EinBlick – Der Podcast

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00:00:00: Ein Blick nachgefragt.

00:00:05: Willkommen bei Ein Blick nachgefragt, dem Podcast mit Interviews und Gesprächen zum Gesundheitswesen vom Gesundheitsmanagement der Berlin Chemie.

00:00:14: Vernetzte Versorgung.

00:00:15: Weg vom Gärteldenken hin zu einer modernen Primärversorgung.

00:00:20: Fachjournalist und Einblickredakteur Christoph Nitz spricht mit Professor Clarissa Kurscheidt über die notwendige Transformation des deutschen Gesundheitssystems und die aktuellen Reformpläne zur Primärversorgung.

00:00:32: Im Fokus steht die Frage, wie interprofessionelle Teams eine verbesserte Kommunikation und das Aufbrechen von Silo denken, die Patientenversorgung effizienter gestalten können.

00:00:59: war sie Präsidentin der EUFH, Hochschule für Gesundheit, Pädagogik und Soziales.

00:01:05: Ihre Expertise in der Versorgungsforschung vertiefte sie unter anderem beim Aufbau des Gesundheitsnetzes ZĂĽrich sowie im Projekt Gesundes Kindsichtal.

00:01:15: Die Neugestaltung der Primärversorgung erfordert laut Kurscheid einen grundlegenden Paradigmenwechsel.

00:01:22: Weg von starren Hierarchien hin zu einer kooperativen Steuerung durch qualifizierte Gesundheitsberufe wie Physician Assistance oder Community Health Nurses.

00:01:32: Mit einem starken Fokus auf geschlechtersensible Prävention, insbesondere im Bereich der Frauenherzgesundheit und sekundärpräventive Ansätze zur Vermeidung von Pflegebedürftigkeit zeigt sie auf, wie eine zeitgemäße Versorgung aussehen kann, sektorenübergreifend evidenzbasiert und fest in der Region verwurzelt.

00:01:51: Ihre Impulse zu diesen Themen bringt sie auch beim neunzehnten Kongress fĂĽr Gesundheitsnetzwerke in Berlin ein.

00:02:03: Schönen guten Tag, Frau Prof.

00:02:04: Kurscheid.

00:02:05: Ich freue mich, dass Sie Zeit fĂĽr den Einblick Podcast finden.

00:02:07: Sehr gerne.

00:02:08: Das neue magische Wort, mit dem die gesetzliche Krankenversicherung und die ganze Finanzlage im Gesundheitswesen verbessert werden soll, ist die Primärversorgung und die Pläne der Reform.

00:02:21: Sie hatten hier beim BMC-Kongress dazu auf einem Panel moderiert mit Fachleuten.

00:02:26: Gleichzeitig hat die Ministerin quasi ihre ersten Skizzen kundgetan, wo es denn hingehen soll, was ist so ihre Einschätzung, wo stehen wir, wo geht es hin.

00:02:35: Also meines Erachtens hat die Ministerin gestern erst mal den Akteuren zugehört.

00:02:39: Das war ja, oder die Teilnehmenden haben ja dann verlauten lassen.

00:02:43: Jeder hatte nicht mehr als fĂĽnf Minuten Redezeit.

00:02:46: Es waren ca.

00:02:46: dreiĂźig Akteure da.

00:02:48: Und sie hat schon dafĂĽr die einzelnen Vorstellungen auf eines Ohr gehabt.

00:02:52: Ehrlich gesagt, ich bin sehr froh, dass jetzt auch mal was passiert.

00:02:55: Und ich hoffe, dass das BMG es schafft, möglichst breite Managed Care-Ansätze in die Versorgung hineinzubringen.

00:03:04: Wir hatten gestern im Panel, wo wir sowohl mit Medizinerinnen und Medizinerinnen mit einem Vertreter des Portzentrums, also aus dem Bosch Cosmos Portzentrum, an Medizinsversorgungszentrum, was relativ breit aufgestellt ist, die Diskussion, aber auch mit einer Hausärztin, die gleichzeitig funktionärer ist bei der KVWL als auch mit einer Apothekerin.

00:03:25: auch mit dem stellvertretenden Vorsitz von der Aukar-Rheinland-Hamburg, wie auch ein Erzenetz-Geschäftsführer.

00:03:33: Es wurde klar, dass einer der Paintpoints wirklich mangelnde Kommunikation untereinander ist.

00:03:41: Dass das in erster Linie etwas ist, dafĂĽr braucht man jetzt keine Technik, dafĂĽr braucht man eigentlich keine Reform.

00:03:48: Aber da braucht man eine Offenheit, aufeinander zuzugehen.

00:03:52: habe meine Diskutantinnen und Diskutanten als sehr ehrlich wahrgenommen gestern.

00:03:58: Und die haben wirklich gesagt, ja, in der Routine im Alltag geht das einfach unter und wir mĂĽssen beginnen, von dem Gerdlidenken wegzukommen.

00:04:09: Natürlich müsste jetzt grundsätzlich auch die Frage gestellt werden, wem gehört der Patient?

00:04:13: Weil oftmals ja doch die Weiterleitung bis zum gewissen Punkt nicht gegeben ist.

00:04:19: Der Apothekerin misstraut wird.

00:04:21: weil sie nicht den Stand der Medizinerin hat oder das Mediziner es hat.

00:04:27: Und das sind wirklich, also das Thema Vertrauen und Kommunikation sind meines Erachtens die Grundlagen für ein ja, Primärversorgungsmodell.

00:04:36: Und das kann man jetzt denken, wie man will, entweder räumlich, digital.

00:04:40: Also wir können es auch im Quartier denken, da sind wir ja in einer netzartigen Versorgung.

00:04:46: Ich glaube, es gibt da viele Möglichkeiten.

00:04:48: Es gibt ja so die Frage, diese Primärversorgung und die Lotsenfunktion bzw.

00:04:54: die Steuerung der Patientin soll ja vorrangig auch finanzielle Probleme lösen.

00:04:59: Niemand kann euch wirklich genau sagen, über wie viel Geld man möglicherweise da spricht, sondern es wird sehr viel Hoffnung in dieses ganze Konstrukt gegeben.

00:05:08: Und inzwischen wurde das Ganze noch angereichert.

00:05:10: Der Game Changer soll ja die digitale Ersteinschätzung werden.

00:05:14: Wie wirkmächtig halten Sie das jetzt angeschobene Vorhaben?

00:05:18: Erst

00:05:18: mal ein Schritt zurĂĽck.

00:05:19: Wir haben tatsächlich nicht genaue Informationen, wie viel Geld an der Stelle versandet.

00:05:26: Das heiĂźt, es muss genauso die VergĂĽtungslogik angepasst werden, aber da kann man vielleicht noch nachher drauf gucken.

00:05:32: Die digitale Ersteinschätzung kann möglicherweise funktionieren, aber wir müssen die Ärztinnen und Ärzte soweit bekommen, dass sie qualitätsorientiert oder der Notwendigkeit nach die Weiterverweisung zu Facharzt machen.

00:05:47: Und wir müssen natürlich gucken, inwieweit Der Facharzt, auch hier bei Chronikern, die halt gut medikamentös eingestellt sind, die körperlich konstitutiv soweit fit sind, dass die nicht regelmäßig zum Facharzttermin halten müssen.

00:06:04: Also wir wissen, Deutschland hat einer der höchsten Frequenzen von Arzt besuchen und es ist oftmals die Frage, ist das so notwendig?

00:06:13: Also es müsste an der Stelle auch einmal... die dieses Management-Programm überprüft werden, wo es für einen Diabetiker, der auch noch KOK-Problematik kann, der läuft all jedes Quartal zum Diabetologen, zum Italisten, zum Kardiologen.

00:06:27: Und das ist vielleicht doch ein Nummer zu viel.

00:06:31: Und dann können wir eigentlich erst sagen, inwieweit wir im System Geld sparen.

00:06:36: Aber vorher könnten wir das gerne leider nicht genau sagen, weil die Daten geben es nicht her.

00:06:40: Nicht nur in der Primärversorgung wird diskutiert, wie gesteuert werden soll, sondern viele Patientinnen und Patienten gehen wegen einem Bienenstich, wegen einem Schnupfen, whatever, in die Notaufnahme, weil sie bei Ärzten oder auch bei Fachärzten keine Termine bekommen.

00:06:55: GrĂĽnde sind verschiedenartig, aber da wird jetzt auch mit einer Reform dran gearbeitet.

00:07:00: Inwieweit mĂĽsste man das eigentlich passgenau zueinander bringen, damit es wirklich entlastet und vor allem viele misstrauen.

00:07:07: vielleicht auch einer Ersteinschätzung, die ja auch im Notfall Zahlprozess digital sein soll.

00:07:12: NatĂĽrlich

00:07:12: mĂĽsste das zusammengedacht sein.

00:07:14: Die Notfallreform ist seit Jahren überfällig.

00:07:17: Wir haben Notachten bis zur Sachverständigenrat von zwei tausend siebzehn, die sich mit dem Triage-System, also im Notfall ganz genau befassen, also siebenzebzehn, das ist fast zehn Jahre her und es ist einfach nichts getan worden.

00:07:31: Wir haben beispielsweise, weiĂź ich ganz frisch aus der Medizin-Nomenschule Hannover, dass die Notaufnahme im letzten Jahr eine Steigerung um dreidreiĂźig Prozent an Patienten... Patienten wahrnehmen musste und dem gar nicht mehr herrscht.

00:07:45: Und hier braucht es natĂĽrliche Systeme.

00:07:47: Ich durfte in Zürich ein Versorgungsforschung begleiten und wir haben ein Notfall konzipiert, indem wir, auch das nichts Neues, aber ich rede jetzt vor etwas vor zwanzig Jahren, indem wir die niedergelassenen Hausärztinnen und Hausärzte die Dienst hatten, die ... den Not, die das ab Wochenende verrichtet haben, mit in die Klinik halt integriert haben.

00:08:09: Und eine Erstreher durch die Pflegefachkraft, die hat denn verwiesen, entweder du ins Krankenhaus, du zum Niedergelassenen.

00:08:16: Und damit konnten wir sofort die Wartezeiten um neunzig Minuten verkĂĽrzen, in der Klinik, als auch natĂĽrlich die Noteinweisung auch noch mal.

00:08:26: Es waren fĂĽnfundzwanzig Prozent Verbeger.

00:08:28: Und also ... Wir sprechen ja jetzt nicht von einer Sache, die Rocketzeilen ist, sondern eigentlich müsste das schon längst laufen.

00:08:35: Auch hier bedarf es natĂĽrlich einer konsequenten, es war politischen, gesetzgeberischen Steuerung, dass etwas entsprechend umgesetzt wird, damit auf der anderen Seite denn die Akteure.

00:08:47: Ja, aktiver.

00:08:48: Es gibt ja aber auch viel Dissonanzen.

00:08:51: Also wenn die Apotheken sagen, wir würden, was sie ja auch inzwischen dürfen, wir würden gerne impfen und dort das System entlasten, dann sagen die Vertreterinnen der Ärztinnen halt, das geht gar nicht, obwohl auch in der Praxis realittern nicht die Ärztin der Arzt impft, sondern die Fachkraft das eben tut.

00:09:09: Inwieweit mĂĽssen wir da ein bisschen abrĂĽsten?

00:09:11: Also man hat ja ein Standesdenken und man hat ein Silo-Denken, das doch... eigentlich der Situation nicht angemessen ist.

00:09:19: Ich würde mir wünschen, dass die Ärztinnen und Ärzte insbesondere die Funktionäre, dass die da an der Stelle ein Stück weit offener würden.

00:09:28: Gesundheitsberufe gesamthaft, weil dann haben wir auch schon wieder das Thema der Delegation.

00:09:34: Wir haben den einen Bezug der MFA, auch der weitergebildeten MFA.

00:09:38: Jetzt spreche ich nicht von der Naepa, also die nicht ärztliche Praxisassistentin, sondern ich spreche eigentlich von der Mögtel Akademisierung, also der Primary Care Nurse, der Advanced Nurse Practitioner, der Community Health Nurse, das PA's etc.

00:09:54: Hier bräuchten wir viel, viel mehr Offenheit.

00:09:57: seitens der Ärztinnen und Ärzte, dass die aus diesem Standesdenken entsprechend rauskommen.

00:10:03: Die Not ist irgendwo schon groß, wenn man jetzt überlegt, dass halt der Fachkräftemangel oder der Arztmangel postuliert wird, obwohl wir in Deutschland so viele Ärzte haben.

00:10:12: Wie selten, aber es geht ja um die Punkte.

00:10:14: Es geht ja um die Verteilung der Ärzte.

00:10:16: Das heiĂźt, ich glaube, auch hier immer ins Ausland geguckt, dass es nicht mehr unwog, diese Haltung zu haben und ĂĽberall woanders fĂĽr Teamarbeit geleistet sei es und da muss man nicht nur nach Skandinavien gehen.

00:10:28: Sie können nach Kanada gehen, nach Israel, nach Italien, in den Niederlanden.

00:10:32: Sie haben ĂĽberall gute Modelle, wo im Team gearbeitet wird.

00:10:36: wo den anderen Gesundheitsberufen auch eine ganz andere Kompetenz seitens der Inszenär zu zustande wird.

00:10:42: Das ist aber dein definitivster Paradigmenwechsel.

00:10:45: zum Halbgutinweis.

00:10:48: Ja.

00:10:49: Eine Berufsgruppe kommt ja schon relativ gut voran.

00:10:51: Die Bundesärztekammer arbeitet bezüglich der Physischen Assistance, der PAS, die Sie schon erwähnt hatten, ja, auch an Papieren und an einer Implementierung und auch an einer Aufwertung, weil es gibt schon immer noch diese despektierliche Trennung in akademische und nicht akademische Berufe im Gesundheitswesen.

00:11:08: Entweder schätzen Sie das als ein gutes Beispiel, wo es hingehen könnte ein.

00:11:14: Ich schenze es als ein tatsächlich gutes Beispiel ein.

00:11:17: Ich hatte noch in Hochschulzeiten mit der Kasteletzvereine und Westfalen Lippe ein Modellprojekt begleiten dĂĽrfen, wo PAs eingesetzt wurden in Praxen.

00:11:28: Das Ganze wurde vom ZI evaluiert und hatte sehr gute Ergebnisse.

00:11:32: Sehr gute Art, dass der Arzt entlastet wurde.

00:11:34: Vielleicht muss man beim PA ja nochmal das bisschen anders sehen.

00:11:38: Da steckt ja nicht so viel Nurse drin.

00:11:41: Das heiĂźt, er ist ja quasi... Begrifflichkeit der Arztassistent.

00:11:46: Und ich denke, allein daraus erfahren die PAs eine höhere Akzeptanz, anstatt dann was.

00:11:52: Sie hatten Erfahrungen im Ausland gesammelt.

00:11:55: Unter anderem in der Schweiz waren sie mehrere Jahre bei dem Aufbau des Gesundheitsnetzes dort beschäftigt und zählte ich in Zürich.

00:12:02: Was kann man denn davon mitnehmen?

00:12:04: Man mĂĽsste ja auch lehren aus.

00:12:06: Sie haben mehrere ausländische Beispiele genannt, wo es besser funktioniert.

00:12:10: Also was könnte man zum Beispiel in der Schweiz in Zürich lernen, wenn man da hinginge und schaut, was kann man da mitnehmen?

00:12:16: Es wurde sehr frĂĽh multiprofessionell gedacht und auch multiprofessionell gearbeitet.

00:12:22: In das Gesundheitsnetz Zürich, zu bauen, ging eine enge Zusammenarbeit zwischen den Ärzte, zwischen Pflegefachkräften, zwischen ambulanter Pflege, zwischen alten Pflege, ging da einher.

00:12:36: Und jetzt muss man auch sagen, die Advanced Nursing oder die INP, Entmars Nursing Practitioner, hatten ganz anderen Stellenwert in ZĂĽrich, oder in der Schweiz ĂĽberhaupt.

00:12:45: Die haben eine andere Tradition.

00:12:47: Das heißt, wir haben nicht, wie Sie haben eben vom Herr Gottin Weiß gesprochen, wir haben nicht diese starke Hierarchie, sondern wir haben schon einen Denken, einen Diskutieren auf Augenhöhe.

00:12:58: Das war schon vor zwanzig Jahren dazu.

00:13:01: Und dadurch konnten wir dieses System aufbauen, wobei ich das einschränken muss.

00:13:05: allein mit den kommunalen Trägern.

00:13:07: Allerdings haben die auch in ZĂĽrich da sind die viel breiter aufgestellt und haben da der ganz andere Rolle und Funktion.

00:13:13: Gut, Stichwort Prävention.

00:13:15: Sie haben starke Muskeln, starke Knochen im gesunden Kinsigtal mit begleitet und entwickelt und mit ihrer Firma FIGUS auch andere Projekte in der Art mit auf den Weg gebracht.

00:13:26: Prävention ist ja neben Primärversorgung ein weiteres Baseword, mit dem er der finanziellen Krise entkommen möchte.

00:13:34: Uns ist er auch charmant, also weil die Menschen wollen ja eigentlich gesund sein und bleiben und nicht krank.

00:13:39: Und deshalb ist es ja gut, dass man den Fokus mehr auf Prävention.

00:13:43: Und was kann man da aus dem gesunden Kinsichtal und anderen lernen?

00:13:48: Und wo sollte es hingehen mit der Prävention?

00:13:50: Ja,

00:13:50: ich glaube, in unserer alteren Gesellschaft, also im Zuge des stehenden demografischen Wandels, müssten wir Prävention tatsächlich anders denken.

00:13:58: Es geht jetzt nicht.

00:14:00: oder auch aber nicht in direkten Maße um primär präventive Ansätze im Sinne des WIRB, sondern meines Erachtens geht es eher auch im Alter um eine gut qualifizierende Sekunde der präventive Ansätze, damit der Alltag möglichst lange gewährleistet sein kann.

00:14:20: durften fürs BMG im vorletzten Jahr ein Literaturreview zur Prävention von Pflegebedürftigkeit machen und haben da auch noch mal quasi die Augen geöffnet bekommen durch unsere Recherchenarbeiten.

00:14:33: Das ist ja viel entlastender auf das System ist, wenn die Menschen ja so lange wie möglich ihre Aktivitäten des täglichen Lebens selbst vollbringen können, da denn auch nicht in depressive Phasen kommen, dass halt das Thema Einsamkeit sehr früh halt genommen wird.

00:14:47: Also Prävention, glaube ich, müssen wir jetzt... zwischen viel breiter Denken und nicht als das Bass wird schlecht hinsehen.

00:14:54: Wenn wir unsere deutsche Geschichte von Präventionen betrachten, so ist die ja ehrlich gesagt jämmerlich.

00:15:00: Prävention wurde in der Bimsterreform erst mal aus der Begrifflichkeit der Eigenverantwortung mit ins Gesetz genommen, wobei das eine Mischung war zwischen Kostenprivatisierung und Eigenverantwortung.

00:15:15: Dann gab es diverse Ansätze, nämlich ehrlich gesagt vier Ansätze, dass bis zum Präventionsgesetz zwanzig fünfzehn tatsächlich verabschiedet wurde.

00:15:24: Ansonsten ist es immer durch das Diskontinuitätsprinzip im Bundestag.

00:15:28: entsprechend versandet, eben zum Ende einer Legislatur.

00:15:32: Das heißt, wir sind kein Land mit einer ausgeprägten Präventionsneigung, wir sind stark kurativ orientiert und ich glaube, das könnte aber für uns fürs Gesundheitssystem auch Entlastungen bringen, aber wie gesagt, nicht im ausschließlichem Sinne des World Beings, sondern eher auch im Prävention im Alter getroffen.

00:15:50: Sie sind bei vielen Kongressen als Sprecherinnen und als Akteuren, so auch beim neunzehnten Kongress der Gesundheitsnetzwerke hier in Berlin.

00:16:00: Und dort werden Sie dem Thema Prävention, und zwar dem Spezialgebiet der Herzgesundheit, sich widmen.

00:16:07: Was ist denn dort, sagen wir mal, wo muss es hingehen, was sind dort die Dinge, ĂĽber die Sie da gerne sprechen wollen?

00:16:14: Erst mal ganz herzlichen Dank, weil ich finde das schön auch immer bei den Netzwerken zu sein.

00:16:18: Die Stimmung ist nochmal anders.

00:16:20: Es hat nochmal einen groĂźen Praxisbezug.

00:16:23: Also es ist keine reine TUB und es lohnt sich auch immer wieder, dort hinzugehen.

00:16:27: In unserer Session, wo es tatsächlich im Kontext der Prävention und Herzgesundheit geht, möchten wir auf jeden Fall einen Blick auch auf die Frauen Herzgesundheit legen, weil wir da sagen, wir haben immer noch nicht eine geschlechtsbeziehfische Versorgung in Deutschland.

00:16:43: Da ist das Herz und die Herzgesundheit das groĂźe Beispiel.

00:16:47: Wir haben immer noch einen hohen Anteil weit über ein Drittel der Frauen, die den Herzinfarkt erleiden, verstärben da dran, weil sie nicht, weil der Herzinfarkt nicht richtig erkannt wird, weil wir eine andere Symptomkette bei den Frauen haben, die einen Herzinfarkt erleiden und dadurch zu spät ins Krankenhaus kommen.

00:17:04: Die erste Hilfeleistung.

00:17:06: wird sich immer noch ungern, wird bei Frauen gemacht aus, ich sag mal, vermeintlichem Pietätgründen.

00:17:15: Und aus Sorgen, man könnte da was anderes beschließen.

00:17:17: Aber es muss einfach das Handwerk richtig erlernt werden.

00:17:21: Da wird bei Erselbekursen auch nicht genug drauf geachtet.

00:17:24: Das heiĂźt, falsch oder nicht richtig diagnostiziert oder nicht diagnostiziert der Herzinfarkt.

00:17:30: dann halt eine Mortalitätsrate und eine falsche Hilfestellung.

00:17:34: Das sind die Summa.

00:17:35: drei Beispiele, wo sie sagen, ja, wenn wir von Prävention, auch bei Corona- und Herzerkrankungen, halt sprechen, dann geht es auch darum, wie begegnet man das.

00:17:44: Und das ist für mich auch ein Teil der Prävention.

00:17:46: Da gehört, ist die Geschlechtsbeziehung versorgen, ein ganz wesentlicher Faktor, der nochmal stärker ins Zentrum gesetzt werden muss, damit wir hier ja auch den Wirtschaftsfaktor frauen.

00:17:57: Das sollte man an der Stelle auch sehen, dass es ein wesentlicher Faktor ist und von daher bestreiten wir genau das Thema gemeinsam mit Susade Egler und Frau Rigidza-Kuncek.

00:18:08: Prävention hat auch etwas, glaube ich, doch zu tun mit Gesundheitskompetenz.

00:18:13: Die ist ja immer noch schlecht, trotz Dr.

00:18:15: Google, Dr.

00:18:16: JetGPT und diese alle heiĂźen.

00:18:18: Was wäre Ihrer Ansicht nach da noch notwendig, damit quasi die Kompetenz dann mit der Prävention zusammen Fortschröte brechte?

00:18:25: Es ist eine gesellschaftliche Aufgabe, es ist auch eine Bildungsaufgabe.

00:18:29: wie das man mögt, ist früh eigentlich schon in der Jugend mit einer Stärkung der Gesundheitskompetenz anfängt.

00:18:35: Wir können aber auch noch mal zurück in die Versorgung denken, in die jetzige arztzentrierte Versorgung, so wie sie gerade bei uns ist, dass die Patientinnen und Patienten zu wenig an ihren eigenen Entscheidungen beteiligt werden.

00:18:48: Das heiĂźt, Methoden wie Shed Decision Making etc.

00:18:51: oder Info im Konzent, das wird gar nicht angewandt, sondern die Ärztin der Arzt sagt dem Patient, was er sie hat, was er zu tun hat und punkt.

00:19:00: Also das heiĂźt die Aktivierung seitens der Medizinerin findet ja viel zu wenig statt und aus diesem Grund denke ich mal auch hier kann man Gesundheitskompetenz nicht nur in der Jugend, sondern auch im mittleren Alter sich selbst erwerben.

00:19:13: Aber die muss auch denn eingefordert werden von Medizinerinnen und Mediziner.

00:19:17: Meine letzte Frage, wenn Sie einen Wunsch hätten, den Sie an die Gesundheitspolitik im Bund und in den Bundesheimern richten durften.

00:19:25: Welches wäre dieser Wunsch?

00:19:26: Dass

00:19:26: die... Gesundheitspolitik, insbesondere auch die Gesundheitspolitik im Bund, auf solche Akteurinnen und Akteurer hört, wie wir sie hier beim Bundesverband Manage Care-Halt mitbekommen, dass sie uns auch die Chance gibt, dass sie ein Gesetz entwoft macht, wo sie zwar Leitplanken reinsetzt, uns aber auch eine gewisse Freiheit zur Gestaltung in der Region gibt und dass das durchdekliniert bis in die Kommunen stattfinden kann.

00:19:51: Aber wie gesagt, wir brauchen auch ein Freiheitsgrad, damit wir die Gesundheitsversorgung in der Region auch selbst gestalten können.

00:19:58: Frau Prof.

00:19:59: Kurschheit, ich danke Ihnen für das Gespräch.

00:20:01: Sehr gerne.

00:20:08: Wir hoffen, dass Ihnen diese Ausgabe von Einblick nachgefragt gefallen hat.

00:20:12: Bitte schicken Sie uns gerne Anregungen und Fragen an.

00:20:15: gesundheitsmanagement atberlin-chemie.de.

00:20:20: Sie finden unsere Kontaktdaten auch in den Shownotes.

00:20:23: Wir empfehlen Ihnen für den schnellen Überblick der Trends im Gesundheitswesen, unseren Einblick-Nachrichten-Podcast sowie die vertiefenden Gespräche der Einblick-Nachgefragt-Podcasts.

00:20:34: Alles im Netz unter Gesundheitsmanagements.berlin-chemie.de.