzen für Behandelnde, Forschende und Patientinnen und Patienten.

00:00:50: Pia Meyer verantwortet bei Medtronic den Bereich Governmental Affairs mit Schwerpunkt Digitalisierung.

00:00:57: Als Leiterin der Arbeitsgruppe Zukunftstechnologie beim Bundesverband Managed Care BMC koordinierte sie eine interdisziplinäre Taskforce zur Analyse des Rechtssicheren und sinnvollen KI-Einsatzes im Versorgungsalltag.

00:01:11: Nach fast einem Jahr Diskussion präsentiert die Gruppe eine Publikation mit den Rahmenbedingungen der Datennutzung, politischen Handlungsempfehlungen und fourteen Newscases.

00:01:21: Diese praktischen Beispiele decken die ganze Bandbreite ab.

00:01:25: von Prävention über Hausarztpraxis und Klinikalltag bis hin zur Forschung mit Registerdaten.

00:01:31: Die Umsetzung erfordert vor allem Vertrauen und eine bundesweit einheitliche Interpretation der DSGVO.

00:01:38: Diese Impulse bringt Pia Mayer auch beim neunzehnten Kongress für Gesundheitsnetzwerke in Berlin ein.

00:01:51: Guten Tag, Frau Mayer.

00:01:52: Ich freue mich, dass Sie Zeit für unseren Podcast gefunden haben.

00:01:55: Ich danke für die Einladung.

00:01:56: Hallo, Herr Nitz.

00:01:57: Beim Bundesverband Managed.

00:02:00: Hier gibt es eine Taskforce Datennutzung und da haben der Professor Dr.

00:02:06: Lutz Hager und sie ein Papier vorgelegt, wie man quasi mit künstlicher Intelligenz umgehen könne, umgehen möge.

00:02:14: Und ich würde als erstes mal fragen, wie sind sie zu der Taskforce gekommen?

00:02:18: Was waren so die Aufgabenstellungen und wie war die Arbeitsweise, die sie da in der Gruppe hatten?

00:02:23: Die Anerkennung für das Papier gebührt tatsächlich dieser Gruppe, die sich als Taskforce-Datennutzung gebildet hat.

00:02:32: Das waren zehn, zwölf Leute aus dem ganzen Spektrum des BMC, die sich zusammengefunden haben, um diese Burning-Question, wie kann man Daten für eine bessere Versorgung im Gesundheitswesen nutzen, um diese Frage zu beantworten.

00:02:48: Und wir haben in dieser Gruppe drei Vierteljahr lang viel diskutiert, viel zusammengetragen und dabei festgestellt, dass es ein paar Grundbedingungen gibt für gute Nutzung von Gesundheitswesen, von von Daten im Gesundheitswesen und dass es ganz viele Praxisbeispiele gibt, die wichtig sind, um ein Verständnis dafür zu bekommen, wo wir gerade eigentlich in der Datennutzung so stehen.

00:03:16: Und so kamen diese Gruppe auf die Idee, ein Papier zu veröffentlichen.

00:03:23: dass auf der einen Seite die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und die politischen Handlungsbedarfe adressiert, die wir für mehr und bessere Datennutzung brauchen und auf der anderen Seite Praxisbeispiele zusammengetragen hat von Autorinnen und Autoren, die ihre Form der heute schon möglichen Datennutzung im Gesundheitswesen aufgeschrieben haben.

00:03:45: Und das ist, glaube ich, eine sehr runde Sache, die da unter dem Dach des BMC entstanden ist, weil es die Vielfalt abbildet.

00:03:52: und weil es auch die gemeinschaftlich diskutierten Handlungsbedarfe adressiert.

00:03:58: Der Titel mit KID-Nutzung von Gesundheitsdaten erschließen führt eigentlich normalerweise zu der Reaktion um Hemmels willen Datenschutz, aber das müssen Sie doch bedenken.

00:04:09: Ich will sagen, dieses Papier möchte, dass wir von einem Analogen zu einem datenbasierten System eben kommen.

00:04:17: Und anstatt die Bedenken zu adressieren, finde ich sehr spannender und charmant, dass in diesem Papier eben konkrete Anwendungsbeispiele, die die Vorteile einer digitalen und datenbasierten Nutzung eben darlegen.

00:04:31: Was ist denn da der grundsätzliche Punkt?

00:04:33: Warum wird es in der Allgemeinendebatte nicht so diskutiert?

00:04:37: und glauben Sie das mit diesen Papier sich der Blickwinkel auf das Thema insgesamt etwas verändern wird, wie wir mit Gesundheitsdaten umgehen wollen.

00:04:47: Also ich hoffe sehr, dass wir mit diesem Papier einen Beitrag zur Verbesserung der Debatte auch wirklich leisten können.

00:04:56: Wir haben in dieser Gruppe in ihrer ganzen Bandbreite von Leistungserbringern über Krankenkassen bis hin zur Industrie und auch unserem professionalen Beistand von den IT-Fachläuten wirklich einhellig festgestellt.

00:05:12: Datenschutz ist wichtig für den Einsatz von KI im Gesundheitswesen und für die Nutzung von Gesundheitsdaten.

00:05:20: Das ist eine zentrale gesellschaftliche Rahmenbedingung, damit eben das Vertrauen in die Datennutzung entstehen kann.

00:05:28: Gleichzeitig darf der Datenschutz aber nicht unterschiedlich interpretiert werden.

00:05:35: und darf nicht immer wieder neu und anders ausgelegt werden.

00:05:40: Also wir haben in dem Handlungsbedarf sehr klar adressiert.

00:05:44: Wir stehen hinter der DSGVO als europäische Richtlinie für den Datenschutz und brauchen aber eine bundesweit einheitlichere Interpretation, was auf dieser Grundlage eigentlich möglich und machbar ist.

00:05:58: Und dass sehr viel machbar ist, sehen wir.

00:06:01: Das zeigen diese ganzen Praxisbeispiele.

00:06:04: Und wenn wir da eine gute gesellschaftliche Diskussion entfachen können, wie solide solche Datennutzungen vor diesem ganzen rechtlichen Hintergrund heute schon gebaut sind, wie wenig Missbrauch in diesem Bereich eigentlich passiert, dann können wir, glaube ich, auch das Vertrauen in die Datennutzung vergrößern und hier dafür sorgen, dass diese Diffusenängste dadurch deutlich zurückgehen.

00:06:33: Es gibt ja viele Möglichkeiten zum Beispiel, dass aufgrund von Erkenntnissen eben aus den Daten eines Patienten, einer Patientin zum Beispiel, Kontrolltermine nicht mehr vom Patienten, wenn es ihm schlecht geht, wahrgenommen werden sollen, dass sie Praxis ja adressieren kann und sagen kann, kommen sie doch vorbei aus dem und dem Grund.

00:06:52: Also ich glaube, man muss ein Stück weit einfach mehr diese Vorteile nochmal plastisch machen.

00:06:57: Aber wie realistisch ist es?

00:06:59: Wir haben ja die EPA als ein zentralen Baustein dort.

00:07:02: Digitalisierung im Gesundheitswesen.

00:07:04: Und jetzt kommen ja dieser Tage wieder die Meldung, dass die ja nicht in Gebrauch ist, dass die nicht im Versorgungsalltag ankommt.

00:07:10: Also wir haben doch ein hohes Maß an Bedenktenträger.

00:07:14: Eine Fassette Datenschutz hatten wir schon angesprochen, aber es sind ja konkret und ständig, sagen wir mal, so technisch, skeptisch.

00:07:21: ansetze die vielleicht immer den Blick verstellen, was eigentlich gut möglich wäre mit diesen Tools.

00:07:27: Ja, das stelle ich in der Debatte auch immer wieder fest, dass wir vor allem sehr viel Unkenntnis über diese Tools, über KI und Medizinprodukte haben.

00:07:38: Und das führt dann auf der einen Seite zu diffusen Ängsten und gleichzeitig auch zu überzogenen Erwartungen.

00:07:46: Also wir bewegen uns ja hier im Gesundheitswesen.

00:07:48: Das heißt, wir reden immer über hochsensible Daten, die entsprechenden Schutz haben.

00:07:55: Wir reden über Medizinprodukte, die mit diesen Daten etwas tun, wenn wir in dem medizinischen Bereich wirklich sind.

00:08:03: Und auch diese Medizinprodukte unterliegen einer strengen Regulierung und Zertifizierung und permanenter Kontrolle.

00:08:09: Und wenn man in diesem System drinsteckt und diese Regeln kennt, dann ist den Menschen, die damit umgehen, auch sehr bewusst, dass wir eigentlich klare Verantwortung haben.

00:08:21: Es gibt Verantwortung, die der Hersteller eines KI-Produktes übernimmt.

00:08:25: Es gibt Verantwortung, die der Anwender übernimmt.

00:08:28: Und das ist eigentlich eine ziemlich logische und klar aufgebaute Welt, wenn wir auf dem jetzigen Stand der Technik über solche Datennutzungen diskutieren.

00:08:38: Da kommen dann aber so von der Seite reingeflogen, wilde Vorstellungen, was KI so alles tun könnte.

00:08:46: Und ganz oft wird dabei nicht klar benannt.

00:08:51: über was für eine KI reden wir, wer soll da, an welcher Stelle, auf das Knöpfchen drücken, damit diese KI mit welchen Daten, was genau eigentlich tut und was folgt daraus.

00:09:02: Und da sind wir dann bei diesen diffusen Vorstellungen, was so ein Tool alles könnte, die aber einfach gar nicht der Realität entsprechen.

00:09:11: Aber aus genau diesen diffusen Möglichkeiten kommen die Ängste.

00:09:15: Wir sind aber noch lange nicht in einer Welt, wo IKI permanent virtuell neben mir herläuft, meine Daten erfasst und im Notfall ganz automatisch einen Rettungsdienst ruft oder mir ein Termin bucht, wenn das auch ausreicht.

00:09:30: Das ist einfach nicht der Fall.

00:09:32: Und das erschwert aber die Diskussion.

00:09:35: weil wir mit ganz viel Unklarheiten über dieses ganze Zertifizierungssystem eben diese ganzen Ängste schüren.

00:09:43: Sie haben im Vorwort des Papiers geschrieben, KI sei kein magisches Wesen.

00:09:49: sondern ein technisches Werkzeug.

00:09:50: Und jetzt sprechen sollte man da etwas nüchter nachher rangehen.

00:09:53: Mir geht es nochmal darum, über die Variables und die Sensoren zu sprechen, die ja im Alltag der Bürgerinnen schon angekommen sind.

00:10:00: Also die Apple Watch ist die meistverkaufte Uhr weltweit und wird sehr häufig eben zum Tracken von Gesundheitsdaten genutzt.

00:10:09: Man kann seinen Schlafmonitoren, die dort verbauten Sensoren warnen einen, zum Beispiel allgemein, man habe Erkenntnisse aus diesen Daten geboren.

00:10:18: dass möglicherweise man halt den Blutdruck messen soll.

00:10:21: und wenn jemand stürzt, meldet sich die Apple Watch und sagt, sie sind, glaube ich, gerade gefallen, soll ich den Notruf für sie betätigen.

00:10:28: Also will sagen, die Gesundheitsbubble bewegt sich immer ein Stück hinter dem, was die Verbraucherinnen und Verbraucher eigentlich potenziell schon bereit sind zu geben und vor allem sind die Leistungen immer ein Stück weit hinter dem, was die Verbraucherinnen und Verbraucher eigentlich haben wollen.

00:10:46: Das ist richtig?

00:10:47: Und das liegt unter anderem auch... an diesem System der Verantwortlichkeiten im Gesundheitswesen.

00:10:54: Die Apple Watch meldet mir so einiges.

00:10:57: Wer damit lebt, stellt aber auch fest, dass sie manchmal auch sehr wilde Ideen davon hat, was man eigentlich gerade tut oder nicht tut.

00:11:05: Und dass eben auch noch nicht so weit ist, dass ich sozusagen mich darauf verlassen würde, dass die Apple Watch meine Gesundheit wirklich voll umfänglich betreut.

00:11:16: Die Apple Watch ist zwar tatsächlich auch ein Medizinprodukt, Aber es gibt derzeit noch keine Zugänge dieser Daten in die elektronische Patientenakte.

00:11:27: Also ich kann da zwar ein Datenpaket als PDF abladen, aber diese Vorstellung, dass diese permanente Begleitung, die die Apple Watch bei mir macht, dass die irgendwann in der EPA genauso in Echtzeit stattfinden könnte und damit das Gesundheitswesen, also das offizielle Gesundheitssystem aufgrund dieser Echtdaten reagieren könnte.

00:11:53: Das ist Illusion heute noch jedenfalls.

00:11:56: Also wir könnten mit diesen Datenmengen auf gar keinen Fall umgehen.

00:12:01: Die elektronische Patientenakte ist darauf überhaupt nicht ausgelegt.

00:12:05: Und dann stellen sich eben auch diese ganzen Fragen der Verantwortlichkeiten.

00:12:10: Die Apple Watch ist mein Privatvergnügen.

00:12:11: Ich bin dafür verantwortlich, dass ich sie trage und was ich mit den Informationen mache.

00:12:15: Würden die automatisch in die Epa übertragen, müsste ich ein System bauen.

00:12:20: Was muss denn eigentlich im System reagieren?

00:12:23: Wer muss reagieren?

00:12:25: Wie schnell?

00:12:25: Damit diese Fantasie von so einer Echtzeit, Gesundheitswesen, Begleitung stattfinden könnte, das ist also... Zumindest heute noch nicht möglich.

00:12:36: Also, man muss eben diese Ebenen ein bisschen auseinanderhalten.

00:12:39: Was ist eigentlich mein Umfeld, mein Privatvergnügen Apple Watch?

00:12:44: Und was kann so ein System wirklich leisten?

00:12:46: Und was will ich auch, was das System leistet?

00:12:49: Also, Fußnode am Rande, ein Chef einer gesetzlichen Krankenkasse empfiehlt die Wearables eben als sein Tipp, wie man sich präventiv... besser aufstellt.

00:13:00: Das heißt also, da ist man einiges in Gange und auch in Ihrem Papier schreiben Sie das mal über die Infrastruktur jenseits der IPA nachdenken müsse, weil, wie Sie es gerade ausgeführt haben, steht auch dort zu lesen, dass eben kontinuierliche Messungen so große Datenmengen wie die Variables und sonstige Sensoren oder Messsysteme eben liefern nicht geeignet sind.

00:13:20: Was ist da von Ihrer Taskforce?

00:13:22: die Forderung, wie könnte eine vertrauensvolle digitale Infrastruktur aussehen, die quasi auch von den Geräten der Hersteller direkt zum Beispiel in eine Datenbank solche Dinge eben liefert und damit auch dem Gesundheitswesen Erkenntnisse liefert, mit denen man quasi die Versorgung insgesamt verbessern kann.

00:13:39: Nicht nur die Individuelle, sondern die Versorgung als Ganzes.

00:13:43: Genau, dafür müssen wir natürlich diese Daten auch unbedingt der Forschung zugänglich machen und zum Beispiel mal Vergleiche ermöglichen.

00:13:52: Wie ist denn eigentlich wirklich mein Gesundheitszustand, wie er sich mit meinen Apple Watch gemessenen Vitaldaten, meinen Labordaten etc.

00:14:01: darstellt und dem, was in meinen offiziell verfügbaren Daten des Gesundheitssystems, die ja Abrechnungsdaten sind, eigentlich an Erkenntnissen über mich im Forschungsdatenzentrum, Gesundheit usw.

00:14:14: zur Verfügung steht.

00:14:16: Ich glaube, dass es da ganz oft einen ganz großen Missmatch gibt zwischen dem... tatsächlichen gelebten gefühlten Gesundheitszustand und dem, was in den Daten eigentlich über meinen Gesundheitszustand bekannt ist.

00:14:30: Und wir brauchen da auf jeden Fall mehr Daten, also strukturiertere Daten, Verständlichkeit und mehr Erkenntnisse, die wir aus diesen Daten gewinnen, um dann in Zukunft ein System bauen zu können, wo ich eben in bestimmten diagnostischen Phasen meine Apple Watch-Daten vielleicht mal direkt in die Arztpraxis weiter leite, damit in so einer diagnostischen Phase dort dann die entsprechenden medizinischen Erkenntnisse gewonnen werden können.

00:14:59: Das wird nie... ein Permanentzustand sein.

00:15:02: Das wollen wir, glaube ich, auch alle nicht.

00:15:04: Aber es gibt eben chronische Erkrankungen, wo ich bestimmte Werte permanent monitoren kann oder diagnostische Phasen oder Phasen nach einem Krankenhausaufenthalt, wo eine solche intensivere Überwachung Sinn macht, die dann im offiziellen Gesundheitssystem auch irgendwo ankommt, gelesen werden kann und wo klar ist, was passiert eigentlich, wenn in diesen Daten etwas bemerkt wird und wie reagieren dann das System darauf.

00:15:32: Und ein solches System braucht mehr Datenflüsse, mehr anerkannte Geräte, ganz neue Vermütungsregeln, weil bisher wird die Arztpraxis nur dann bezahlt, wenn ich dort auch erscheine und nicht, weil einfach nur meine Daten im Hintergrund überwacht werden.

00:15:48: Also ganz viel Bedarf, solche datengestützten Versorgungsfade sich mal auszudenken und in die Vergütung und in die Betreuungsstrukturen des Gesundheitswesens dann auch zu integrieren.

00:16:03: Danke, die Frage mit der Vergütungslogik war auch auf meinem Zettel schön.

00:16:07: Sie haben sie schon beantwortet.

00:16:08: Jetzt lassen sie uns doch, wenn wir über Praxisbeispiele reden, nicht in der Theorie bleiben, sondern mein Lieblingsbeispiel war der Medic-Bot, der quasi Dinge einfach sortiert und unstrukturierte Daten quasi verlässlich aggregiert.

00:16:26: Da kann man auch merken, was einem fehlt.

00:16:28: Und das fand ich jetzt sehr spannend.

00:16:30: Aber was sind denn so Ihre Eins, zwei, drei?

00:16:32: Lieblingsbeispiele aus der Sammlung an Use Cases.

00:16:36: Ich finde sie alle großartig, weil sie natürlich auch auf ganz unterschiedlichen Ebenen spielen.

00:16:42: Das von Ihnen genannte Beispiel ist sehr viel Praxisorganisation.

00:16:47: Also wie kann ich mit all dem, was in der Praxis so stattfindet, mir den Praxisalltag erleichtern und bessere Entscheidungen für die richtige Betreuung treffen?

00:16:58: Das sind zwei Beispiele, die ganz großartig sind und glaube ich auch so detailliert sind, dass sie ganz viel Anleitung auch bieten, was eine hausärztliche Praxis eigentlich tun kann.

00:17:09: Ich bin auch total begeistert von den prädiktiven Ansätzen, die wir da drin haben.

00:17:15: Also was kann ich eigentlich an Voraussagen aus Daten gewinnen, die dann auch wirklich Substanz haben für die weitere Entwicklung?

00:17:25: Und am anderen Ende des Spektrums, was ich dann an Forschung eben auch leisten kann, wenn ich Daten in ein Register vernünftig aufgenommen habe und dann wirklich die echt stattgefundene Qualität nachvollziehen kann von verschiedenen Behandlungen?

00:17:44: Das würde uns, glaube ich, auch in der Evidenz wesentlich weiterbringen.

00:17:50: Weil Studien-Evidenz ist ja das eine, aber Evidenz im echten Leben in der Anwendung, in den konkreten Fällen, die nie so sauber und so klar sind wie in einer Studie.

00:18:00: Da können wir, glaube ich, noch ganz, ganz viel lernen, was wir eigentlich wirklich vernünftigerweise im Gesundheitswesen wie anwenden sollten.

00:18:07: Und das geht dann bis hin zu, wie plane ich eigentlich das Gesundheitswesen oder die Pflegestrukturen?

00:18:13: Was brauche ich eigentlich?

00:18:15: Wie viel Intensivbetten werden morgen belegt sein?

00:18:18: Kann man offensichtlich schon... feststellen.

00:18:20: Also wirklich viele spannende Beispiele, wo ich nur nach Tagesform mal das eine und mal das andere als das Beste empfinde.

00:18:28: Also ich mag noch loswerden, was mir gut gefällt.

00:18:31: Ich such immer meinen Impfpass und bin meistens lang damit unterwegs.

00:18:35: Und es gibt ja auch ein Tool, das sich mit dem Möglichkeit, einen Impfpass elektronisch quasi bei sich zu haben.

00:18:41: Das würde mir im Alltag quasi sehr helfen.

00:18:44: Und ich fand auch noch sehr gut die Entlassbriefe, die quasi vorformatiert erstellt werden können.

00:18:51: Also es sind auch wirklich sehr viele auf den Leinen schon mal erschließbare Dinge, wo man sagt, oh, das ist aber ein wirklicher Mehrwert, der kann uns wirklich helfen, der kann entlasten.

00:19:01: Und das ist ja das Thema im Gesundheitswesen.

00:19:03: Wir haben knappere Ressourcen, was vor allem eben die demografische Entwicklung angeht.

00:19:07: Und da sind solche Gewinne, wo man einfach quasi Verbesserung, wirkliche Verbesserung, die spürbar ist, bekommt.

00:19:14: einfach sehr wichtig sind.

00:19:15: Genau, also ich finde auch einen Use Case so in Sachen Zukunftsvorstellungen ganz großartig.

00:19:22: Das ist die Orthopädie-Technik, also wo Ortesen, also irgendwelche Bein- oder Armortesen angepasst werden und der entsprechende Techniker dann aufgrund von Bild- und Videomaterial seine Dokumentation sehr schnell erstellen kann.

00:19:42: Warum genau dieses Produkt?

00:19:44: und diese Konstruktion jetzt an der Stelle das Richtige für diesen Menschen ist.

00:19:49: Wir erinnern uns alle noch daran, wie kompliziert es vor einigen Jahren noch war, überhaupt nur Fotos in einen Text zu integrieren.

00:19:56: Und jetzt gibt es da ein Tool, das diese Dinge automatisiert zusammenstellt und auch die entscheidenden Teile aus so einer Dokumentation oder aus einem längeren Videomaterial rausschneidet.

00:20:07: Das ist schon großartig.

00:20:09: Da hätte ich vor zehn Jahren auch noch nicht draufgesetzt, dass das tatsächlich funktioniert.

00:20:14: Frau Meier, Sie werden im März auch beim Kongress der Gesundheitsnetzwerke dabei sein.

00:20:20: Was bringen Sie damit, was in Ihrer Erwartung an diesen Kongress, was nehmen Sie von dem Papier oder von den Newscases mit?

00:20:27: Was möchten Sie dort auch teilen?

00:20:29: Also ich nehme auf jeden Fall die Erfahrung aus diesem Diskussionsprozess mit, dass es immer sehr schlau ist, genau hinzuhören, wer setzt welches Tool, warum, mit welchem Ziel ein und da ein bisschen auf den Zahn zu fühlen, um das Tool wirklich genau zu begreifen.

00:20:47: Also das ist das, was ich auf jeden Fall als Ergebnis dieses Dialogs mitnehme, die Fantasie ein bisschen auf den Prüfstand stellen und dafür sorgen, dass sie an die Realität angebunden.

00:20:59: Und ansonsten freue ich mich natürlich wieder auf das Netzwerken mit allen alten, bekannten Gesichtern, auf das Wiedertreffen von vielen Menschen, die den Kongress schon lange treu sind und einfach zu hören, was dort eigentlich gerade in deren Alltag wichtig ist, wo sie sich hin entwickeln und was sie so als nächste Schritte planen.

00:21:20: Als nächste Schritte wird ich noch fragen, wichtig ist ja bei Ihrem Papier neben den schönen Erkenntnissen, was in der Praxis schon möglich ist, dass man auch noch mal in der Politik dafür eben Awareness schafft, also wo muss angesetzt werden, was wäre jetzt Ihr zentraler Punkt, was sind die nächsten Schritte, die Sie und die Task Force gehen wollen, damit in der Politik die Rahmenbedingungen verändert werden?

00:21:41: Wir werden nochmal tiefer in die verschiedenen Praxisbeispiele einsteigen und diese genau diese Handlungsempfehlungen nochmal präzisieren und weiter vorantreiben, weil wir natürlich merken, dass wir hier über grundlegende Veränderungen im Gesundheitswesen reden müssen.

00:22:00: Diese Tools verändern Prozesse, verändern Strukturen.

00:22:05: und stoßen eben auf ein System, das eine sehr starke Pfadlogik hat.

00:22:10: Und wenn ich diese Pfadlogik... verlassen will, dann sind die Mauern ziemlich hoch und ziemlich schwer zu umgehen.

00:22:16: Und diese Diskussion wird mir zu wenig geführt und ich glaube, wir haben hier einen guten Ausgangspunkt, um zu zeigen, wir kommen mit dieser Datennutzung nur wirklich voran, wenn wir diese Fragen auch stellen.

00:22:26: Wenn wir genauer definieren, wo wollen wir denn hin mit diesen Tools, mit einer datenbasierten Gesundheitsversorgung, damit wir wenigstens mal Schritte in die richtige Richtung unternehmen können?

00:22:38: Ramai Gens hat sich einen Dank.

00:22:39: Ich wünsche Ihnen alles Gute und schön, dass Sie so viel Zeit hatten und nochmal hier alles erklärt haben.

00:22:46: Ja, vielen Dank für die Einladung.

00:22:54: Wir hoffen, dass Ihnen diese Ausgabe von Einblick nachgefragt gefallen hat.

00:22:58: Bitte schicken Sie uns gerne Anregungen und Fragen an.

00:23:01: Gesundheitsmanagement atberlin-chemie.de.

00:23:05: Sie finden unsere Kontaktdaten auch in den Show-Nodes.

00:23:09: Wir empfehlen Ihnen für den schnellen Überblick der Trends im Gesundheitswesen, unseren Einblick-Nachrichten-Podcast sowie die vertiefenden Gespräche der Einblick-Nachgefragt-Podcasts.

00:23:21: Alles im Netz unter gesundheitsmanagement.berlin-chemie.de.